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	<title>StudentenPACK. &#187; Oliver Witt</title>
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	<description>Das Magazin der Studenten an der Uni Lübeck</description>
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		<title>Eine Brille für Blinde</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Witt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Barrierefreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Menschen mit Einschränkungen im Alltag durch moderne Technologie zu helfen, das war die Vorgabe des Instituts für „Signalverarbeitung und Prozessrechentechnik“. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><small><a href="http://www.flickr.com/people/47423064@N00/" target="_blank"></a></small></p>
<p>Menschen mit Einschränkungen im Alltag durch moderne Technologie zu  helfen, das war die Vorgabe des Instituts für „Signalverarbeitung und  Prozessrechentechnik“. Jeder Master-Student der Informatik benötigt für  seinen Abschluss das Zertifikat für eine „Fallstudie zur professionellen  Produktentwicklung”. Es wird ein Thema vorgegeben, in unserem Fall  „Supported Living“, und ab dann geht es darum von einer Idee über einen  Business-Plan bis hin zu einem Prototypen zu kommen. Und das innerhalb  eines Jahres.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a class="flickr-image aligncenter" title="Inspiration markers" href="http://www.flickr.com/photos/schepers/258428249/" target="_blank"><img class=" " title="Wer nicht sehen kann, muss hören! Foto: flickr-Nutzer ErikSchepers" src="http://farm1.static.flickr.com/105/258428249_a19de9a82b.jpg" alt="Wer nicht sehen kann, muss hören! Foto: flickr-Nutzer ErikSchepers" width="500" height="445" /></a><p class="wp-caption-text">Wer nicht sehen kann, muss hören! Foto: flickr-Nutzer ErikSchepers</p></div>
<p>Am Anfang steht natürlich die Frage: Was wollen wir  eigentlich machen? Diese Frage verschlang schon viel Zeit und eine  Menge Kreativität, das Ergebnis waren unter anderem viele Kuriositäten:  Ein Exoskelett für ältere Menschen, das ihnen wieder mehr Mobilität  verleihen soll. Ein Flugroboter-Geschwader, das Senioren auf Schritt und  Tritt verfolgt und Alarm schlägt, wenn ihnen etwas zustößt oder sie  Hilfe benötigen. Ein Quadrokopter, der autonom Gebäude umfliegt und von  diesen mit Hilfe von Fotos ein 3D-Modell errechnet.</p>
<p>Geeinigt  haben wir uns schließlich auf eine Sehhilfe, die wir uns idealerweise  vorgestellt haben als eine Brille mit integrierter Kamera, die dem  Nutzer Text im Bildbereich vorliest. Über ein paar Bedienelemente soll  sich die Lautstärke regulieren, das Vorlesen pausieren lassen, et  cetera. Der nächste Schritt war also einen Business-Plan aufzustellen.  Wir haben untersucht, wie groß der Markt für ein solches Produkt ist,  wieviel Zeit und Geld es kosten würde einen Prototypen zu entwickeln und  inwiefern wir bereits existierende Software-Projekte nutzen können und  rechtlich dürfen.</p>
<p>Die Zielgruppe der Sehbehinderten umfasst  allein in Deutschland schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen, weltweit  sogar mehr als 160 Millionen. Nach &#8220;vorsichtigen&#8221; Rechnungen würden wir  mit einem guten Produkt innerhalb von fünf Jahren einen Reingewinn von  20 Millionen Euro einfahren können &#8211; und das nach einem sehr guten  Gehalt. Beim Verkaufspreis des Geräts gehen wir davon aus, dass es von  den Krankenkassen Zuschüsse gibt.</p>
<p>Genügend Motivation sollte das  sein. Doch wie genau soll das Ganze funktionieren? Es gibt bereits  Software, die aus Bildern Text erkennen kann. Der ein oder andere kennt  dies vielleicht als Stichwort OCR von Scanner-Software. Darüber hinaus  gibt es Software, die Text vorlesen kann. Doch ganz so leicht wie diese  hintereinander zu stecken ist es dann doch nicht. Denn vor allem OCR  funktioniert scheinbar nur unter besten Bedingungen &#8211; und selbst dann,  zum Beispiel beim Scannen eines Textes, geschehen erstaunlich viele  merkwürdige Dinge. Um Abhilfe zu schaffen setzen wir auf zwei  Strategien: Einerseits versuchen wir durch möglichst geschickte  Bildvorverarbeitung die Bedingungen zum richtigen Erkennen der Worte zu  verbessern, andererseits versuchen wir mit Hilfe eines Wörterbuches  falsch erkannte Worte zu erkennen.</p>
<p>Die OCR-Software scheint alles  als Text interpretieren zu wollen. Auf einem gescannten Brief mag dies  Sinn machen. Für ein Foto, auf dem neben einem Schild mit etwas Text  noch alles mögliche andere zu sehen ist, stellt dies ein großes Problem  dar. Unsere Bildvorverarbeitung zielt darauf ab, Text von Nicht-Text zu  trennen und den Text deutlich vom Hintergrund abzuheben. Perspektivische  Verzerrungen, wie sie bei Scans nicht auftreten, wohl aber bei Fotos,  sind ein weiteres Problem.</p>
<p>Bei der Hardware gab es auch ein paar  Fragen zu klären. Für die Berechnungen fiel die Wahl schließlich auf ein  Netbook, also einen kleinen Mini-Laptop. Die Bedienung läuft über eine  umprogrammierte Wii-Mote. Die Kamera wird nun wohl doch eher  handgehalten werden als brillenmontiert.</p>
<p>Es ist also insgesamt noch ein weiter Weg. Von dieser Idee fehlen  zu einer fertigen Technologie noch einige Details für die Umsetzung.  Die technischen Möglichkeiten dazu existieren allerdings und eine  Vorlesebrille könnte es in nicht allzu ferner Zukunft geben. Vielleicht  gehören zu den Lesern des Studentenpacks ja schon bald Sehbehinderte.</p>
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