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	<title>StudentenPACK. &#187; Auslandsaufenthalt</title>
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	<description>Das Magazin der Studenten an der Uni Lübeck</description>
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		<title>Auf nach Afrika!</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 08:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Annika Munko</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandsaufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Namibia]]></category>
		<category><![CDATA[Partneruni]]></category>

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		<description><![CDATA[Wem ein Auslandsaufenthalt in Europa, den USA oder China zu unspektakulär ist, der kann künftig auch nach Namibia gehen, um [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-12928" title="5" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/5-645x206.jpg" alt="" width="645" height="206" /><span class="media-credit">Laura Jürgens</span></div><p class="wp-caption-text">Antilopen in Namibia.</p></div><br />
Wem ein Auslandsaufenthalt in Europa, den USA oder China zu unspektakulär ist, der kann künftig auch nach Namibia gehen, um dort Praktika zu absolvieren – zumindest, wenn er Medizin studiert und das Physikum bereits in der Tasche hat.</p>
<p>Aber warum gerade Namibia? Namibia, etwa 13 Flugstunden entfernt im Südwesten Afrikas gelegen, ist eine ehemalige deutsche Kolonie. Dadurch ist das Land eng mit der deutschen Geschichte verbunden, was sich unter anderem in der Namensgebung von Dörfern und Straßen widerspiegelt – bis zur Unabhängigkeit im Jahr 1990 gab es beispielsweise eine Kaiser-Wilhelm-Straße. Bis heute ist die deutsche Sprache in Namibia nicht ausgestorben. Dieses „Deutschtum“ ist noch immer präsent und macht Namibia besonders interessant.</p>
<p>Der Aufbau einer Partnerschaft zur University of Namibia in der Hauptstadt Windhoek war trotz dieser historisch vorhandenen Verbindung beider Länder eher ein Zufall: Vor zwei Jahren war das Forschungszentrum Borstel im Rahmen seiner Untersuchungen zu Tuberkulose und auch zur Ko-Infektion mit dem HI-Virus auf der Suche nach einem Partner in einem Land, in dem diese Krankheiten nicht so selten auftreten wie in Deutschland. Andere Länder wie beispielsweise England hatten diese Partnerschaften schon über frühere Kolonialbeziehungen geknüpft, sodass viele Länder bereits in derartige Projekte eingebunden waren. Auf Namibia traf das nicht zu: Zu diesem Zeitpunkt war, obwohl Tuberkulose eine der am häufigsten zum Tode führenden Krankheiten war, die Forschung auf diesem Gebiet in Namibia praktisch nicht existent, wie Prof. Dr. Lange von der Laborgruppe Klinische Infektiologie berichtet. Ins gleiche Jahr fiel die Gründung der Medizinischen Fakultät an der University of Namibia, zu deren Dekan über einige Ecken schnell persönlich Verbindung aufgenommen wurde. Das Interesse an einer Kooperation war rasch geweckt und jetzt haben wir sie, unsere Partneruniversität in Namibia.<br />
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-12931" title="3" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/05/3-645x483.jpg" alt="" width="645" height="483" /><span class="media-credit">Christoph Lange</span></div><p class="wp-caption-text">Begrüßung der Erstsemester an der UNAM School of Medicine 2011.</p></div><br />
Profitieren tun von dieser sich noch immer im Aufbau befindenden Partnerschaft alle Beteiligten: Die University of Namibia mit der angegliederten Klinik, weil die Medizinische Fakultät sich beim Aufbau und der Verbesserung ihrer Lehre an unserem Curriculum orientieren und auch ihre praktischen Ausbildungsmodule an unsere Skills Labs anlehnen kann, unsere Uni sowie das eng mit ihr zusammenarbeitende Forschungszentrum Borstel, weil nun im Rahmen des Schwerpunkts zur Entzündungs- und Infektionsforschung in größerem Umfang an Tuberkulose und einer Ko-Infektion mit HIV geforscht werden kann und – last but not least – wir Studenten, weil wir die Möglichkeit haben, PJ-Tertiale und Famulaturen in Windhoek zu absolvieren und dabei einen einzigartigen Blick über den Tellerrand zu werfen. Auch das Schreiben einer Doktorarbeit ist für Studenten, die eher an einer Forschungstätigkeit interessiert sind, in Namibia möglich.</p>
<p>In den letzten Jahren machten sich durchschnittlich fünf Lübecker Studenten auf eigene Faust auf nach Windhoek, um im Katutura State Hospital praktische Erfahrungen zu sammeln, ab diesem Jahr gibt es ein Auswahlverfahren von der Universität und auch finanzielle Unterstützung (1.000€) für die Afrikareisenden. Ein guter Start der Forschungs- und Austausch-Partnerschaft ist mit den dafür eingeworbenen 300.000€ auf jeden Fall gesichert. In Zukunft soll laut Prof. Dr. Westermann das Austauschprogramm dann dahingehend ausgeweitet werden, dass es bald nicht mehr nur Studenten, sondern auch Lehrende und Post-Docs einbezieht, zudem wird die Bandbreite der Fachbereiche, in denen gut betreute PJ-Tertiale möglich sind, von der Inneren Medizin ausgehend erweitert.</p>
<p>Wem jetzt das Fernweh zu schaffen macht, dem kann ich nur raten, sich auf der Homepage unserer Uni bis zu den Erfahrungsberichten aus Windhoek durchzuklicken (&#8211;&gt; International Office &#8211;&gt; Partneruniversitäten) – und vielleicht bist du schon der nächste, der einen schreiben könnte!</p>
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		<title>Im Land wo Milch und Honig fließen</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 22:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Himmelsbach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandsaufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Famulatur]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[UHU]]></category>

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		<description><![CDATA[„Herzlich willkommen, schön dass Sie da sind!“, sind die ersten Worte, die ich vom Pförtner zu hören bekomme, als ich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Herzlich willkommen, schön dass Sie da sind!“, sind die ersten Worte, die ich vom Pförtner zu hören bekomme, als ich ihm sage, dass ich Praktikantin bin und zum Studierendensekretariat der Chirurgie möchte. Und diesen Satz werde ich in den folgenden Tagen noch einige Male hören. Herzlich willkommen sind alle fünf Neuen, die sich am Morgen des 1. März vor dem Studierendensekretariat der Klinik 1 des Universitätsspitals in Basel einfinden. Drei Famulanten und zwei PJ-ler treten ihren Dienst an diesem Tag an. Alle gleichzeitig, denn die Praktika gehen hier obligat vom Monatsersten bis zum Monatsletzten. Dafür bekommt man aber im Vorfeld nicht nur Post mit allen wichtigen Infos – wie etwa, dass man einen MRSA-Abstrich und einen Hepatitis-B-Titer vorweisen muss und wo man wohnen kann – sondern auch eine wirklich umfassende Einführung am Eintrittstag. Auf welcher Station bin ich? Wo bekomme ich meine Dienstkleidung her? Wer ist für Fragen zuständig? All diese Dinge werden ausführlich geklärt. Zudem wird der Badge ausgehändigt, die obligate Zugangskarte zu OP-Trakt und Mittagessen.</p>
<p>Dann geht es auf Station 6.1, die Viszeralchirurgie. Ein Schweizer Unterassistent – das PJ-Äquivalent, dem zwei weitere Theoriesemestern folgen – und ich haben den gleichen Weg. Erstmal platzen wir in die laufende Oberarzt-Visite hinein, doch das ist kein Problem. Nach jedem Zimmer kommt ein weiterer Mensch im Kittel auf uns zu, gibt uns die Hand, stellt sich vor und heißt uns willkommen. Schnell sind wir mit den Oberärzten per Du und fühlen uns gleich als Teil des Teams.</p>
<p><strong>Ein Land, vier Sprachen</strong></p>
<p>Noch während der Visite beginne ich, den leitenden Oberarzt für seine Sprachbegabung zu bewundern: Vor der Tür spricht er ein reines, klares Hochdeutsch, am Patientenbett breitestes Berndeutsch – alternativ ein flüssiges Französisch oder ein der schweizerischen Betonung angepasstes Italienisch. Die Schweiz ist mit ihren vier Amtssprachen – Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch – sowieso sehr vielfältig. Dazu kommt, dass Basel, das direkt an Deutschland und Frankreich grenzt, eine Stadt ist, die von großen, internationalen Pharmaunternehmen geprägt wurde. Entsprechend arbeiten hier Menschen aus aller Welt und das spiegelt sich natürlich auch bei den Patienten wieder.</p>
<p>Die Faszination der sprachlichen Fähigkeiten anderer weicht jedoch schnell dem Schrecken, als nach der Visite ein französischer Patient aufgenommen werden muss. Französisch hatte ich zwar noch im Abi, habe es aber seither nicht mehr wesentlich gebraucht und schon gar nicht, um Patienten aufzunehmen. Also schnell das Wörterbuch im Assistenzarztbüro bemüht, die wichtigsten Begriffe notiert und rein ins kalte Wasser. Mit Händen, Füßen, einigen in den Raum geworfenen lateinischen Fachbegriffen und ein paar deutschen Wortbrocken des Patienten gelingt es dann doch: Der Patient erzählt seine Krankengeschichte und als wir später über seine Stuhlgewohnheiten fachsimpeln macht sich ein gutes Gefühl breit: Das mit den Fremdsprachen geht doch irgendwie. Und so ist es schon ein paar Tage später gar kein Problem, einen amerikanischen Biologie-Professor aufzunehmen, der Schwierigkeiten mit „Fred“, seinem künstlichen Darmausgang, hat.</p>
<p>Die Sprachbarriere wird die meisten deutschen Studenten in der Schweiz dennoch irgendwie begleiten. Denn der Schweizer als solcher ist stolz auf seinen Dialekt. Und während in Deutschland oft die Überzeugung kursiert, nur noch Bauern sprächen nicht nach der Schrift, ist es hier durchaus gängig, dass auch unter Akademikern Schweizerdeutsch gesprochen wird. Für mich, die ich in der Nähe der Grenze aufgewachsen bin, ein geringeres Problem. Doch da die Schweiz als Paradies für medizinisches Fachpersonal gilt, ist man auch mit dem Schriftdeutsch nicht alleine: Fünf von sechs Assistenzärzten in der Viszeralchirurgie sind Deutsche, die sechste stammt aus Brasilien. Doch auch die Eingeborenen bemühen sich in aller Regel, sich verständlich auszudrücken und wenn man dann die gängigsten Fehler vermeidet – den Dialekt zu sprechen, wenn man ihn nicht beherrscht, sich über die Sprache lustig zu machen oder sie niedlich zu finden oder davon auszugehen, dass die Dialekt-Sprechenden dumm sind – kann man eigentlich kaum etwas falsch machen. Die paar wichtigen Vokabeln lernt man dann auch so: Aufnahmen heißen hier Eintritte, der „Zustand nach“ wird zum „Status nach“, mit „Bäähsedde“ ist im OP die Pinzette gemeint und mit „Dubferli“ der kleine Tupfer. Und wem das „Grüezi“ zur Begrüßung nicht so recht über die Lippen kommen will, der kann auch mit einem freundlichen „Morgä“ – der Basler als solcher rollt übrigens das R – den Raum betreten.</p>
<p><strong>Kaffee und andere Annehmlichkeiten</strong></p>
<p>Wichtig ist dann nur noch die „Schale“, wenn man in der Cafeteria eine Tasse Kaffee bestellen will. Die Cafeteria sehen wir im Übrigen verhältnismäßig oft. Das „z’Nüüni“, die Schweizer Tradition, um 9 Uhr morgens ein zweites Frühstück einzunehmen, wird leicht modifiziert und an den Krankenhausalltag angepasst: Immer, wenn es auf der Station oder im OP nicht gerade brennt, wird nach der Frühbesprechung erst einmal ein Kaffee getrunken. Eine schöne Möglichkeit, um nicht nur mit den Assistenzärzten ins Gespräch zu kommen</p>
<p>Doch hat der Alltag in Basel noch die eine oder andere weitere Annehmlichkeit zu bieten. Hier beginnt der Tag nämlich nicht, wie in Deutschland üblich, mit unzähligen Blutabnahmen. Dafür und für das Legen von Braunülen ist das Pflegepersonal zuständig. Allgemein hat hier das nicht-ärztliche Personal deutlich mehr Kompetenzen: Im OP dürfen die Pfleger auch schon mal den Patienten waschen und die sterilen Tücher kleben und die Anästhesiepfleger sind bei längeren Routineeingriffen mitunter alleine im OP. Zudem ist die Personaldichte sehr hoch: Eine Schwester hat vier bis sechs, in Ausnahmesituationen acht Patienten, dazu kommen Schüler, Pflegeassistenten und Sitzwachen und im OP gibt es Personal, das sich ausschließlich mit der Lagerung des Patienten vor und nach der Operation beschäftigt. Den Ärzten wird so nicht nur Arbeit abgenommen, sondern auch vieles erleichtert, schon allein dadurch, dass die zuständige Schwester immer griffbereit ist und sich nicht noch um zwölf andere Patienten kümmern muss. Und wenn einer der beiden Stationsärzte doch in den OP muss, ist zumeist noch ein zusätzlicher Assistent da, der sich um den Ablauf kümmern kann.</p>
<p>Was bleibt, ist viel Zeit für den Patienten. Bei der Visite werden die Fragen ausführlich beantwortet, die Aufklärungsgespräche sind recht umfangreich. In der Schweiz wird übrigens noch nach der tatsächlichen Leistung abgerechnet. So kann es schon mal vorkommen, dass der Arzt die Visite mit den Worten beendet: „Von unserer Seite könnten Sie morgen nach Hause gehen – wenn Sie sich soweit fühlen.“ Während in Deutschland oft halbkurierte Patienten vor die Tür gesetzt werden, darf in der Schweiz jeder bleiben, bis er sich subjektiv fit genug fühlt, bis die Anschlussbehandlung garantiert ist oder bis jemand die Zeit hat, um den Patienten abzuholen. Interessant ist dabei auch das Versicherungssystem. Hier werden drei Klassen unterschieden. Die 3. Klasse deckt den Basisbedarf ab: Bett, Arzt, Pflege – jedoch nur in dem Kanton, wo man seinen Hauptwohnsitz hat. Wer im Krankenhaus seiner Wahl behandelt werden will, braucht eine Zusatz- oder eine 2.-Klass-Versicherung, die einem auch das Liegen in einem 2-Bett-Zimmer ermöglicht. Wer es gern luxuriös mag, sollte jedoch die 1. Klasse wählen: Einzelzimmer, Chefarztbetreuung und Hotelleriebetrieb mit Wahlmenü, Schränken aus echtem Holz und Flachbildfernseher an der Wand – in Basel kommt der Blick aus dem 7. Stock über die Altstadt dazu.</p>
<p>Doch nicht nur für Patienten bleibt viel Zeit. In Basel wird der Status „akademisches Lehrkrankenhaus“ durchaus Ernst genommen und so bleibt während des Monats, den ich dort verbringe, keine Frage unbeantwortet.</p>
<p><strong>Richtig rapportieren lernen</strong></p>
<p>Die Aufgabe der UHUs, den Unterassistenten, zu denen ich als Famulantin auch gezählt werde, ist – neben der Assistenz bei Operationen – die Aufnahme der Patienten und deren Vorstellung beim Mittagsrapport. Das beinhaltet jedoch nicht nur, wie in den meisten Blockpraktika, die kurze Anamnese und körperliche Untersuchung. Bevor man ins Zimmer geht, sollte man die Krankengeschichte bereits aufgearbeitet haben: Sprechstundenberichte, Arztbriefe, alte Entlassbriefe, Röntgenbilder, Gastrobefunde, Laborergebnisse. All das sollte im besten Fall schon in einen logischen Zusammenhang gebracht werden, bevor man den Patienten das erste Mal zu Gesicht bekommt. In den meisten Fällen hat man dann Zeit für eine wirklich ausführliche Anamnese, lernt so die Patienten auch richtig kennen und kann sie oft schon gut einschätzen.</p>
<p>Der mittägliche Rapport dient dann tatsächlich nur dem Informationsaustausch. Kein einziges Mal werden wir ins Kreuzverhör genommen oder gar vor den Patienten bloßgestellt. Wenn Daten fehlten, haben sich die diensthöheren Ärzte auch durchaus selbst an den Rechner gesetzt und nachgeschlagen. Und wenn fachliche Fragen gestellt werden, dann nicht um unser Wissen zu prüfen, sondern, um uns etwas beizubringen: Auf die Antwort „Das weiß ich leider nicht“ folgt meist eine freundliche, lehrreiche Erklärung.</p>
<p><strong>Der OP-Trakt: Eine eigenständige Stadt</strong></p>
<p>Ähnlich friedlich geht es im OP zu. Wenn der Patient nicht gerade wild am Bluten ist, ist jede Frage willkommen. Auch interessieren sich die meisten Ärzte über das Fachliche hinaus für die Person, mit der sie am Tisch stehen. So entwickelte sich manches nette Gespräch. Fehler kann man dabei kaum machen. Wenn der Haken an der falschen Stelle hält oder die Kamera bei minimalinvasiven Eingriffen wieder den Horizont verliert, wird einem zwar das Gerät aus der Hand genommen, nachdem es wieder auf der richtigen Spur ist, bekommt man es jedoch zurück. Zudem habe ich mich nie nur als Hilfsmittel gefühlt: Wenn meine Aufgabe mit einer unbequemen Haltung verbunden war – einmal musste ich über eine Stunde lang eine überdimensionierte Brust halten, wobei meine Finger ohne mein Zutun noch als Widerlager für die Haken dienten – haben die Operateure in regelmäßigen Abständen nachgefragt, ob alles OK sei, wie lange ich noch halten könne, ob ich Gefahr laufe, bald umzufallen. So etwas war ich bis dato nicht gewohnt!</p>
<p>Lediglich das OP-Ende unterscheidet sich nicht von Deutschland: Nähen oder Tackern dürfen in Basel auch die Unterassistenten. Es sei denn, es handelt sich um einen 1.-Klass-Patient: Hier operieren ausschließlich Chef- und leitende Ärzte, bis einschließlich zur Naht. Genäht wird in Basel übrigens nach Allgöwer, denn dieser Chirurg war hier jahrelang tätig. Der Allgöwer-Rückstich ist die Naht, die im Nahtkurs nach dem Donati-Rückstich kurz erwähnt, aber nie geübt wird. Daher war es anfangs etwas ungewohnt. Doch wie so oft wurde dann alles noch einmal im Detail erklärt und bald beherrschte auch ich die Naht.</p>
<p>Der OP-Trakt in Basel ist übrigens gigantisch! Das ganze Haus ist schon riesig. Und als ich das erste Mal über das Unterassistententelefon für den OP angefordert wurde, habe ich mich natürlich gleich verlaufen. Das Personal der HNO-Abteilung war allerdings so nett, mich wieder auf den rechten Weg zu bringen, und so habe ich es doch in die Umkleide geschafft. Den Weg zum Saal musste ich mir dennoch erklären lassen, der OP-Trakt erstreckt sich nämlich über vier Ebenen: Die Säle sind in den beiden unteren, zwölf an der Zahl und wirklich sauber, schön und groß – und auf dem neusten Stand der Technik! Und für alle, die vorher noch nie assistiert haben, gibt es eigens für Unterassistenten und andere Praktikanten zu Beginn des Monats eine ausführliche Einführung mit Waschkurs. Hier wird wirklich an alles gedacht.</p>
<p><strong>Kritik bleibt nur wenig</strong></p>
<p>Natürlich ist nicht alles nur gülden im Unispital Basel. Natürlich wird der Ton mit laufender OP-Dauer und steigendem Blutverlust knapper und rauer. Natürlich müssen hier die OP-Schwestern zunächst ihr Revier verteidigen, bevor sie handzahm werden. Und vor allem hat man eins: Lange Arbeitszeiten! In den gängigen Verträgen für Ärzte stehen 50 Wochenarbeitsstunden, was auch gerne auf Unterassistenten übertragen wird. Eine PJ-lerin einer anderen Abteilung beklagte sich während eines Gesprächs, dass sie vor lauter Arbeit und Diensten überhaupt keine Chance habe, das praktisch Erlebte auch theoretisch nachzuarbeiten oder sich sonst wie auf ihr Staatsexamen vorzubereiten. Wenigstens wird die Arbeit entlohnt: Während man in Deutschland für einen feuchten Händedruck schuftet, bekommt man – zumindest als PJ-ler, in Basel leider nicht als Famulant – in eigentlich allen Häusern der Schweiz mindestens 900 Schweizer Franken (CHF), was etwa 650 Euro entspricht. Wer allerdings nicht das Glück hat, wie ich bei der Familie unterzukommen, gibt dieses Geld mehr oder weniger komplett für die Lebenshaltungskosten aus. Das Zimmer, das man über die Klinik beziehen kann, kostet über 500 Franken und auch das Essen ist nicht gerade günstig. Ein normales Mittagessen (Hauptmenü, kein Nachtisch, keine Getränke) in der Kantine kostet 8,40 CHF, ein belegtes Brötchen in der Spital-Cafeteria um die 7 CHF, was immerhin rund 5 Euro entspricht – dafür bekommt man dann aber auch Hasenrückenfilet, Nudelauflauf mit echtem Schafskäse oder Straußenfleisch. Doch auch das Nachtleben in der Schweiz ist ordentlich teuer.</p>
<p><strong>Tolle Stadt, tolles Umfeld</strong></p>
<p>Dennoch lohnt es sich, mehr zu sehen als nur Klinik und Wohnheim. Basel wurde, wie eigentlich alle Schweizer Städte, im 2. Weltkrieg nicht zerstört und hat deswegen eine unglaublich schöne Altstadt mit Fachwerkhäusern, großen Plätzen, schönen Kirchen und lauschigen Gässchen. Wer zur Ruhe kommen will, kann sich an die Rheinpromenade setzen oder sich im wirklich schönen Botanischen Garten eine Parkbank suchen. Auch an Kultur ist diese Stadt sehr reich: Es gibt ein großes und viele kleine sehenswerte Theater- und Konzerthäuser, es gibt eine ganze Straße mit Kinos, Museen für jeden Geschmack – von Kunst über Cartoons und Puppenhäuser bis zu Naturwissenschaft und Geschichte – und auch der Basler Zoo mit seinen großzügigen Freigehegen ist einen Sonntagsausflug wert. Zudem liegt Basel geographisch einwandfrei: Andere Städte wie Zürich, Luzern oder Bern sind gut zu erreichen. Wer am Wochenende Ski fahren, klettern oder wandern will hat es nicht weit zu den Alpen. Auch die französischen Städte Colmar oder Mulhouse und der französische Jura sind gerade um die Ecke und wen es doch nach Deutschland zieht, der kann Freiburg besuchen, an den Bodensee fahren oder die Landschaft von Schwarzwald und Kaiserstuhl durchstreifen.</p>
<p>Der Einstieg ins Wochenende wird übrigens mitunter schon auf Station versüßt und zwar mit einem TGIF. Die Abkürzung steht für „Thank God it&#8217;s Friday“ und sieht vor, dass derjenige, der eine Operation zum ersten Mal gemacht hat – was meist die Assistenten trifft – oder dem eine außergewöhnliche Operation zugeteilt wurde – hier kommen auch die diensthöheren Ärzte in Betracht – freitags einen „Apéro“ ausgibt. Aufgabe der Unterassistenten ist es, die Brote, den Lachs, den Käse, Knabbereien und andere Feinheiten, einschließlich einiger Flaschen Wein, zu besorgen und den Tisch zu decken. Und dann kommen alle zusammen, sitzen um den großen Tisch im Aufenthaltsraum und haben gemeinsam eine gute Zeit.<br />
Das TGIF ist nur einer der vielen wirklich schönen Momente in Basel. Die gute Atmosphäre und das entspannte Arbeiten entschädigen durchaus für die langen Arbeitstage. Und wenn ich mir demnächst Gedanken um einen PJ-Platz mache, steht die Schweiz doch nach wie vor sehr weit oben in meiner Wunschliste!</p>
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		<title>Doktorarbeit in den USA – Aufwand, der sich lohnt</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jan 2011 11:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elisabeth Niemeyer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandsaufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Doktorarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Spätestens nach dem Physikum beginnen die meisten Medizinstudenten, sich den einen oder anderen Gedanken über das Thema Doktorarbeit zu machen. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_106005" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-106005" title="harvard" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/02/harvard-645x373.png" alt="" width="645" height="373" /><span class="media-credit">Thomas Dinh</span></div><p class="wp-caption-text">Der erste Blick auf die Harvard-Medical-School.</p></div>Spätestens nach dem Physikum beginnen die meisten Medizinstudenten, sich den einen oder anderen Gedanken über das Thema Doktorarbeit zu machen. Meist werden Doktorarbeiten um das 7. Semester herum begonnen, um dann möglichst vor dem PJ den Hauptteil der Arbeit hinter sich zu haben. Möchte man die Doktorarbeit im Ausland durchführen, sollte mindestens 1 Jahr vor dem geplanten Start der Arbeit mit der Organisation begonnen werden. Die Entscheidung sollte allerdings gut überlegt sein.</p>
<h3>Nachteile</h3>
<p>Wenn eine wissenschaftliche Arbeit in den USA geplant ist, sieht man sich zunächst mit einem enormen organisatorischen Aufwand konfrontiert. Die Doktorandenstelle muss besorgt werden, das Visum genehmigt, die Kurse an der Heimatuni koordiniert werden. Aber auch viel „Kleinkram“ (zum Beispiel Wohnung in den USA, was passiert mit der Wohnung zu Hause?) kann eine Menge Nerven kosten. Außerdem kommt auch eine finanzielle Herausforderung auf die Doktoranden zu, zusätzlich zu Flug- und Visumskosten muss natürlich auch der Lebensunterhalt in den USA gewährleistet sein. Je nach Stadt können die Mieten selbst für das kleinste WG-Zimmer ein Vielfaches der Mieten in Deutschland betragen, Lebensmittel und Freizeitaktivitäten kommen hinzu. Abgesehen davon „verliert“ man natürlich ein bis zwei Semester, was zu weiteren Problemen hinsichtlich der Finanzierung führen kann.</p>
<h3>Vorteile</h3>
<p>Die Durchführung der Doktorarbeit in den USA hat in den meisten Arbeitsgruppen (stark abhängig von der Uni!) zahlreiche wissenschaftliche Vorteile. Zum Einen sind viele Forschergruppen in den USA federführend auf ihrem Gebiet, sodass ein Einblick in echte cutting-edge Forschung und Technologien ermöglicht wird. Durch die hohe Produktivität der Labore sind Veröffentlichungen (und damit die Chance, selbst auch auf dem Paper zu stehen) meist schneller und in besseren Journals möglich. Zum Anderen stehen oft weitaus mehr Forschungsgelder zur Verfügung, sodass auch kostspielige Experimente mit wenig bürokratischem Aufwand selbstständig durchgeführt werden können. Die Arbeit findet meist in einem internationalen Team statt, Kontakte, die während der Zeit im Ausland geknüpft werden, sind sehr nützlich auch wenn man nach dem Studium nicht in der Forschung arbeiten möchte. Im Vergleich zu deutschen Unikliniken hat das Arbeitsklima einen guten Ruf, flache Hierarchien und kollegiales Verhalten sind die Regel (obwohl das natürlich von Labor zu Labor verschieden ist). Quasi nebenbei wird das fachspezifische Englisch erlernt, und auch im Lebenslauf ist eine Arbeit im Ausland natürlich ein Pluspunkt. Der eigene Horizont erweitert sich aber auch persönlich, man guckt mal über den Tellerrand, entwickelt neue Interessen und profitiert in vielerlei Hinsicht von den gemachten Erfahrungen.</p>
<h3>Wie bekomme ich einen Platz?</h3>
<p>Die Entscheidung steht, aber wie bekommt man einen Platz in den begehrten Arbeitsgruppen? Es gibt im Prinzip zwei Möglichkeiten: man kann sich an der Heimatuni einen Doktorvater suchen, der Arbeiten ins Ausland vermittelt. Dafür sollte man auf Internet (Homepage der Klinik) und Doktorandenbörse zurückgreifen, oft hört man von derartigen Angeboten auch über Kommilitonen und in den Vorlesungen. In den ersten Gesprächen mit dem Doktorvater werden die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit geklärt. Wichtig ist neben der „Kooperativität“ und „Betreuungsfähigkeit“ des Doktorvaters selbstverständlich auch das Thema. Selbst ein Forschungsaufenthalt an der besten Uni der Welt kann danebengehen, wenn man mit der Fragestellung der Arbeitsgruppe nichts anfangen kann.</p>
<p>Andererseits kann man sich auch im Internet zuerst ein Labor aussuchen und anschreiben, und mit der Zusage in der Tasche auf die Suche nach einem Doktorvater an der Heimatuni gehen. Oft freuen sich Dozenten über die Eigeninitiative des Studenten, noch dazu kostet ein Doktorand im Ausland den Doktorvater ja kaum Geld (Materialkosten und so weiter entfallen). Dann sollten natürlich das Fachgebiet des Doktorvaters und das des auserkorenen Labors einigermaßen übereinstimmen. Bei der Suche nach geeigneten Arbeitsgruppen im Ausland gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte. Generell gilt: in kleinen Arbeitsgruppen ist die Betreuung meist eng, allerdings die (technologischen und finanziellen) Möglichkeiten eingeschränkt. Große Labore haben meist ein größeres Methodenspektrum und allgemein mehr laufende Projekte. Die Betreuung durch den Professor ist aber in aller Regel weniger begleitend sondern eher beratend, die Arbeit erfolgt selbstständiger. Zum anderen ist es nützlich, sich die Liste der Veröffentlichungen des Labors etwas genauer anzuschauen: in welchem Abstand und in welchen Journals erscheinen sie, wer steht an welcher Stelle auf der Autorenliste (beansprucht der Chef zum Beispiel die erste oder zweite Stelle grundsätzlich für sich? Dürfen auch Studenten mit aufs Paper?). Wichtige Hinweise können natürlich auch Erfahrungsberichte von Vorgängern geben. Auch hier gilt natürlich: man sollte sich genau über die Projekte des Labors und die Arbeitsmethoden informieren (Tierversuche?), so kann man unliebsame Überraschungen vermeiden.</p>
<p>Abgesehen davon vermitteln viele Stiftungen (zum Beispiel Studienstiftung des deutschen Volkes) auch Doktorarbeiten im Ausland, sollte man also Stipendiat sein, ist die Organisation noch deutlich einfacher.</p>
<div id="attachment_106007" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-106007" title="boston" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/02/boston-645x423.png" alt="" width="645" height="423" /><span class="media-credit">Thomas Dinh</span></div><p class="wp-caption-text">Skyline von Boston.</p></div>
<h3>Welche Kosten kommen auf mich zu und wie finanziere ich das?</h3>
<p>Wie schon erwähnt sind Miete und Lebenshaltungskosten in den USA generell höher. Über den Daumen gepeilt sind um die 1000 Dollar pro Monat eine realistische Berechnungsgrundlage. Hinzu kommt der Flug und die Kosten für das Visum, die sich aus der Visakategorie ergeben, mindestens aber 180 Dollar für die sogenannte SEVIS-Gebühr.</p>
<p>Finanzielle Förderung kann man an verschiedenen Stellen beantragen. Gute Grundlage bietet die DAAD-Stipendiendatenbank, auch die Begabtenförderungswerke (parteinahe Stiftungen etc.) vergeben Promotionsstipendien. Bei der Bewerbung um finanzielle Förderung werden meist ein englischsprachiger Lebenslauf, ein Letter of Motivation und ein detaillierter Arbeitsplan verlangt. Die Förderung muss Monate im Voraus beantragt werden, das ist mit den typischen Verzögerungen bei der Planung oft schwer möglich. Mit ein bisschen Glück kann man auch vom Doktorvater finanziell unterstützt werden, zumindest die Flugkosten werden meist übernommen.</p>
<p>Da man sich ja von der Uni Lübeck für die Zeit im Ausland beurlauben lässt, wird auch kein Bafög mehr gezahlt. Würde man sich in den USA an der amerikanischen Uni immatrikulieren, könnte man sich zwar um Auslandsbafög bewerben, allerdings lohnt sich das bei den hohen Studiengebühren der amerikanischen Unis nicht.</p>
<h3>Visum</h3>
<p>Nur selten wird der Aufenthalt mit einem Visum der Kategorie B gestattet, meist ist das sog. J1-Visum (Praktikantenvisum) erforderlich. Insbesondere für die Vergabe des J1 Visums gelten strenge Regeln, es müssen zahlreiche Dokumente vorgelegt werden. So muss z.B. die finanzielle Absicherung des Studenten nachgewiesen werden und die „Praktikumsstelle“ (in diesem Fall die amerikanische Universität) ein anerkannter Visa-Sponsor sein. Zudem wird für alle Nicht-Touristenvisa für die USA ein persönlicher Gesprächstermin in der Botschaft in Berlin fällig. Auf einen Termin muss man meist mehrere Wochen warten, daher sollte genügend Zeit eingeplant werden.</p>
<h3>Krankenversicherung/Impfungen</h3>
<p>Bei der Einreise mit einem Praktikantenvisum wird man meist automatisch durch die vermittelnde Organisation krankenversichert. Ansonsten muss man eine Auslandskrankenversicherung abschließen, Arztkosten in den USA sind geradezu lächerlich hoch. Da der Arbeitgeber meist das örtliche Krankenhaus ist (wenn auch nur im Forschungstrakt gearbeitet wird), müssen alle gängigen Impfungen nachgewiesen werden (alle auch von der STIKO empfohlen), hierzu ist ein internationaler Impfausweis praktisch. Zusätzlich wird oft ein Tuberculintest jüngeren Datums verlangt, so hat dann das Übungs-gepiekse im Mibi-Kurs doch noch seinen Sinn. Bei Unsicherheit: Reisemedizin und Impfsprechstunde, Institut für Transfusionsmedizin, Haus31.</p>
<div class="article-infobox">
<h3>Nützliche Links</h3>
<p>– http://www.medidiss.de/diss/finanzen.html#Anchor-stip – http://www.daad.de/stipendien/de/index.de.html<br />
Visum<br />
– http://usa.fh-hannover.de/praktik7.htm – http://germany.usembassy.gov/visa/<br />
<strong>Bescheinigungen und weitergehende Beratung</strong><br />
– Internationales Büro im Studierenden Service Center, Ansprechpartnerin: Bernadette Sagel Sprechstunde: Montag &#8211; Freitag 9 &#8211; 12 Uhr Telefon : +49 (0)451 500 3012 E-mail: sagel@zuv.uni-luebeck.de<br />
– Fachschaft Medizin, AG bvmd Austausch</p>
</div>
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		<title>Internationales Flair auf dem Campus</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 09:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronny Bergmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandsaufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt heute immer mehr Möglichkeiten, das eigene Studium um einen Auslandsaufenthalt zu ergänzen. Etwa über das ERASMUS-Programm des Auslandsdienstes [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt heute immer mehr Möglichkeiten, das eigene Studium um einen Auslandsaufenthalt zu ergänzen. Etwa über das ERASMUS-Programm des Auslandsdienstes der EU mit verschiedensten Partneruniversitäten, bietet sich häufig an, ein bis zwei Semester oder ein Praktikum im Ausland, vielleicht sogar die Promotion, dort zu verbringen. Das Gleiche gilt natürlich auch auf umgekehrtem Wege: So wie dieses Semester über 50 Studenten aus Lübeck in die weite Welt reisen, kommen auch viele internationale Studenten nach Lübeck, darunter einige Doktoranden, aber auch Studenten, die hier ihr Studium, sei es das Bachelor-, Master- oder Medizinstudium, absolvieren. Zu den 40 Erasmus-Partneruniversitäten gibt es zusätzlich fünf direkte Verträge mit Universitäten. Mögliche Ziele sind dabei Bergen (Norwegen), Tartu (Estland), Czernivzi (Ukraine), Hangzhou (China), aber auch eine neue Partneruniversität in den USA, nämlich Albuquerque, New Mexico. Eine andere Möglichkeit, im Ausland zu studieren, sind die Stipendien des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).</p>
<p>Ist es für Studenten in ihrem Auslandssemester wichtig, neben der Universität vor allem auch das Gastland, die dortige Kultur und Menschen kennenzulernen, so ist es für einen längeren Aufenthalt wie die Promotion ebenso wichtig, Kontakte zu knüpfen.</p>
<p>Zentraler Anlaufpunkt sowohl für Studenten, die ein Auslandssemester in oder von Lübeck aus machen wollen, ist das Akademische Auslandsamt, auf englisch das International Office. Im letzten Wintersemester begann dort die Planung regelmäßiger Veranstaltungen, die nicht nur die internationalen Studierenden einander näher, sondern auch Kontakt zu den hiesigen Studenten bringen sollen. Neben dem kulturellen Austausch bietet sich auch die Chance, eine neue Sprache zu lernen und selbst Anregungen für Auslandsaufenthalte in sonst eher unbekannten Ländern zu bekommen.</p>
<p>Zu den Aktivitäten im letzten Jahr gehörten ein internationales Buffet, bei dem jeder ein- geladen war, etwas Typisches aus seinem Heimatland zu dem netten Abend im Partykeller des internationalen Studentenwohnheims mitzubringen. Außerdem wurden Ausflüge nach Hamburg, Dresden oder zum Hochseilgarten in Travemünde unternommen. Besonders aufgefallen sein dürfte das multinationale Team „Lübeck kämpft für seine Uni!“ beim Drachenbootrennen, das einen der Hauptläufe gewann.</p>
<p>Es gibt seit einem Jahr einen wöchentlichen Stammtisch für internationale Studenten, zu dem alle herzlich eingeladen sind. Mit ein wenig wechselnder Teilnahme in den Semesterferien findet der Stammtisch seit Anfang August donnerstags ab 20:00 Uhr in der Colestreet Bar in der Beckergrube statt.</p>
<p>Dieses Semester gibt es zwei studentische Hilfskräfte im International Office, die sich um die Betreuung von internationalen Studierenden und Doktoranden kümmern. Dazu gibt es auch dieses Jahr wieder einige Veranstaltungen, an denen natürlich jeder teilnehmen kann.</p>
<p>Während das letzte Semester bereits viele Bekanntschaften unter den internationalen Universitätsmitgliedern geschaffen hat, ist es schön zu sehen, dass inzwischen auch mehr deutsche Teilnehmer bei den Events zu sehen sind. Für die Werbung fehlt der Universität vielleicht noch ein zentraler Terminkalender, über den man sich auch gemeinsam koordinieren kann. Daher ist von einigen Studenten der Grad School eine Plattform für gemeinsame Veranstaltungen und Diskussionen unter www.luebecksocial.com eingerichtet worden. Neben der eigenen Homepage gibt das International Office auch hier seine Veranstaltungen bekannt.</p>
<p>Ein Auslandsaufenthalt ist für einen Studenten eine wichtige Erfahrung, aber auch die Studenten, die er kennenlernt, können davon viel lernen.</p>
<div class="article-infobox">
<h3>Info-Box</h3>
<p>International Office (Montag–Freitag, 9–12 Uhr) www.uni-luebeck.de/studium/internationaloffice.php</p>
<p>Bernadette Sagel<br />
Email: sagel@zuv.uni-luebeck.de</p>
<p>Deutscher Akademischer Austauschdienst www.daad.de</p>
</div>
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		<title>„Wir sind nichts Besonderes, hatten nur viel Glück&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 09:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrea Kauertz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandsaufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Burkina Faso]]></category>
		<category><![CDATA[Famulatur]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; Auserwählte kriegen halt das größte Kuchenstück“. So singt Heinz Rudolph Kunze in seinem Lied „Aller Herren Länder“ und er [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; Auserwählte kriegen halt das größte Kuchenstück“. So singt Heinz Rudolph Kunze in seinem Lied „Aller Herren Länder“ und er hat Recht – das fiel mir in meinen sechs Wochen in Burkina Faso, das im Herzen Westafrikas liegt, mehr als einmal auf. Zuerst und am deutlichsten, als ich ein 15-jähriges Dienstmädchen aus einem Dorf mit für mich unaussprechlichen Namen, zwei Stunden Fußmarsch von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt, kennen lernte. Ihren Eltern ging das Geld aus und sie konnte deshalb nur zwei Jahre die Schule besuchen. Seitdem arbeitete sie auf dem Feld und jetzt als Dienstmädchen in Ouagadougou bei der Familie, bei der ich die sechs Wochen wohnen darf. Sie putzt jeden Tag, geht einkaufen auf dem Markt und bereitet das Essen zu. Wenn sie nichts zu tun hat, dann schaut sie am liebsten südamerikanische oder indische Serien mit den schönen Namen wie „Maria“ oder „Annas zwei Gesichter“, in denen es immer höchst dramatisch zugeht; unser „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ist emotionslos dagegen.</p>
<div id="attachment_108298" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-108298" title="DIGITAL CAMERA" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/03/KrankenhausBF-645x483.jpg" alt="" width="645" height="483" /><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/kauertz/">Andrea Kauertz</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Centre Hospitalier Universitaire Pédiatrique Charles de Gaulle, Ouagadougou</p></div>
<h3>Heißer Empfang</h3>
<p>Begonnen hat mein Aufenthalt Mitte Februar. Direkt als ich aus dem Flugzeug ausstieg, schlug mir die Hitze wie eine Wand entgegen. März und April sind die heißesten Monate in Burkina Faso, wo das Thermometer tagsüber gerne bis auf 45°C klettert. Gut, bei meiner Ankunft um kurz nach 21 Uhr waren es nur noch etwas über 30 Grad, also vergleichsweise angenehm. Nachdem ich mein Gepäck in Empfang genommen hatte, traute ich mich raus und traf zu meiner Überraschung niemanden, der mich abholen wollte. Wie ich später erfuhr, hatte es da ein Missverständnis gegeben: Meine Gastfamilie erwartete mich erst einen Tag später. So kam ich direkt mit den ersten Burkinabé (so nennen sich die Einheimischen) in Kontakt. Sie waren allesamt Taxifahrer und sehr bemüht mich zu überzeugen, dass sie mich gerne überall dorthin fahren würden, wohin ich wollte. Das Problem war nur: Ich hatte nicht einmal eine Adresse. Nach zwei Stunden, einem Telefongespräch und meinem ersten abgelehnten Heiratsantrag kam dann endlich Arsène, um mich abzuholen. Er hatte in seiner Studentenzeit eine kleine Organisation gegründet, die Frauen in Burkina Faso hauptsächlich über Malaria, aber auch über HIV/AIDS aufklärt und einige dazu ausbildet, ihrerseits wieder andere Frauen aufzuklären. 2005 traf er eine deutsche Medizinstudentin, die ihm vorschlug, eine Kooperation mit dem bvmd (Bundesvertretung der Medizinstudenten in Deutschland e.V.) einzugehen und so deutschen Studenten die Möglichkeit zu geben, Burkina Faso, „Action vie pour tous“ (so heißt die Organisation) und den Krankenhausalltag vor Ort näher kennen zu lernen. Leider fanden während meines Aufenthalts keine Aufklärungsaktionen statt, weil die Mitglieder von „Action vie pour tous“ gerade beruflich sehr eingespannt und die meisten gar nicht im Land waren.</p>
<h3>In einer anderen (medizinischen) Welt</h3>
<p>So nutzte ich die Zeit für Famulaturen (Praktikum während des Medizinstudiums) und verbrachte erst einmal zwei Wochen in einem kleineren Krankenhaus. Als Weiße ist man natürlich immer eine Attraktion. Manchmal ist das angenehm, etwa, wenn die ohnehin schon offenen und freundlichen Menschen noch freundlicher werden und sich darum kümmern, dass ich möglichst viel sehen und machen kann. In deutschen Krankenhäusern wird man als Student schon mal übersehen, hier bemühten sich alle darum, mich zu integrieren. In der Notaufnahme, die eher einer größeren Allgemeinarztpraxis glich, war ich bei Konsultationen dabei; es ging hier meist um Infektionen wie Malaria oder Meningitis. Da es nicht genug Ärzte gibt, werden die Konsultationen von Krankenschwestern und Pflegern durchgeführt, die auch die nötigen Zusatzuntersuchen anordnen und Medikamente verschreiben. Jeder Patient muss sich sein gesamtes Verbrauchsmaterial, also Medikamente, Spritzen oder Handschuhe, in der Apotheke des Krankenhauses besorgen, das heißt: selbst bezahlen. Eine Art Krankenversicherung gibt es wohl, die besitzen aber nur wenige Menschen. Wenn jemand stationär aufgenommen wird, so bekommt er oder sie eine Pritsche in einem mit mindestens sechs Personen belegten Zimmer zugeteilt und ist dann, was die Pflege und Verpflegung angeht, auf die Unterstützung seiner Angehörigen angewiesen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Menschen hier etwas robuster sind, also auch dementsprechend miteinander umgehen: Als eine Schwangere im Kreißsaal aufgrund von Wehenschmerzen nach einem Kaiserschnitt fragte, lachten die Hebammen sie fast aus und sagten: „Das tut nun einmal so weh.“</p>
<p>Auch im Kinderkrankenhaus der Uni, wo ich weitere 2 Wochen Praktikum machte, war die Ausstattung der Patientenzimmer mit Betten und jeweils einem Schrank eher dürftig im Gegensatz zu dem, was ich von Deutschland gewohnt war. Auch hier bekam ich meistens Malaria, Meningitis, unterernährte oder ausgetrocknete Kinder zu sehen. Mit den burkinischen Studenten bereitete ich die kleinen Patienten jeden Morgen auf die Visite vor. Das heißt: einmal komplett untersuchen und nach Beschwerden fragen. Das Medizinstudium ist in Burkina Faso wie in Frankreich aufgebaut (Burkina war bis zur Unabhängigkeit 1960 französische Kolonie), was bedeutet, dass die Studenten ab dem 3. Jahr jeden Vormittag auf Station verbringen. Dort haben sie feste Aufgaben, wie etwa das Vorbereiten der Visite, und werden auch vielmehr dazu angehalten, praktisch tätig zu sein. So soll jeder Medizinstudent im 4. Jahr dort mindestens fünf Lumbalpunktionen während der Zeit in der Kinderklink durchführen. Ebenso gehört das Absolvieren von Nachtdiensten zum Pflichtprogramm. Bei einem, wohlgemerkt sehr ruhigen, war ich auch dabei.</p>
<h3>Studentenproteste und ein beliebter Staatsmann</h3>
<p>Auch in Burkina Faso sind die Studenten des Öfteren und zu Recht unzufrieden mit den Studienbedingungen. Überfüllte Hörsäle und schlechte Unterkünfte treiben sie zu Protesten an. Im Jahr 2000 war Arsène auch dabei und erzählt, dass damals alles mit der Erschießung eines Journalisten begonnen hat. Daraufhin machten die Studenten ihrem Unmut mit Protesten Luft; Arsène selbst wurde für drei Tage sogar inhaftiert.</p>
<p><div id="attachment_108300" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-108300" title="DIGITAL CAMERA" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/03/GrabBF-645x483.jpg" alt="" width="645" height="483" /><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/kauertz/">Andrea Kauertz</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Letzte Ruhestätte von Thomas Sankara</p></div>Auch wenn das gut zu dem Bild passt, das wir überwiegend von afrikanischen Staaten haben bzw. vermittelt bekommen: Kriege, Proteste und Gewalt sind nur die halbe Wahrheit und eigentlich sogar weniger als das. Ein strahlender Beweis dafür ist Thomas Sankara, der 1983 mit 33 Jahren Staatschef wurde, und so viele und vor allem gute Veränderungen angestoßen hat, wie ich es selten von einem Staatsmann gehört habe. Er startete Impfkampagnen, initiierte Wiederaufforstungsprogramme, kürzte allen Regierungsmitarbeitern das Gehalt und ersetzte sämtliche Mercedes-Benz, die als Dienstwagen fungierten, durch Renault-5-Modelle. Er stärkte die Rolle der Frau in der Gesellschaft: So wurde der Internationale Tag der Frau am 8. März von ihm zum Feiertag in Burkina Faso ernannt. Dennoch machte Thomas Sankara sich vor allem mit seinen Anti-Korruptionsplänen viele Feinde. Schließlich wurde er 1987 von seinem ehemaligen Revolutionsmitstreiter Blaise Compaoré auf offener Straße erschossen. Dieser ist seitdem Präsident des Landes.</p>
<h3>Freundliche Heiratswillige</h3>
<p>Armut ist allgegenwärtig. Nur 40% der Bewohner Ouagadougous haben überhaupt Zugang zu Strom, der Rest hat also auch keinen Kühlschrank, keinen Fernseher, keine Ventilatoren. Auf der Straße sieht man viele Kinder und junge Menschen, die Früchte verkaufen, schwere Wasserbehälter hinter sich herziehen oder in kleinen Geschäften arbeiten. Auf der anderen Seite geben die Burkinabé sorgfältig auf ihre Kleidung Acht – sie fungiert als eine Art Statussymbol. Da kann es schon einmal sein, dass ein Mann auf dem Dorf im Hemd und mit gebügelter Hose aus einer Lehmhütte herauskommt. Die Frauen tragen Kleider aus bunten Stoffen, die beim Schneider nach Maß angefertigt werden. Und sie sind wirklich freundlicher als die Menschen in Deutschland. Jedes Mal, wenn ich eine Straße entlangging, wurde ich von vielen Menschen freundlich gegrüßt. „Nàsáará“, was soviel wie Weißer oder Europäer heißt, war somit das erste Wort Mooré, das ich gelernt habe. Mooré ist eine der lokalen Sprachen, die in Burkina Faso neben Französisch als Amtssprache gesprochen werden. Vielleicht rührte die überbordende Freundlichkeit auch daher, dass ich eben eine Nàsáará bin – meine zahlreichen Heiratsanträge (ich glaube es waren 6 oder 7) burkinischer Männer ganz sicher. Eine weiße Frau wird manchmal noch als eine Art Schlüssel zum Paradies angesehen, die ihren Gatten mit ins Gelobte Land Europa oder USA nimmt, wo er fortan frei von Sorgen leben kann. Dabei war aber nie jemand aufdringlich, mein „Nein“ wurde nach einigen Minuten Gespräch immer lächelnd akzeptiert. Der interessanteste Antrag kam vom Großvater meiner Gastmutter Alima, der meinte, ich könne doch seine 3. Frau werden. Da ich ungefähr so groß bin wie er, würde das gut passen, wie er fand. So charmant und verheißungsvoll ich das Angebot auch fand, letztendlich lehnte ich auch dieses ab.<br />
In meiner Freizeit kümmerten sich meine Gasteltern gut um mich, nahmen mich oft zu Besuchen bei Freunden oder der Familie mit, machten Ausflüge mit mir und manchmal beobachtete ich auch einfach nur vor dem Haus sitzend das afrikanische Leben. Meistens dann, wenn der Strom ausgefallen war, was eigentlich jeden Tag für ca. drei Stunden der Fall war.</p>
<h3>Umdenken</h3>
<p>Insgesamt habe ich sehr profitiert von meinem Aufenthalt in Burkina Faso. Auch wenn ich sowohl die Hitze als auch den Kulturschock von vornherein unterschätzt habe, konnte ich sehr viele Eindrücke sammeln von einem Land mit interessanten und netten Menschen, die ich bestimmt noch einmal besuchen werde.</p>
<p>Trotzdem bin ich kuriert von dem drängen- den Wunsch, später als Ärztin in einem armen Land zu arbeiten, um kleinen, schwarzen Kindern zu helfen. Nicht, dass die Arbeit nicht sinnvoll wäre und es nicht viele Menschen in der Welt gäbe, die insbesondere medizinische Hilfe dringend benötigten. Ich hatte aber den Eindruck, dass sich die Menschen in den Ländern, in denen humanitäre Projekte laufen, sehr gut selbst helfen können – und es noch besser könnten, wenn die reichen Länder sie von ihrem Tropf freilassen würden.</p>
<p>Wie so oft ist aber auch das nur ein Teil der Wahrheit.</p>
<div class="article-infobox">
<h3>Informationen</h3>
<p>Amtssprache: Französisch Hauptstadt: Ouagadougou Einwohnerzahl: 13.730.258 (Zensus 2006) Unabhängigkeit: 5. August 1960 (von Frankreich)</p>
</div>
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		<title>Hej, Hej fra København</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 22:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carlo Huber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandsaufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Praktisches Jahr]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Ein Hauch weißer Schneedecke, zugiger Meereswind über den gefrorenen Seebuchten, puschelige Wachsoldaten rund um die Schlösser und der Duft [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<div id="attachment_155" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Untitled-1-826x1024.jpg" rel="shadowbox[sbpost-46];player=img;"><img class="size-medium wp-image-155   " title="Arbeitsgruppe der WHO in Kopenhagen. Foto: Carlo Huber" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/02/Ohne-Titel.jpg" alt="" width="600" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Arbeitsgruppe der WHO in Kopenhagen. Foto: Carlo Huber</p></div>
<p>Ein Hauch weißer Schneedecke, zugiger Meereswind über den gefrorenen Seebuchten, puschelige Wachsoldaten rund um die Schlösser und der Duft und das Flair der schönsten Metropole Nordeuropas: Dies zeichnet das winterliche Kopenhagen, die Hauptstadt Dänemarks, in diesen Januartagen aus. Die Stadt liegt zwar nicht wie Istanbul auf zwei verschiedenen Kontinenten, aber auf zwei verschiedenen, von der eiszeitlichen Grundmoränenlandschaft geformten Inseln: Sjælland und Amager. Was mich in diesen Prototyp einer europäischen Stadt führt, ist nicht eine Famulatur oder ein PJ-Tertial, wie einige andere Lübecker Medizinstudenten vor und nach mir, sondern das europäische Hauptquartier der Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO. Mit gut 500  Mitarbeitern in Kopenhagen und vielen weiteren Büros in zahlreichen europäischen Städten sowie ihrer weltweiten Repräsentanz in fast allen Ländern ist  die WHO die wichtigste Organisation, die sich mit dem Wesen und den praktischen Implikationen von Krankheit und Gesundheit in Praxis, Theorie  und Politik beschäftigt. Geleitet wird sie von einem wahnsinnig wichtigen, ehemaligen französischen Gesundheitspolitiker (wie bei Franzosen üblich mit schicker, solariumgebräunter Assistentin), dem man Gerüchten zufolge bei der Amtsübergabe aus Mangel an Schlüsseln (hier funktioniert alles mit  Karten) symbolisch den Toilettenschlüssel übergeben haben soll. Aufgrund seines offensichtlich gelebten Bewusstseins für das <em>savoir-vivre</em> ist er auf jeden Fall ein supernetter Chef für seine Mitarbeiter.</p>
<p>Damit komme ich auch schon zu der am häufigsten gestellten Frage: Wie kommt  man als Medizinstudent auf die Idee, so ein Praktikum zu machen und sich damit der beschwerlichen Organisation von Unterkunft und Umzug  bis hin zur Bibliothekskarte auszusetzen? Zunächst einmal hat es mich interessiert,  in relativ kurzer Zeit Einblick zu gewinnen in ein komplexeres Organisationswesen als das eines Krankenhauses. Auch wenn die meisten Medizinstudenten natürlich dem medizinischen Lebensweg verhaftet bleiben, kann es doch passieren, dass man einmal außerhalb der typischen medizinischen Institutionen landet und sich dann unter anderen Rahmenbedingungen wiederfindet. Dies ist meine persönliche Motivation für das Praktikum, denn ausschließlich Krankenhaus oder Praxis kann ich mir für mich nicht vorstellen. Zusätzlich habe ich gelernt, Organisation  nebenbei zu erledigen &#8211; für mich DIE wichtigste Aufgabe neben dem  Studium. Und was man kennt und gesehen hat, bleibt einem immer im Hinterkopf &#8211; und wird abgeheftet als Lebenserfahrung.</p>
<p>In vielerlei Hinsicht ähnelt die WHO einem modernen Unternehmen: Die Atmosphäre ist sehr international, die meisten sprechen akzentfrei Englisch (außer dem französischen Direktor &#8230; natürlich), viele haben  in gefühlten 25 verschiedenen Ländern gelebt und unter den Jüngeren scheine ich der einzige zu sein, der kein Auslandsjahr gemacht und seitdem Freunde in Ost-Timbuktistan hat.  Hauptthematik sind natürlich vor allem Budgets, Projekte, Verträge und so weiter, häufig verknüpft mit  interessanten Auslandsaufenthalten.</p>
<p>Wie bei jedem großen Unternehmen gehören Tratsch und persönliche Nettig- und -Nichtso-Nettigkeiten zum farbigen  Alltagsgeschäft. Wichtigster Termin des Tages ist für alle Interns (Kurzbezeichnung für Praktikanten) das Mittagessen, wo es einen eigenen großen Intern-Stammtisch gibt. Dort treffen sich die Praktikanten aller  Abteilungen, es werden Neuigkeiten ausgetauscht und zum Kaffeeklatsch  eine Stunde nach der Mittagspause verabredet.</p>
<p>Die Zusammensetzung der Interns ist interessant: Es gibt einige Deutsche und Franzosen, die immer so etwas wie Public Health oder Krankenhausmanagement studieren. Und dann sind da noch Interns aus aller  Herren Länder, die in Dänemark oder Schweden (die bekannten Universitätsstädte Malmö und Lund liegen praktisch gegenüber von Kopenhagen) so lustige Sachen wie den Bachelor für Zahnheilkunde studieren. Es ist  eine illustre Runde, bei der ich ausreichend Gelegenheit habe, mein englisches Vokabular auf nichtmedizinisch und -wissenschaftlichem Gebiet auszuweiten (wie beschreibt man die „Landung“ einer Ente auf einer dänischen Fensterscheibe?).</p>
<p>Meine Abteilung bei der WHO ist CDS (communicable diseases unit), es geht also um übertragbare Krankheiten. Ich darf sehr selbständig Aufgaben  übernehmen und bearbeiten. Zur Zeit bschäftige ich mich vor allem mit  Hepatitis und schreibe einen zusammenfassenden Bericht über die Prävalenz von Hepatitis B und C in zentralasiatischen Mitgliedsstaaten.</p>
<p>Neben der Arbeit in dem modernen Gebäudekomplex der WHO gibt es in Kopenhagen selbst sehr viel zu sehen. Die Hauptstadt  zentriert Kultur, WIrtschaft und Soziales aus allen Bereichen Dänemarks  mit stark internationaler Prägung. Ich habe nach längerer Suche  glücklicherweise ein Zimmer direkt in der Stadt gefunden habe, das nur  fünf Minuten von dem  königlichen Schloss Amalienburg und dem Zentralplatz Kopenhagens, <em>„Kongens Nytorv“</em> , entfernt ist. Die langen, verzweigten Einkaufsgassen mit ihrer unglaublichen Diversität an kleinen Geschäften, Boutiquen und Cafés, der Bahnhof, die Universität und die verschiedenen Kirchen  liegen im kleinen Innenstadtring nahe beieinander. Die Oper gehört zu den schönsten der Welt (die Norweger haben aus Neid sofort eine neue gebaut und als Anerkennung exklusiv das Dekolleté von Frau Merkel dazubekommen). Und wie in Amsterdam dominieren  Fahrradfahrer das Straßenbild und verstärken Kopenhagens Bild einer  fortschrittlichen Weltstadt.</p>
<p>Wenn man in eine Großstadt kommt, so nimmt man immer sehr viele neue Eindrücke wahr; man sieht und erlebt Dinge, über die man lacht, weint, nachdenkt oder sich amüsiert. Mir haben mein Aufenthalt in  Dänemark, die Dänen und ihre <em>hovedstadt</em> wunderbar gefallen und  zum Abschluss möchte ich nur noch eine wichtige Erkenntnis mit euch  teilen: Trotz nordischer Schönheit, wahren Stärke und dichter Bewaldung  können dänische Polizisten nicht als weihnachtliche Nordmanntanne  gezüchtet werden.</p>
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