<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>StudentenPACK. &#187; Ausflug</title>
	<atom:link href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/category/campus/ausflug/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.studentenpack.uni-luebeck.de</link>
	<description>Das Magazin der Studenten an der Uni Lübeck</description>
	<lastBuildDate>Tue, 21 May 2013 22:28:41 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5.1</generator>
		<item>
		<title>Gefiederte Produktionsstätten</title>
		<link>http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/02/gefiederte-produktionsstatten/</link>
		<comments>http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/02/gefiederte-produktionsstatten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 13:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StudentenPACK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausflug]]></category>
		<category><![CDATA[Hühnerzucht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/?p=2416</guid>
		<description><![CDATA[Fröhlich pickend rennt ein Huhn durchs hohe Gras, friedlich liegen drei Eier im Stroh. Die Verpackungen, die Werbebroschüren und das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2417" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-2417" title="DSCN5132" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/DSCN5132-645x430.jpg" alt="" width="645" height="430" /><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/salzenberg/">Matthias Salzenberg</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">So leben Legehennen. Freilandhaltung?</p></div>
<p>Fröhlich pickend rennt ein Huhn durchs hohe Gras, friedlich liegen  drei Eier im Stroh. Die Verpackungen, die Werbebroschüren und das  Vokabular versprechen dem Konsumenten eine schöne heile Welt. Das  Käfighuhn hat sich von seinen Fesseln befreit und stolziert  selbstbestimmt über saftigen Grund und Boden. Die Ernährung besteht  selbstverständlich ausschließlich aus gesundem (Voll-)Korn. So möchte  die Industrie es uns glauben lassen und so möchten wir es glauben. Doch  was steckt wirklich hinter Boden-, Freiland-, und Biohaltung? Elf  Studenten aller Semester und Studiengänge machten sich auf den Weg zum  Hornbrooker Hof, bei Bad Segeberg, um sich mutig ins Getümmel eines  industrialisierten Massentierhaltungsstalles zu werfen.</p>
<p>Hauptdarsteller, neben dem gefiederten Vieh, ist der Betreiber  des Hofes, Hans-Peter Goldnick, der nach einem kurzen Ausflug in die  Finanzbranche und nach einigen Jahren Großstadtleben in Hamburg zurück  aufs Land zog, um den Hof von seinem Großvater zu übernehmen. Im Gepäck  hatte er eine große Portion Unternehmergeist, die er dazu nutzte, den  alten Hof in eine moderne Produktionsstätte umzubauen. Fortan tummelten  sich statt einigen Hofhühnern zig Tausende Legehennen in seinen Ställen,  eine Verpackungsanlage wurde angeschafft und ein weitverzweigtes  Vertriebsnetzwerk aufgebaut. Heute beliefert Herr Goldnick kleine und  große Supermärkte wie z.B. EDEKA und ist einer der größten  Eierproduzenten in Schleswig-Holstein.</p>
<p>Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es schnell ans  Eingemachte. Was sind denn jetzt die Unterschiede der verschiedenen  Haltungsformen, wollten die Studenten wissen. Herr Goldnick winkte  heftig mit der Hand und führte uns in einen Stall. Im Vorraum, wo eine  Mitarbeiterin Eier von einem Laufband nahm und sortierte, bekam jeder  einen blauen Ganzkörperanzug und dann ging es ab zu den Hennen.  Aufgeregt gackernd liefen sie hin und her und behielten uns, die  Invasion der blauen Marsmännchen, skeptisch, aber auch interessiert, im  Auge. Das also war Bodenhaltung: 10.000 Hühner flattern, gackern und  laufen auf drei Ebenen (Volieren) um uns herum. Das Futter läuft  fortwährend auf einem Förderband herein und die fertigen Eier laufen auf  einem anderen Förderband heraus. Damit die Eier auch immer schön auf  dem Förderband landen, sind die Böden in Richtung Mitte leicht  abschüssig. Lediglich der unterste Boden muss von Hand abgesammelt  werden. Jedoch führen bauliche Maßnahmen dazu, z.B. fehlende Nester,  dass sich die Hennen viel lieber auf den oberen Etagen zum Eierlegen  niederlassen und nur wenige Eier manuell eingesammelt werden müssen.  Nichts wird dem Zufall überlassen, rund um die Uhr läuft die  Maschinerie: eine echte Eierproduktionsstätte! Auf der einen Seite  kommen die Materialien herein, die Arbeiterinnen setzen das Produkt mit  ihrer Körperkraft zusammen und auf der anderen Seite läuft das fertige  Produkt hinaus. Designer erforschen die Wünsche der Kunden und bauen die  Produktionsstätten entsprechend um. Damit die Eierschale schön hart  wird, wird dem Futter Muschelkalk zugefügt. Für ein dunkelgelbes Eigelb  nehmen die Hühner Beta-Carotin über das Futter zu sich. Und für eine  schön weiße Eierschale werden Hühner gezüchtet, die weniger Pigment  produzieren. Gibt es Probleme, wie z.B. Krankheiten, werden Antibiotika  dem Trinkwasser beigemengt. Allerdings geht auch hier nichts ohne  Rezept. Der Betriebs(tier)arzt muss das entsprechende Medikament  anordnen, ansonsten drohen empfindliche Strafen. Zu guter Letzt erklärte  uns Herr Goldnick, „etwas Schwund ist immer“ und deutet auf eine tote  Henne, die am Boden des Stalls liegt. Pro Tag stirbt aus den  unterschiedlichsten Gründen ein Henne, fährt er fort.</p>
<p>Als Herr Goldnick eine Tür öffnete, dachten wir schon, er wolle  uns jetzt die Freilandhaltung zeigen. Allerdings war dies ein großer  Trugschluss. Denn, wie er uns erklärte, heißt Freilandhaltung  keinesfalls, dass die Hennen glücklich draußen durchs Gras rennen,  sondern lediglich, dass der Volieren-Stall, den wir gerade verlassen  haben, mit einem kleinen Außenbereich verbunden sein muss, der per  Gesetz circa 10 Prozent der Hennen fassen sollte. Da Hennen eine klare  Hierarchie und Hackordnung haben, gibt es keinen großen Austausch  zwischen drinnen und draußen und die meisten Eier aus Freilandhaltung  haben in ihrem Leben noch nie einen Schluck frische Luft geatmet.</p>
<p>Nun gut, es ist nicht alles so, wie es scheint, dachten wir uns,  aber es gibt ja noch das gute Bio-Ei von glücklichen Hühner. Doch auch  diese Illusion sollte zerstört werden, denn auch die Bio-Hühner werden  auf genau die gleiche Art wie die „90 Prozent drinnen – 10 Prozent  Freilandhühner“ gehalten. Der einzige Unterschied ist lediglich, dass  das Futter der Bio-Ei-Hennen biologisch angebaut worden sein muss. Ein  schwacher Trost: Ein Bio-Ei hat sein Leben lang wenigstens Vollkornbrot  und nicht das ungesunde Weißbrot mit den vielen Zusatzstoffen gegessen.</p>
<div id="attachment_2419" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-2419" title="DSCN5128" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/02/DSCN5128-645x430.jpg" alt="" width="645" height="430" /><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/salzenberg/">Matthias Salzenberg</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Die Arbeit der Hühner ist getan, jetzt wird verpackt</p></div>
<p>Nachdem wir uns einen guten Überblick verschafft hatten, lud uns  Herr Goldnick zu einem Brunch ein. Es gab Eiersalat, viel Mayonnaise,  lose Eier, frische Eier, Wachtel-Eier, Bio-Eier, Freilandeier und –  natürlich – Bodeneier. Die schmecken ihm einfach am besten, erklärte uns  Herr Goldnick und biss in sein präpariertes Brot.</p>
<p>Mit vollem Magen setzten wir uns zur Rückfahrt in den übergroßen  Bus, der noch reichlich Platz für die vielen Gedanken hatte, die durch  das Gesehene entstanden waren. So ein vollgepackter Stall ist einerseits  schon gewöhnungsbedürftig, andererseits, wer Horrorbilder, wie zu  Zeiten der Käfighaltung (seit 2010 in Deutschland verboten) erwartet  hatte, der wurde glücklicherweise enttäuscht. Vielmehr muss man sagen,  dass Freilandhaltung nicht wirklich viel mit Freiland zu tun hat und  Bio-Haltung nicht viel mit Bio. Soll unser Sonntags-Ei also wirklich von  freilaufenden, glücklichen Hühnern und nicht von gefiederten  Produktionsstätten stammen, führt kein Weg an dem Bauernhof des  Vertrauens vorbei.</p>
<p>Da alle Teilnehmer den Besuch der Hühnerfarm als gewinnbringend  und interessant empfunden haben, soll es auch im kommenden Semester  wieder eine Exkursion geben. Dieses Mal möchte das Referat für Kultur,  Umwelt und Sport (KUS) des AStA einen Milchviehbetrieb ansteuern, um  sich über die Hintergründe und Produktion des weißen Goldes zu  informieren. Für alle, die Lust haben mitzufahren, heißt es, Augen und  Ohren offenhalten, es wird rechtzeitig darüber informiert und dafür  geworben werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/02/gefiederte-produktionsstatten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
