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	<title>StudentenPACK. &#187; Demokratie</title>
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	<description>Das Magazin der Studenten an der Uni Lübeck</description>
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		<title>„Ich habe Rückgrat bewiesen“</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 07:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Ruge</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Jost de Jager]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>

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		<description><![CDATA[StudentenPACK: Am Anfang möchte ich den Lesern Jost de Jager als Mensch näher bringen, insofern die Frage: Was hat Sie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8902" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px">&nbsp;</p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><img class="size-medium wp-image-8902" title="4727627090_d52c90caba_o" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/4727627090_d52c90caba_o-645x428.jpg" alt="" width="645" height="428" /></span><span class="media-credit-dd">Thorsten Biet</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><p class="wp-caption-text">„Ich habe Rückgrat bewiesen, auch zu schweren Entscheidungen zu stehen.“ Im Sommer 2010 stand Jost de Jager zu einer der schwersten Entscheidungen.</p></div>
<p><strong>StudentenPACK:</strong> Am Anfang möchte ich den Lesern Jost de Jager als Mensch näher bringen, insofern die Frage: Was hat Sie zur Politik gebracht?</p>
<p><strong>Jost de Jager:</strong> Ich komme aus einer sehr politischen  Familie, bei uns wurde immer viel diskutiert. Ich bin dann auf dem  Gymnasium schnell Schülersprecher geworden. Es hat mich gereizt,  Verantwortung für andere zu übernehmen und sich für eine Sache zu  engagieren.</p>
<p><strong>PACK:</strong> 1981, da müssten Sie, wenn ich mich nicht verrechnet  habe, in der 9. Klasse gewesen sein, sind Sie der Jungen Union  beigetreten. Hatten Sie damals schon vor, Politiker zu werden?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Nein, ich habe da keinen strikten Plan verfolgt. Ich wollte mich engagieren, Politik war schon früh mein Hobby.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Der Anfang der 80er war ja eine Zeit, in der viele  Jugendliche sich politisch ganz anders orientiert haben. Protest gegen  Pershing-Stationierung, die Anti-Atom-Bewegung. War die Junge Union für  Sie ein Protest gegen den Protest?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Es war in der Tat eine sehr politische Zeit, das  hat mich schon bewegt. Der Union habe ich mich zugehörig gefühlt, weil  ich mich den christlichen Grundsätzen verbunden fühle.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Im Laufe ihrer Karriere sind Sie Schleswig-Holstein  immer treu geblieben, erst im Kreisverband, dann im Landtag und zuletzt  als Staatssekretär und als Minister. Hat es Sie nie nach Berlin gezogen?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Nein. Ich gehöre nach Schleswig-Holstein. Ich  fühle mich sehr wohl in der Landespolitik, da man viel dichter an den  Themen dran ist. Man ist auch unmittelbarer mit den Auswirkungen seiner  Politik konfrontiert. Ich liebe Schleswig-Holstein, hier ist meine  Heimat. Ich möchte das Land gestalten und voranbringen.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Jetzt soll es also das Ministerpräsidentenamt werden und das ja eher aus Zufall. Warum sind Sie der Richtige für das Amt?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Ich habe bereits bewiesen, dass ich  Verantwortung übernehmen kann. Ich war Staatssekretär, jetzt Minister.  Ich habe Rückgrat bewiesen, auch zu schweren Entscheidungen zu stehen.  Ich bin ehrlich bei meinen Aussagen – ich beschönige nichts. In Zeiten  wie diesen brauchen wir keine blumigen Wahlversprechen, jeder weiß, wie  es um unser Land steht.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Sie haben in der Welt gesagt: &#8220;Wir brauchen einen  Koalitionspartner, der zweistellig ist.&#8221; Das heißt also, die große  Koalition ist das klare Ziel der CDU?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Wir wollen stärkste Kraft bei der nächsten  Landtagswahl werden. Das ist mein Ziel. Ohne die CDU soll eine  Regierungsbildung nicht möglich sein. Nach der Wahl wird man sehen,  welche Konstellationen möglich sind. Dann muss man Gespräche mit den  möglichen Koalitionspartnern suchen und ausloten, mit welcher Partei es  die größten Schnittmengen gibt.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Oder ist das bereits ein Angebot an die Grünen?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Viele Themen sind in Bezug auf die Grünen  einfacher geworden. So zum Beispiel die Energiepolitik. Hier erkennen  die Grünen an, dass wir als Landesregierung in diesem Bereich viel  geleistet haben. Und auch in der Finanzpolitik gibt es gewisse  Übereinstimmungen. Es gibt jedoch auch zentrale Themen, bei denen wir  noch weit auseinanderliegen. So lehnen die Grünen von uns geplante  Verkehrsprojekte ab wie zum Beispiel den Ausbaus der A 20 und den Bau  der Fehmarnbelt-Querung.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Ihr aktueller Koalitionspartner wird über solche Aussagen sicher nicht erfreut gewesen sein, oder?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Wunschkoalitionspartner von uns bleibt immer  noch die FDP. Derzeit befinden wir uns in unserer Wunschkoalition.  Unsere Regierung hat gute Arbeit geleistet. Diese Arbeit würden wir  gerne noch fortsetzen. Wir gehen jedoch nicht mit einer  Koalitionsaussage in diesen Wahlkampf hinein, sondern werben für die  eigene Stärke. Unser Wahlziel ist es, die mit Abstand stärkste Kraft zu  werden.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Beim Lesen der Wahlprogramme von CDU und FDP fällt  ein Thema auf, bei dem die beiden Parteien besonders weit auseinander  liegen: die Vorratsdatenspeicherung. Wie könnte eine Einigung in einer  zukünftigen Koalition aussehen, wenn es eine solche denn geben sollte?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Sicherheit der Bürger und demokratische  Freiheitsrechte stehen grundsätzlich nicht im Widerspruch. Zur  effektiven Gefahrenabwehr ist es erforderlich, dass Polizei und der  Verfassungsschutz personell wirksam ausgestattet sind und auch die  notwendigen rechtlichen Instrumente zur Verfügung stehen.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Reden wir über andere Punkte im Wahlprogram: Wie  keine andere Partei betont die CDU die Notwendigkeit zu sparen, dennoch  ist sie die einzige Partei die bei allen großen Infrastrukturprojekten  für die Weiterführung ist: Die verschiedenen Flughafenprojekte (wie zum  Beispiel in Lübeck) die Autobahnen, die Fehmarn-Belt-Querung, die  Elbquerung, Kohlekraftwerke, der Nord-Ostsee-Kanal. Wie passt das  zusammen?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Solide Finanzen sind elementar wichtig für die  Zukunftsfähigkeit eines Landes. Aber Haushaltskonsolidierung ist ja  nicht gleichbedeutend mit einem Ausgabenstopp. Es geht darum, unser Land  zukunftsfähig aufzustellen. Dazu gehört eine gute und gesunde  Infrastruktur als Basis für starkes wirtschaftliches Wachstum.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Für den größten Arbeitgeber in Schleswig-Holstein,  das UKSH, setzt ihre Partei auf ein Modell, bei dem die Gebäude von  privaten Investoren übernommen werden, während die Gesundheitsversorgung  in öffentlicher Hand bleibt. Damit sich das für die privaten Investoren  lohnt, muss es möglich sein, damit einen Gewinn zu machen. Das heißt  doch, das Land zahlt langfristig mehr als es würde, wenn es die Gebäude  selbst renovieren würde. Ist das wirklich sinnvoll?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Das Sanierungsprogramm der UKSH mit Hilfe einer  öffentlichen–privaten Partnerschaft ist sinnvoll, da nur so ein Weg  gefunden ist, das UKSH sanieren zu können und weiterhin eine gute  Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.</p>
<p>Während die Sanierungs- und Baukosten für die Einrichtungen der  Krankenversorgung vom privaten Investor getragen werden, übernimmt das  Land unter finanzieller Beteiligung des UKSH die Finanzierung der 160  Millionen Euro für Lehr- und Forschungseinrichtungen. Dieser Betrag soll  in einem Zeitraum von 2014 bis 2021 zur Hälfte aus dem Landeshaushalt  und zu jeweils 40 Millionen Euro aus dem Zuschuss für Forschung und  Lehre sowie dem UKSH erbracht werden. Nach Jahrzehnten des  Sanierungsstaus ist dies eine der größten Zukunftsinvestitionen im  Bereich Wissenschaft und medizinischer Versorgung. Ebenfalls erinnere  ich daran, dass die Schuldenbremse, die notwendig ist, es verhindert,  die Gesamtsumme von einer halben Milliarde Euro über die Landeskasse zu  schultern. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das UKSH mit seinen rund  10.000 Beschäftigten diese Herausforderung bewältige und sich im Sinne  exzellenter Krankenversorgung und der Lehre und Forschung wirtschaftlich  nachhaltig saniere.</p>
<p><strong>PACK:</strong> &#8220;Nur mit der CDU behält die innere Sicherheit in  Schleswig-Holstein die notwendige Priorität&#8221;, lese ich im Wahlprogramm  (Anm. d. Red.: S. 113). Wie kann ich einen solchen Satz verstehen?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Wir werden insbesondere die von Extremisten  verübte und die organisierte Kriminalität in Schleswig-Holstein im Blick  behalten und alles dafür tun, diese konsequent zu bekämpfen. Dafür  müssen Polizei und Verfassungsschutz personell ausreichend ausgestattet  sein und ihnen müssen ausreichende rechtliche Instrumente zur Verfügung  stehen, wie zum Beispiel die Vorratsdatenspeicherung und die  Anti-Terror-Gesetze. Die Menschen in Schleswig-Holstein sollen frei und  sicher leben. Daher ist jede Form von religiösem oder politischem  Extremismus aufs Schärfste zu verurteilen und entschlossen zu bekämpfen.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Breite Einigkeit bei den Parteien in  Schleswig-Holstein herrscht bezüglich eines Verbots der  rechtsextremistischen NPD. Glauben Sie an ein erfolgreiches  Verbotsverfahren in den nächsten Jahren?</p>
<p><strong>de Jager:</strong> Grundsätzlich muss möglichst schnell ein  Total-Verbot der NPD erfolgen. Zuvor muss jedoch ausreichend geprüft  werden, ob die Voraussetzungen für ein NPD-Verbot vorliegen. Dazu gehört  auch der eventuelle Abzug der V-Leute.  Ein erneutes Scheitern eines  Verbotsantrages darf es nicht geben.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Vielen Dank für das Gespräch.</p>
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		<title>„Gegen Politik für große Unternehmen und für Reiche“</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 18:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Männel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Antje Jansen]]></category>
		<category><![CDATA[DIE LINKE]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>

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		<description><![CDATA[PACK: Die ersten Fragen dienen dazu, Sie als Person unserer Leserschaft vorzustellen. Sie sind gelernte Erzieherin und haben Ihren Beruf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_9494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-9494" title="MdL_Antje_Jansen__1_" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/MdL_Antje_Jansen__1_-645x429.jpg" alt="" width="645" height="429" /><span class="media-credit">LINKE SH</span></div><p class="wp-caption-text">„Ich komme aus der Frauenbewegung, aus der Anti-AKW-Bewegung und auch aus der Anti-Kriegsbewegung.“</p></div><strong>PACK:</strong> Die ersten Fragen dienen dazu, Sie als Person unserer  Leserschaft vorzustellen.   Sie sind gelernte Erzieherin und haben Ihren Beruf auch bis 2009  ausgeführt. Was hat Sie damals Anfang der Neunziger dazu bewegt, sich  bei den Grünen politisch zu engagieren?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Die Grünen waren für mich Anfang der neunziger  Jahre die Partei, in der es ganz stark Basisdemokratie gegeben hat,  sodass man sich auch mit seinen Themen, die man damals hatte, bei den  Grünen gut einbringen konnte. Ich komme ja aus der Frauenbewegung, aus  der Anti-AKW-Bewegung und auch aus der Anti-Kriegsbewegung, sie haben  uns alle gesammelt und versucht, alternative Politik zu machen.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Von 1993 bis 2000 waren Sie in der Lübecker  Bürgerschaft, zeitweise auch als Fraktionsvorsitzende für die Grünen im  Amt, sind aber 2000 aus der Partei ausgetreten. Was führte Sie dazu?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Ich bin ausgetreten aus der Partei, weil damals  der Beschluss von der Bundespartei kam, sich am Afghanistankrieg zu  beteiligen. Davor war bereits Kosovokrieg und damals hatte ich es mir  noch mal überlegt. Ausgetreten bin ich, weil ich den  Afghanistanbeschluss nicht akzeptieren konnte.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Anschließend waren Sie vorerst parteilos, standen  aber der PDS politisch nahe. Warum haben Sie bis 2005 gewartet, um den  Linken beizutreten?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Ich bin der Überzeugung, dass man nicht aus einer  Partei in die andere wechseln kann, dies sollte man sich reichlich  überlegen. Die PDS war so nah, weil sie auch hinter meinen sozialen  Fragen standen, ich betrieb ja auch bei den Grünen immer Sozialpolitik.  Es gab ja dann auch die Vereinigung mit WSAG und für mich war dann auch  sehr ausschlaggebend, dass Oskar Lafontaine bei den Linken mitgemacht  hat.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Zur Bundestagswahl 2002 wurden Sie von der PDS als  parteilose Direktkandidatin aufgestellt, planen Sie noch einmal einen  Schritt in die Bundespolitik?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Nein, ich will jetzt erst mal wieder in den  Landtag kommen und ich denke auch, dass wir dies schaffen und dann wird  man sich überlegen, wie es dann weiter geht. Ich plane aber nicht, in  die Bundespolitik zu wechseln. Wir haben da auch gute Kandidaten, zwei  Mitabgeordnete hier in Schleswig-Holstein, die auch auf Bundesebene ganz  gute Politik machen.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Sie geben als persönliche Ziele die Jugendförderung  und Gleichstellung aller an. Welcher Programmpunkt der Linken liegt  Ihnen persönlich am meisten am Herzen?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Natürlich die ganzen Programmpunkte der sozialen  Gerechtigkeit und mein wesentlicher Programmpunkt ist, dass alle Kinder  und Jugendlichen eine gute Ausbildung und Bildung haben. Des Weiteren,  dass die Kinderarmut, die ja gerade in den kreisfreien Städten sehr hoch  ist, dass diese abgeschafft wird.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Die FDP hat für die bevor stehende Wahl 9 Prozent als ihr Ziel erklärt. Hat Ihre Partei ebenfalls so ein festgestecktes Ziel?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Wir wollen 6 Prozent plus. Wir hatten bei der  letzten Landtagswahl 6 Prozent bekommen und wollen dies wieder  erreichen. Aber natürlich wollen wir auch ein paar Prozentpunkte mehr  haben.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Wie sehen Ihre Pläne aus, sollten Sie Ihre Ziele nicht erreichen oder schlimmstenfalls nicht in den Landtag einziehen?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Also ich hoffe erst mal, dass wir in den Landtag  einziehen, und bin auch zuversichtlich, dass wir dies erreichen, da wir  jetzt auch in den vergangen zwei Monaten zugelegt haben. Und sollten wir  nicht mehr in den Landtag einziehen, würde ich wieder in meinen Beruf  zurückkehren und weiterhin hier Kommunalpolitik machen.</p>
<p><em>Anm. d. Red: Aufgrund eines technischen Problems ging ein Teil der Tonaufnahme des Interviews verloren. Die folgenden fünf Antworten wurden schriftlich nachgereicht.</em></p>
<p><strong>PACK:</strong> In Ihrem Parteiprogramm sprechen Sie sich strikt  gegen die bestehende Schuldenbremse aus und sagen, es sollte nicht  gespart sondern mehr eingenommen werden. Da Steuerpolitik aber  hauptsächlich auf Bundesebene gemachte wird, ist Ihr Handlungsspielraum  begrenzt. Was sind also konkrete Vorschläge von Ihrer Seite?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Das Problem ist, dass seit 2000 eine  Steuersenkungspolitik stattgefunden hat, deshalb haben auch das Land und  die Kommunen immer weniger Geld und haben auch diese Schulden. Diese  haben sie gar nicht selbst verschuldet, sondern durch veränderte  Steuersenkungspolitik auf Bundesebene ab 2000. Da man nur Politik für  große Unternehmen und für Reiche gemacht hat, haben wir heute das  strukturelle Defizit.</p>
<p>Natürlich muss sich die Landespolitik – und dies ist nicht nur  unser Standpunkt – auf Bundesratsebene dafür einsetzten und werben, dass  es eine andere Steuerpolitik gibt. Die Landesregierung kann sich dafür  einsetzten, dass es die Vermögenssteuer auf Bundesebene gibt, denn  Einnahmen der Vermögenssteuer kommen nur dem Lande zugute. Wir können  die Schuld hier nicht nur abbauen und alle sozialen Projekte einstellen  und an Bildung sparen, wir müssen uns schon vehement dafür einsetzten,  dass es eine Erhöhung der Steuern gibt. Zum Beispiel das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, also gerade zur  Entlastung der Hoteliers, dabei war Schleswig-Holstein das Zünglein an  der Waage. Schleswig-Holstein hat für dieses  Wachstumsbeschleunigungsgesetz gestimmt.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Des Weiteren tritt die Linke für einen Mindestlohn  von 10 Euro ein, immerhin 1,50 Euro höher als der Vorschlag von SPD und  Grünen. Glauben sie nicht, dass dies den Wirtschaftstandort  Schleswig-Holstein nur unattraktiv und unrentabel macht?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Wir sind der Meinung, dass sich Arbeit wieder lohnen muss. Es kann nicht sein, dass Menschen, die Vollzeit arbeiten, zum Amt gehen müssen um ihr Gehalt aufzustocken. Schleswig-Holstein gehört zu den Ländern in Deutschland mit den meisten Menschen, die im Niedriglohn arbeiten müssen. Circa 24 Prozent der Vollzeitbeschäftigten in Schleswig-Holstein arbeiten im Niedriglohnbereich. Zu der größten Gruppe im Niedriglohnsektor in Schleswig-Holstein gehören mit 46 Prozent die Frauen. Diese große Verbreitung von Hungerlöhnen führt natürlich zu einer großen Familien- und Kinderarmut in Schleswig-Holstein. DIE LINKE fordert einen Mindestlohn von 10 Euro, da der vorgeschlagene Mindestlohn von 8,50 Euro in der heutigen Zeit nicht ausreicht. Ein Mindestlohn sollte nicht nur die reine Existenz sichern, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bewirken. Auch zum Aufbau einer Rente sind 8,50 Euro nicht akzeptabel.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Der größte Programmpunkt Ihrer Partei ist das  Überwinden von Familien- und Kinderarmut, dazu wollen Sie gestrichene  Gelder wieder freisetzen, wie zum Beispiel die Halbierung des  Blindengeldes und weitere Förderprogramme im Kultur-, Sport- und  Freizeitbereich auf den Weg bringen. Auch hier stellt sich die Frage,  wie das Finanzierungskonzept aussieht.</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Zunächst einmal muss erwähnt werden, wie die Faktenlage aussieht: Nach internationalen Kriterien leben 15,2 Prozent der schleswig-holsteinischen Bevölkerung in Armut, besonders betroffen sind Alleinerziehende und kinderreiche Familien. Zudem ist jedes sechste Kind in unserem Land von Armut betroffen! Unser soziales Netz wird immer brüchiger, eine Vielzahl von Hilfen ist durch CDU und FDP gestrichen worden, aber auch von SPD und Grünen.</p>
<p>DIE LINKE ist der Meinung, dass Schleswig-Holstein eine Politik braucht, die es sich zum Ziel setzt, soziale Sicherheit für alle zu realisieren. Ohne soziale Gerechtigkeit gibt es keinen inneren Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die massenhafte soziale, kulturelle und politische Ausgrenzung von Menschen muss endlich beendet werden. DIE LINKE fordert also die Rücknahme der Kürzungen im sozialen Bereich. Sozialleistungen müssen sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren.</p>
<p>DIE LINKE steht für eine Finanzpolitik, welche sozial gerecht gestaltet ist und in der die Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Wir wollen mehr Geld für Bildung ausgeben, für die ökologische Erneuerung unserer Wirtschaft und Landwirtschaft, für den sanften Tourismus und für die Energiewende. Kostenlose Erziehung und Gesundheitsversorgung, eine auskömmliche Altersversorgung, der soziale Schutz von Hilflosen, eine vernünftig ausgebaute Infrastruktur für Alle sind unsere Ziele.</p>
<p>Zum einen werden bereits jetzt höhere Einnahmen für den Landeshaushalt 2012 erwartet, zum anderen brauchen wir eine Erhöhung der Einnahmen durch eine gerechte Steuerpolitik. Schleswig-Holstein braucht eine „Steuersenkungsbremse“ für die Reichen, für die großen Unternehmen, für die Hoteliers. Zum Umsteuern braucht das Land eine Millionärssteuer, einen höheren Spitzensteuersatz, eine sozial gerechte Erbschaftssteuer und die Rücknahme der Steuergeschenke für die großen Unternehmen. Unsere Schuldenbremse ist die Vermögenssteuer. Wir brauchen einen höheren Spitzensteuersatz, eine gerechtere Erbschaftssteuer und eine Unternehmensbesteuerung frei von Steuergeschenken.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Ihre Partei stellt sich als einzige konkret gegen  ein Stiftungsmodell der Universität zu Lübeck, was schlagen Sie als  Alternative vor, solange das Kooperationsverbot besteht?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Mit den Plänen zur Stiftungsuni verabschieden wir uns von einem gebührenfreien Studium und von unabhängiger, wissenschaftlicher Forschung. Bisher ist diese frei von wirtschaftlichen Interessen – nun begibt sich die Uni auf den Weg in die Privatisierung von Bildung. Deshalb lehnen wir die Umwandlung der Universität Lübeck in eine Stiftungsuni grundsätzlich ab, denn wir treten für freie Bildung und Wissenschaft und für eine demokratische Hochschule ein. Wer sich von privaten Förderern abhängig macht, die zukünftig dazu beitragen sollen, dass das notwendige Geld für eine qualifizierte Forschung und Lehre zur Verfügung steht, begibt sich auf einen Irrweg. Und wenn der Spitzenkandidat der CDU, Herr de Jager, nun auch noch betont, dass die Landeszuschüsse an die Uni Lübeck gleichbleiben, dann heißt das nur, dass die schwarz-gelbe Regierung noch immer nicht begriffen hat, dass die Unterfinanzierung der Hochschulen den gesamten Wissenschaftsbetrieb gefährdet. Gute Bildung für alle statt Exzellenz für die Elite ist und bleibt unsere Forderung.</p>
<p>Falsche Eitelkeiten der Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitiker auf Landesebene dürfen nicht einer bundesweiten Angleichung im Bildungssystem im Wege stehen. Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.  DIE LINKE setzt sich für eine bundesweite Angleichung durch einheitliche bildungspolitische Leitlinien ein. Diese sollten von einem Gremium aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Land und Kommunen ausgearbeitet werden.</p>
<p>Außerdem setzen wir uns für eine nachhaltige Bildungsfinanzierung ein, denn das Kooperationsverbot schränkt auch andere Bereiche schwer ein. Wir LINKE fordern eine Bildungsfinanzierung in der Breite, die niemanden ausgrenzt und jedem die bestmögliche Förderung ermöglicht, immer unter der Prämisse des lebenslangen Lernens. Ich möchte zum Abschluss auf eine Forderung der Hochschulrektorenkonferenz aufmerksam machen. Die Hochschulrektorenkonferenz fordert, dass Aufgaben für Bildung, Wissenschaft und Forschung künftig als investive Aufgabe zu behandeln sind, nämlich als Zukunftsinvestition.</p>
<p>Und da ist auch das Land gefordert. Die beschlossenen Kürzungen im Bildungssystem, die alle anderen Parteien durchsetzen wollen, sind auch mit Kooperationsverbot nicht akzeptabel. Das Kooperationsverbot darf nicht zur Ausrede für diese katastrophalen Kürzungen herhalten. Wenn nicht bald mehr Geld ins Bildungssystem fließt, wird Schleswig-Holstein in der Zukunft verarmen. DIE LINKE will das nicht und kämpft gegen Kooperationsverbot und Schuldenbremse. Für ein ausfinanziertes sozial gerechtes Bildungssystem in Schleswig-Holstein!</p>
<p><strong>PACK:</strong> Ihre Partei ist auch gegen das ÖPP-Model zur Sanierung des UKSH, aus eben den selben Gründen?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Mit ÖPP Projekten fallen wir regelmäßig auf die Nase. Stichwort Betonstraße an der Grenze zur Dänemark, Stichwort Keitum-Therme, Stichwort Nrock. Und jetzt geht es weiter mit dem UKSH.</p>
<p>Wir teilen die Kritik des Landesrechnungshofes, denn niemand kann sagen, warum eine konventionelle Finanzierung angesichts der jetzigen Zinssituation schlechter sein sollte. Die Privaten werden Profite erwirtschaften wollen, sie können das Geld nicht so günstig am Kreditmarkt aufnehmen wie das Land. Im Ergebnis bleiben wir mit einer Jahresmiete von circa 30 bis 35 Millionen Euro hängen. Nach unsere Berechnungen ist das  Universitätsklinikum nicht in der Lage, das komplett zurück zu bezahlen,  und wir sehen die Gefahr, dass letztendlich die Klinik komplett  privatisiert wird. Und ich denke mir, die Sanierung muss aus staatlichen  Geldern erfolgen. Dies ist auch durchaus möglich.</p>
<p><em>Anm. d. Red: Ab hier wieder der Originalwortlaut des Telefoninterviews.</em></p>
<p><strong>PACK:</strong> Im Rahmen der Umstrukturierung der Bundeswehr  erklärt Ihre Partei, dass sie auf lange Sicht die Bundeswehr komplett  abschaffen will. Wie gedenken sie, dass Deutschland weiterhin seinen  Bündnispflichten nachkommen kann?</p>
<p><strong>Jansen:</strong> Also darüber muss bei den Linken noch intern  diskutiert werden. Ich denke mir, man wird eine Art Friedensarmee  errichten müssen. Irgendwie müssen wir etwas haben, um unserer  Friedenspflicht nachzukommen. Darüber sind wir uns selbst auch noch gar  nicht so einig.</p>
<p>Meine persönliche Position ist, dass die Interessenkonflikte auf  friedlichem Weg gelöst werden und es keine Einmischung in fremde Länder  gibt. Die Länder müssen ihre Konflikte selber lösen und wir als  diejenigen, welche letztendlich Friedenspolitik in anderen Ländern  machen, müssen dann auch die Opposition, die demokratische Strukturen  haben möchte, dabei unterstützen. Ich bin durchaus der Meinung, dass wir  eine Einheit brauchen, welche die Opposition in den Ländern vor Ort in  Richtung Frieden und Demokratie unterstützt.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Vielen Dank für das Gespräch.</p>
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		</item>
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		<title>„Ziele geben uns Orientierung“</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 06:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frederike Sannmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Torsten Albig]]></category>

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		<description><![CDATA[StudentenPACK Sie sind bereits mit 19 Jahren in die SPD eingetreten, warum so früh? &#160; Torsten Albig Es war die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_8910" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><img class="size-medium wp-image-8910" title="5911899613_859bef2fc4_b" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/5911899613_859bef2fc4_b-645x430.jpg" alt="" width="645" height="430" /></span><span class="media-credit-dd">Olaf Bathke</span></span></strong></div>
<p><p class="wp-caption-text">„Lübeck ist und bleibt zentraler Hochschulstandort. Lübeck ist Stadt der Wissenschaft 2012 und wird dies mit einer SPD-geführten Landesregierung auch über das Jahr hinaus bleiben.“</p></div>
<p><strong>StudentenPACK</strong> Sie sind bereits mit 19 Jahren in die SPD eingetreten, warum so früh?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Torsten Albig</strong> Es war die Zeit des Bruchs der  sozial-liberalen Koalition in Bonn. Helmut Schmidt ging, Helmut Kohl  kam. Das hat mich bewegt. Ich wollte nicht mehr einfach nur zusehen,  wollte etwas verändern und mich engagieren. Das geht am besten in einer  Partei. Für mich kam dabei immer nur die SPD in Frage.</p>
<p><strong>PACK</strong> In Ihrem Leben haben Sie an vielen Orten in  Deutschland gelebt und gearbeitet. Ist Schleswig-Holstein wirklich Ihr  „Lieblingsland“?</p>
<p><strong>Albig</strong> Ja. Ich habe hier meine Kindheit und einen Teil  meiner Jugend verbracht. Heimat meint bei mir immer auch Ostsee und  Wind. Meine Beziehung zum Land ist nie abgebrochen, es hat mich immer  wieder hierher gezogen. Schleswig-Holstein hat so unheimlich viele  Stärken, Besonderheiten und eine unglaubliche Lebensqualität. Viel zu  oft nehmen wir sie als selbstverständlich hin. Es ist aber ein Schatz,  den es neu zu heben gilt.</p>
<p><strong>PACK</strong> Als Sie in die SPD eingetreten sind, hatten Sie mit  Sicherheit einige Ziele und Vorstellungen darüber, was Sie politisch  erreichen wollten. Haben Sie diese erreichen können oder haben Sie jetzt  grundsätzlich andere Ziele und Vorstellungen?</p>
<p><strong>Albig</strong> Mit 19 wollte ich vor allem Position beziehen. Gegen  eine konservative Regierung. Gegen Nachrüstung. Wir haben begonnen,  über Nachhaltigkeit zu diskutieren, über Zusammenhalt in der einen Welt.  Das hat mich beeinflusst. Ich habe mich aber auch von Anfang an lokal  engagiert. Für meinen Stadtteil in Bielefeld. Natürlich gibt es Ziele,  die wir nicht gleich erreichen können. Vielleicht nie. Visionen, die  Politik braucht, aber die oft ein hehres Ziel bleiben. Wie  Gerechtigkeit. Solidarität. Ziele geben uns Orientierung. Es ist ein  Manko unserer Zeit, dass sich Politik viel zu oft im Klein-Klein bewegt  und Ziele in der Diskussion eine kleine Rolle einnehmen. Einige Ziele  verändern sich, weil sich die Lebenswirklichkeit verändert oder eigene  Erfahrungen einen belehren. Andere Ziele aber bleiben die gleichen oder  entwickeln sich weiter. Das Ziel des Atomausstiegs zum Beispiel, das  mich mein ganzes politisches Leben begleitet, ist in greifbare Nähe  gerückt. Jetzt die Energiewende so umzusetzen, dass wir es schaffen, uns  komplett von fossilen Energieträgern zu trennen, ist ein neues, auf dem  anderen aufbauendes Ziel. Und wir haben es in der Hand, ob wir Erfolg  haben oder scheitern.</p>
<p><strong>PACK</strong> Sie haben bereits für die Bundesregierung gearbeitet,  sind aktuell Kieler Oberbürgermeister und wollen jetzt  Ministerpräsident werden. Ist das schon immer ein persönliches Ziel für  Sie gewesen?</p>
<p><strong>Albig</strong> Nein, das ist es nicht. Ich bin kein Typ, der an  irgendwelchen Gitterstäben rüttelt und „Ich will hier rein“ ruft. Mein  Leben und auch meine berufliche Entwicklung haben sich eher durch  Momente des Zufalls verändert. Oft haben sich plötzlich Türen geöffnet,  durch die ich dann gegangen bin. Daher habe ich auch eine ganze Menge  Erfahrungen außerhalb der Politik sammeln können. Ich bin im Jahr 2010  aus meiner Partei angesprochen worden, ob ich bereit wäre, die  Spitzenkandidatur zu übernehmen. Und habe mich dann dem Auswahlverfahren  meiner Partei gestellt. Das Ergebnis der Mitgliederbefragung war und  ist eine große Ehre für mich.</p>
<p><strong>PACK</strong> Was ist der Vorteil eines Berufspolitikers im Gegensatz zu Politikern, die die Politik neben einem „normalen“ Job betreiben?</p>
<p><strong>Albig</strong> Da fragen Sie eigentlich den Falschen. Bisher bin  ich kein Berufspolitiker. Als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt  Kiel findet reine Politik bisher noch eher in meiner Freizeit statt. Für  meine Wahlkampftour habe ich mir wie jeder andere Arbeitnehmer auch  Urlaub genommen. Ihre Frage beantworte ich trotzdem: Sie können sich  vollkommen auf Ihre Aufgaben konzentrieren und geraten nicht in  Abhängigkeiten. Allerdings dürfen Sie den Kontakt zum realen Leben auch  nicht verlieren. Deshalb ist mir der Dialog mit den Menschen so wichtig.  Wenn Sie sich im Raumschiff Politik verkriechen, werden Sie keine  realistischen Einschätzungen mehr vornehmen können. Als  Oberbürgermeister habe ich es gelernt, immer mit den Menschen statt über  ihre Köpfe hinweg zu entscheiden. Das werde ich auch als  Ministerpräsident fortsetzen.</p>
<p><strong>PACK</strong> Im Falle eines Wahlsieges, wer würde als Koalitionspartner in Frage kommen? Grüne? Piraten?</p>
<p><strong>Albig</strong> Ich werbe für eine starke SPD und erwarte eine  stabile rot-grüne Koalition. Ich kann mir eine Begleitung durch den SSW  vorstellen, in Kiel und auch im Land können wir gut zusammenarbeiten.  Rot-grün ist übrigens auch die Koalition, die derzeit bei den Menschen  im Land den größten Zuspruch erhält. Wer Rot-grün will und mich als  Ministerpräsidenten unterstützen möchte, sollte am 6. Mai SPD wählen.</p>
<p><strong>PACK</strong> Wären Sie bereit zur großen Koalition?</p>
<p><strong>Albig</strong> Nach der Wahl sollte man mit allen demokratischen  Parteien sprechen könne, aber ich habe keinen Grund am Zustandekommen  einer rot-grünen Koalition zu zweifeln. Wir haben keine guten  Erfahrungen mit großen Koalitionen. Ich will sie nicht. Ich will  rot-grün. Aber je mehr kleine Parteien im Landtag sind, um so  gefährdeter wird dieses Ziel.</p>
<p><strong>PACK</strong> Der erste Absatz im Wahlprogramm der SPD lautet: „In  Bildung investieren“. Wie werden wir Studenten, speziell in Lübeck, das  merken?</p>
<p><strong>Albig</strong> Zunächst einmal werden wir Ihre Universität nicht  törichterweise in Frage stellen. Lübeck ist und bleibt zentraler  Hochschulstandort. Lübeck ist Stadt der Wissenschaft 2012 und wird dies  mit einer SPD-geführten Landesregierung auch über das Jahr hinaus  bleiben. In kaum einer anderen Stadt ist es so einfach möglich, das  Miteinander von Innovation und Forschung mit Geschichte und Kultur zu  erleben. Wir haben klare hochschulpolitische Positionen bezogen: Ein  gebührenfreies Studium, das Recht auf einen Masterstudiengang, eine  starke Mitbestimmung der Studierenden, die Schaffung von mehr  Studienplätzen und die Flexibilisierung der Bachelor- und  Masterstudiengänge, auch zu Gunsten von Studierenden mit Familie, einer  hauptamtlichen oder auch ehrenamtlichen Tätigkeit. Das alles stärkt die  Studierenden und damit auch unser Land.</p>
<p><strong>PACK</strong> Sie fordern, das Wahlalter für die Landtagswahlen auf 16 Jahre herabzusetzen. Was versprechen Sie sich davon?</p>
<p><strong>Albig</strong> Ich habe ja bereits betont, wie wichtig mir der  Dialog und Beteiligung sind. Die Absenkung des Wahlalters ist ein  konkreter Schritt in diesem Bereich. Es ist doch absurd, dass wir jungen  Menschen mit 16 Jahren vieles zutrauen, aber keine Landtagswahl? Und  das bei Landtagswahlen, wo Bildungspolitik regelmäßig im Mittelpunkt  steht und die 16-jährigen direkt betroffen sind? Als Oberbürgermeister  habe ich gerade junge Menschen übrigens häufig als hervorragend  informierte Bürgerinnen und Bürger erlebt. Und warum dürfen sie bei  Kommunalwahlen mitmachen, bei Landtagswahlen aber nicht?</p>
<p><strong>PACK</strong> Sollte das auch bei der Bundestagswahl geschehen?</p>
<p><strong>Albig</strong> Ein erster Schritt werden die Landtagswahlen sein. Auch im Bund fände ich es richtig.</p>
<p><strong>PACK</strong> Sie fordern einen flächendeckenden festgelegten  Mindestlohn von 8,50 Euro. Was für Vorteile erhoffen Sie sich damit?  Macht das Schleswig-Holstein zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort?</p>
<p><strong>Albig</strong> Ein Mindestlohn ist doch kein sozialdemokratisches  Wohlfühlgeschenk für die Menschheit. Wir reden über 1.300 Euro brutto im  Monat! Wo es keine Mindestlöhne gibt, subventionieren die Steuerzahler  durch Sozialleistungen Dumpinglöhne. Das ist dumm und falsch. Es ist  mein festes Ziel, Schleswig-Holstein zu einem wirtschaftlich starken  Land mit den besten Arbeitsbedingungen in Deutschland zu machen. Wer  Vollzeit arbeitet, muss von seinem Lohn leben können. Alles andere ist  ein Skandal!</p>
<p><strong>PACK</strong> In vielen Bundesländern wurde gerade der Weg zum Abitur auf G8 umgestellt, Sie wollen zurück zu G9? Warum?</p>
<p><strong>Albig</strong> Das stimmt nicht. Im Gegenteil. Ich will – wie fast  überall in Deutschland – dass es auch in Schleswig-Holstein drei starke  Wege hin zum Abitur gibt: In guten Gemeinschaftsschulen in neun Jahren,  in guten Gymnasien in acht Jahren und in guten beruflichen Schulen, die  ebenfalls zum Abitur führen. Auf diese Weise erhalten wir übrigens eine  echte Wahlfreiheit zwischen G9 und G8. Welcher Weg gewählt wird  entscheiden allein Schülerinnen und Schüler und deren Eltern. Wir wollen  ein verlässliches und beständiges Schulsystem, das nicht ständig  geändert wird. Wir wollen allen Beteiligten nach einer Vielzahl von  Strukturreform endlich Raum für gute Schule geben.</p>
<p><strong>PACK</strong> Vielen Dank für das Gespräch.</p>
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		<title>„Um Verantwortung zu übernehmen“</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 18:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Georg Männel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Habeck]]></category>

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		<description><![CDATA[StudentenPACK Die ersten Fragen sollen dazu dienen, unseren Lesern Ihre Person näher zu bringen: Sie haben sich schon als Schüler [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_9065" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px">&nbsp;</p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><img class="size-medium wp-image-9065" title="robert-habeck_presse5" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/robert-habeck_presse5-645x483.jpg" alt="" width="645" height="483" /></span><span class="media-credit-dd">Robert-Habeck.de</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><p class="wp-caption-text">„Was ich planen kann, ist Schleswig-Holstein und ich stelle mich zur Wahl, um in Schleswig-Holstein Verantwortung zu übernehmen.“</p></div>
<p><strong>StudentenPACK</strong> Die ersten Fragen sollen dazu dienen, unseren  Lesern Ihre Person näher zu bringen: Sie haben sich schon als Schüler in  der Schülervertretung eingesetzt und waren später im U-AStA an der  Freiburger Uni, woher kommt dieses politische Interesse und Engagement?</p>
<p><strong>Robert Habeck</strong> Es war schon immer so, dass ich mich um die  Umstände, die mein Leben betreffen, gekümmert habe und mich in dem Sinn  politisch engagiert habe. Und es war irgendwie schon immer so, dass mir  Leute immer wieder Vertrauen schenkten oder mich zu ihrem Sprecher  machten. Dies zieht sich durch Schule, Hochschule, Zivildienst. Und als  ich dann nach Schleswig-Holstein gekommen bin und klar war, jetzt hat  mein Leben einen Ort gefunden, habe ich angefangen, mich hier politisch  zu engagieren.</p>
<p><strong>PACK</strong> Sie versuchten 2006, in den Bundesvorstand Ihrer  Partei zu kommen, 2008 lehnten Sie den Bundesvorsitz als Nachfolger von  Reinhard Bütikofer ab. Warum diese Entscheidung?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Als ich 2006 als Beisitzer für den Bundesvorstand  kandidierte, habe ich gelernt und gesehen, wie viel man investieren  muss, um auf der Bundesebene mitzuspielen. Ich habe damals gedacht, ich  mach es wie immer: Ich stell mich hin, stell mich vor, rocke den Saal  und danach wählen mich die Leute. Ich habe mich vorgestellt und eine  gute Rede gehalten, aber man hat einen anderen gewählt, weil der davor  ganz viele Klinken geputzt hat, in jedem Kreisverband war, Rückhalt  organisiert hat. So, wie man es macht. Als dann die Möglichkeit im Raum  stand, Bundesvorsitzender zu werden, war mir klar, dass das nicht noch  mal etwas Handstreichartiges werden darf und mich nicht alle lieben  würden, nur weil ich ich bin. Das habe ich gelernt. Und ich war nicht  bereit, so viel Zeit und Nerven zu investieren, um dieses Spiel  mitzuspielen, und meine Familie, als die Kinder noch sehr klein waren,  allein zu lassen. Es ging eben nicht mit minimalem Zeitaufwand und den  maximalen Zeitaufwand wollte ich nicht leisten, weil mir meine Familie  mehr bedeutet als der scheinbar ach so große Bundesvorsitz.</p>
<p><strong>PACK</strong> Planen Sie in absehbarer Zukunft, doch noch einmal in die Bundespolitik zu wechseln oder ist das für Sie Geschichte?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Nein, ich plane das überhaupt nicht. Nun ist  Politik nicht immer grenzenlos durchplanbar bis zum letzten Ende und ich  weiß auch nicht, wie lange ich Politiker sein werde und was sich in den  kommenden Jahren an Fragen, Herausforderungen und Möglichkeiten ergibt.  Was ich planen kann, ist Schleswig-Holstein und ich stelle mich zur  Wahl, um in Schleswig-Holstein Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p><strong>PACK</strong> Ihr Parteiprogramm für die Wahl ist durchweg  gegendert, was ja viele als unästhetisch empfinden. Wie stehen Sie als  Schriftsteller stilistisch dazu?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Ich schreibe meine Romane nicht gegendert und  stilistisch ist es eine Zumutung. Ich weiß aber auch, dass Sprache  Wirklichkeit verändert und dass eine Veränderung der Sprache die  Wirklichkeit neu prägt. Deswegen finde ich es richtig, dass über das  Binnen-I der weiblichen Form oder in unserem Fall das Gender Gap Politik  gemacht wird.</p>
<p><strong>PACK</strong> Nun zur Wahl: 2009 erreichte ihre Partei 12,4 Prozent, was sind Ihre Ziele für diese Wahlperiode?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Besser als das letzte Mal. Eine genaue Zahl zu  sagen, ist albern. Schlechter als das letzte Mal wäre doof und besser  muss das Ziel sein.</p>
<p><strong>PACK</strong> Jost de Jager sagte in der Welt, „Wir brauchen einen  Koalitionspartner, der zweistellig ist.“, was man bei Ihren aktuellen  Umfragewerten durchaus als Angebot an Ihre Partei verstehen kann. Käme  für Sie Schwarz-Grün in Frage?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Wir wollen es mit der SPD probieren und die SPD ist unser erster Ansprechpartner.</p>
<p><strong>PACK</strong> Sie sagen auf Ihrer Website, dass im aktuellen  politischen Umfeld neue Parteien entstehen und die, die da sind, auch  wieder verschwinden werden. Zielen Sie damit direkt auf die Piraten ab?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Nicht nur auf die Piraten. Das Verschwinden der  Piraten kann im Moment keiner vorhersagen und keiner weiß, wie das Ganze  endet. Aber zum Beispiel die Linkspartei ist vor Kurzem noch sehr hoch  geschrieben worden, aber nun ist sie am Abgrund. Die FDP ist  möglicherweise auch kurz vor dem Verschwinden. Wir haben zwischendurch  einen Ministerpräsidenten gestellt, jetzt haben wir 15 Prozent. Die  Parteienlandschaft ist sehr viel wechselhafter geworden. Große werden  klein und Kleine werden groß. Der Erfolg der Piraten liegt auch darin,  dass sie eine Art Welpenschutz haben. Niemanden stört es, dass sie  inhaltlich so vage sind. So sind sie Projektion für enttäuschte FDPler  und radikale Linke. Dies wird auf Dauer nicht funktionieren, also mal  sehen, wie das für sie endet.</p>
<p><strong>PACK</strong> Einer Ihrer größten Programmpunkte ist die  Umstrukturierung des Energiesektors auf regenerative Energien. Dabei  setzten Sie auf dezentrale Netze und Bürger-Windparks. Wie gedenken Sie,  ein solches Projekt mit dem Haushalt unter einen Hut zu bringen?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Die Energiewende ist neben der Bildung das  wichtigste Projekt für Schleswig-Holstein. Und die Energiewende ist erst  mal gar nicht haushaltsrelevant. Bürger-Windparks oder  Bürger-Energieanlagen sind eine Art genossenschaftliches System.  Menschen beteiligen sich in kleinen Tranchen an der  Energie-Infrastruktur. Dieses Modell könnte man auch auf die Netze  ausweiten, wenn nicht ein großer Netzbetreiber wie E.ON oder TenneT die  Netze baut, sondern die Möglichkeit besteht, für private Investoren und  Bürger da einzusteigen. Das geschieht alles ohne Landesmittel. Im  Gegenteil: Es bringt Geld, Gewerbesteuern, Arbeitsplätze. Die Gelder  fließen so nicht nach München oder sonst wohin in die Konzernzentralen  ab.</p>
<p><strong>PACK</strong> Man hört ja aber immer wieder, dass sich Kommunen und  Gemeinden gegen solche Projekte stellen. Wie sieht es aus: Gibt es eine  gute Resonanz dafür?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Ja, in der Tat ist es so, dass die Beteiligung der  Bürger eines der stärksten Argumente ist, sich an der Energiewende zu  beteiligen. Der Widerstand ist häufig dann besonders hoch, wenn Leute  nicht beteiligt sind, also wenn fremde Investoren einem irgendwas vor  die Nase setzen. Immer wenn die Menschen von Betroffenen zu Beteiligten  werden, wird der Widerstand geringer. Insofern ist die Energiewende auch  ein Beispiel für eine Demokratisierung der Infrastruktur und der  politischen Entscheidungen. In Schleswig-Holstein haben vor allem im  Süd-Osten die Leute etwas gegen Windräder, hier und da gibt es  Initiativen. Während im Norden und Nord-Westen eine viel größere  Nachfrage nach Windeignungsgebieten besteht, als das Land momentan zur  Verfügung stellen kann. Das Bild ist also differenziert zu beurteilen  und unterm Strich ist erneuerbare Energie in Schleswig-Holstein gewollt  und erwünscht. Die Energiewende ist, meiner Erfahrung nach, nicht  umstritten in Schleswig-Holstein.</p>
<p><strong>PACK</strong> Ihre Partei ist für eine Verminderung des  CO2-Ausstoßes, stellt sich aber stark gegen das CCS-Verfahren. Sollte  Ihnen aber die Erforschung des Verfahren nicht eigentlich recht sein?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Nein das ist uns nicht recht, weil das Verfahren  bedeutet, dass man weiter auf Kohle setzt und das Verfahren selbst nicht  erprobt ist und nicht funktioniert und nur ein Reinwaschargument für  die alte Kohleinfrastruktur ist. Auch Sicherungsfragen,  Versicherungsfragen, Haftungsrisiken und Verdrängung von Grundwasser  wurden alle nicht sauber analysiert und deswegen ist uns das gar nicht  recht und der Weg ist nicht, neue Kohlekraftwerke mit CO2-Abschaltung zu  bauen, sondern auf erneuerbare Energien umzustellen.</p>
<p><strong>PACK</strong> Sie wollen gleichzeitig den Untergrunds als Wärme und  Energiespeicher nutzen. Gibt es dazu schon Konzepte, wie dies  vonstattengehen soll?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Es gibt verschieden Konzepte, die in der Erprobung  sind. Als Wärmespender lässt sich Geothermie nutzen. Und es gibt an  verschiedenen Stellen in Schleswig-Holstein große unterirdische  Kavernen, die man möglicherweise nutzen kann, um dort Wasserstoff oder  Methan zu speichern. Dazu laufen die Voruntersuchungen. Die Kavernen  befinden sich in der Nähe von Brunsbüttel und Heide. Dies ist ein  Baustein, der durchaus interessant werden kann für die Zukunft.</p>
<p><strong>PACK</strong> Wäre ein solches Verfahren nicht aber ähnlich schädlich wie CCS?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Wenn das Gas entweicht oder Wasser verdrängt,  hätten Sie recht. Aber der Unterschied besteht darin, dass das Gas nicht  für ewig eingelagert werden soll, sondern, ähnlich einem Tank, wieder  entnommen werden soll. Deswegen kann das Projekt auch jederzeit wieder  beendet werden.</p>
<p><strong>PACK</strong> Sie setzten des Weiteren in Ihren infrastrukturellen  Projekten auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrräder, dabei sollen  Projekte wie die Fehmarnbelt-Querung und der Autobahnneubau nicht  realisiert werden. Gleichzeitig soll auf Autobahnen eine allgemeine  Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 km/h gelten. Halten Sie es wirklich  für so nötig, Schleswig-Holstein zu entschleunigen?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Es ist nicht so, dass wir gegen jeden Straßenneubau  sind und gegen jede Autobahn. Wir sind aber gegen die Autobahnen, die  Verkehr erst neu generieren sollen. Wir sind für den Ausbau der A 21 und  für einen vernünftigen Anschluss der A 20. Wir sind für den Ausbau der  Bundesstraße B 5 entlang der Westküste, in dem Fall dreispurig. Es nicht  so, dass wir weltfremd argumentieren, aber wir sind aus ökologischen  wie haushalterischen Gründen dafür, dass man nicht in gigantomanischen  Projekten erst mal anfängt, drauf los zu bauen und die Folgekosten außer  Acht lässt. Der Bundesverkehrswegeplan ist zehnfach überzeichnet, und  wir wollen es nicht dem Bundesverkehrsminister überlassen, welche  Projekte gefördert würden und welche nicht. Das Tempolimit ist eine  uralte grüne Forderung und eine, die sich vor wenigen Jahren auch Peter  Harry Carstensen zu Eigen gemacht hat. Er sagte damals, ihm sei freies  Atmen lieber als freie Fahrt und einer Diskussion steht er offen  gegenüber, gerade weil wir nur noch wenige Strecken in  Schleswig-Holstein haben, auf denen man unreguliert fahren kann. Und  weil das gesamte europäische Ausland ein Tempolimit hat, kann man ja  kein scharfes Argument gegen das Tempolimit finden. Nur die Macht der  Gewohnheit spricht dafür, aber die Fakten und alles was wir wissen, die  Schwere der Verkehrsunfälle und die Einsparungen beim Benzinverbrauch  sprechen dafür, ein Tempolimit einzuführen.</p>
<p><strong>PACK</strong> Um Ausgaben zu sparen, sollen nicht lohnenswerte  Flughäfen nicht weiter subventioniert werden. Der Hamburg-Airport soll  damit Hauptflughafen für Schleswig-Holstein werden. Sehen Sie eventuell  Konsequenzen für Touristen und deren Anreise?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Nein, die sehe ich nicht, da Schleswig-Holstein,  wenn es denn angeflogen wird, nur über den Hamburger Flughafen  angeflogen wird. Aber ich kann mir nicht vorstellen, in einer Situation,  in der wir unser Geld zusammenhalten müssen, um Lehrstellen und  Kita-Ausbau voran zu bringen, mit öffentlichen Geldern Ryanair zu  subventionieren. Das halte ich ordnungspolitisch für völlig widersinnig  und ich verstehe gar nicht, wie sich Parteien, die sich die  Marktwirtschaft auf die Fahne geschrieben haben, das fordern können. Der  Schleswig-Holstein-Flughafen heißt Hamburg und alle anderen  Regional-Flughäfen sollten nicht mit öffentlichen Geldern unterstützt  werden.</p>
<p><strong>PACK</strong> Ihre Partei setzt bei der UKSH-Sanierung wie FDP und  CDU auch auf ein Modell aus öffentlicher und privater Partnerschaft. Da  aber ein Investor auf Profit aus wäre, würde dies nicht bedeuten, dass  langfristig gesehen höhere Kosten auf das Land zukommen? Ist ein solches  Konzept sinnvoll?</p>
<p><strong>Habeck</strong> Ich habe eine äußerst kritische Haltung zu  ÖPP-Modellen, weil sie wie eine verdeckte Schuld im Landeshaushalt  stehen. Insofern steht das Asset-Modell, nach dem das UKSH saniert  werden soll, gegen die Reinheit der Lehre, aber es ist das Modell, was  wir uns leisten können, um damit den medizinischen Betrieb als  öffentliches Krankenhaus zu gewährleisten.</p>
<p><strong>PACK</strong> Vielen Dank für das Gespräch.</p>
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		<item>
		<title>„Wir werden ein gutes Ergebnis erzielen“</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 06:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Ruge</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Kubicki]]></category>

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		<description><![CDATA[StudentenPACK: Mit den ersten paar Fragen möchte ich, dass die Leser Sie ein wenig kennenlernen und daher fange ich einfach [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_9150" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Wolfgang_Kubicki.jpg" rel="shadowbox[sbpost-9149];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9150" title="DSC_4847" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Wolfgang_Kubicki-645x426.jpg" alt="" width="645" height="426" /></a></span><span class="media-credit-dd">Wikipedia-Nutzer Λοῦκας</span></span></strong></div>
<p><p class="wp-caption-text">„Es gibt an den Piraten nichts, auf das ich neidisch wäre.“</p></div>
<p><strong>StudentenPACK:</strong> Mit den ersten paar Fragen möchte ich, dass die  Leser Sie ein wenig kennenlernen und daher fange ich einfach mal am  Anfang an: Sind Sie in einen politischen Haushalt geboren worden oder  woher kam das Interesse an Politik?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wolfgang Kubicki:</strong> Bei uns zu Hause wurde wenig über  Politik gesprochen, da meine Eltern keine Lust auf Auseinandersetzungen  über ihr Leben im Dritten Reich hatten. Außerdem war es für sie  wichtiger, den Alltag in der Nachkriegszeit mit ihren drei kleinen  Kindern zu bewältigen. Das Interesse an der Politik entstand während  meiner Schulzeit am Gymnasium. Es intensivierte sich, als ich den  Vorsitz des Arbeitskreises Politik übernahm. Im Übrigen leistete die  Studentenbewegung seit Mitte der sechziger Jahre einen wesentlichen  Beitrag zu meiner „Politisierung“.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Sie sind ein Jahr nach dem Abitur in die FDP eingetreten. Was hat Sie an der Partei gereizt?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Mich hat der Ansatz gereizt, den Menschen die Wahlmöglichkeit zu geben. Jeder Mensch soll sich entscheiden dürfen, wie er sein Leben gestalten, welchen Beruf er ergreifen will, ob und wenn ja, mit wem und wie er ein Zusammenleben organisieren will, was er essen und trinken will und wie er seine Freizeit verbringen will. Deswegen bin ich seit über 41 Jahren Mitglied der FDP, um dies für möglichst viele Menschen Wirklichkeit werden zu lassen.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Im liberalen Hochschulverband haben Sie es schnell  weit nach oben geschafft (nach zwei Jahren in der FDP stellvertretender  Vorsitzender), genauso bei den Jungdemokraten. Sechs Jahre nach  Parteieintritt gehören Sie 1976 zum Landesvorstand. Haben Sie ihr Leben  damals gezielt auf schnelle Karriere ausgelegt?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Nein, mir ging es um die Inhalte und darum, etwas  zu bewegen. Ich bin nicht in die FDP eingetreten, um irgendwann  Fraktionsvorsitzender zu sein oder irgendein anderes Amt zu bekleiden.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Danach kamen Sie in den Bundesvorstand der Partei  und 1990 zum ersten Mal in den Bundestag. Warum ist Wolfgang Kubicki  nicht Bundesminister oder zumindest Fraktionsvorsitzender der  Bundes-FDP?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Ich schätze meine berufliche Unabhängigkeit sehr.  Reine Berufspolitiker haben wir schon genug. Hier in Schleswig-Holstein  kann ich politisch arbeiten und meiner Tätigkeit als Rechtsanwalt  nachgehen. Der Aufwand, den ich dafür in Berlin betreiben müsste, wäre  ungleich größer. Als Bundesminister müsste ich außerdem meinen Beruf und  damit ein Stück Freiheit aufgeben.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Nun haben Sie recht geregelte Bahnen eingeschlagen.  Seit 1996 (also 16 Jahre), so Wikipedia, sind sie Fraktionsvorsitzender  in Schleswig Holstein. Was liegt ihnen mehr, die schnelle Karriere oder  die Stabilität?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Ich bin seit mehr als 16 Jahren mit Leib und  Seele Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion. In dieser ganzen Zeit habe  ich großen Wert auf Stabilität vor allem innerhalb der FDP gelegt. Genau  dadurch zeichnen sich die Nord-Liberalen auch aus: Wir haben immer sehr  vertrauensvoll zusammengearbeitet. Bei uns gibt es keine  Personalquerelen sondern eine große Kontinuität.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Sie haben Volkswirtschaftslehre studiert, sind  parallel in die Politik, haben neben ihrem Beruf Jura studiert. Nun  sitzen Sie im Landtag und betreiben eine Kanzlei. Mit welcher  Beschäftigung identifizieren Sie sich, Jurist, Volkswirt, Abgeordneter,  Fraktionsvorsitzender, Spitzenkandidat?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Mit allen, denn der Mensch Wolfgang Kubicki ist nicht teilbar.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Kommen wir zur anstehenden Wahl. Sie haben für Ihre  Partei das 9%-Ziel ausgerufen und wurden dafür in den Medien belächelt.  Gibt es einen rationalen Grund für diesen Optimismus oder ist das der  Zweckoptimismus einer Wahlphase?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Wir haben Ende letzten Jahres untersuchen lassen,  wo die fast zehn Prozent der Wählerinnen und Wähler geblieben sind, die  uns in den Meinungsumfragen seit 2009 verlassen haben und ob wir sie  noch erreichen können. Dabei hat sich herausgestellt, dass wir 75  Prozent mit einem ordentlichen personellen und inhaltlichen Angebot  erneut für die FDP begeistern können. Daraus folgt, dass wir zwischen  neun und elf Prozent bei der Landtagswahl erreichen könnten, wenn alle  Voraussetzungen stimmen. Wir sind gerade dabei, möglichst viele dieser  Voraussetzungen zu schaffen, um am 6. Mai – und nur auf diesen Tag kommt  es an – ein möglichst gutes Ergebnis für die FDP in Schleswig-Holstein  zu erzielen.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Wenn man schon nach den Sternen greift, warum dann  so eine Zahl wie 9%. Ein halbiertes Projekt 18? Erschien 10% einfach als  anmaßend?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Da wir kein Ziel formulieren, sondern nur ein  Potential definiert haben, geht es nicht um Anmaßung, sondern um die  realen Möglichkeiten.</p>
<p><strong>PACK:</strong> In der ZEIT haben Sie mal gesagt: „Unsere politische  Klasse befindet sich in einem elenden Zustand.“ Freut es Sie dann zu  sehen, wie mit der Piratenpartei eine Gruppe gänzlich außerhalb der  politischen Klasse Erfolge feiert?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Die Piratenpartei ist Ausdruck des Elends der  politischen Klasse, da sie offensichtlich ohne wirkliche  Problemlösungskompetenz und ohne entsprechendes Personal „Erfolge“  feiern kann. Aber auch das „Dschungelcamp“ oder „Dieter Bohlen“ feiern  Erfolge.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Ist man auch ein wenig neidisch, wenn eine junge Partei plötzlich derartige Erfolge feiert?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Was ist Erfolg? Stimmen bei der Wahl oder  Problemlösungskompetenz? Auch die Schill-Partei hat mit 19% in Hamburg  „Erfolge“ gefeiert, ohne dass deshalb Neid aufgekommen wäre. Es gibt an  den Piraten nichts, auf das ich neidisch wäre.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Jost de Jager hat gegenüber der Welt gesagt,  Bündnisse mit einer Partei im einstelligen Bereich stehen nicht zur  Debatte. Glauben Sie, die CDU hat sich schon für eine Große Koalition  entschieden? Und wenn dem so ist, wie wollen Sie es dann schaffen  Finanzminister zu werden?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Das müssen Sie doch die Union fragen und nicht  uns. Wir haben alle Optionen. Ich bin gespannt, ob Jost de Jager am 6.  Mai um 18:20 Uhr der deutschen Öffentlichkeit erklären wird, dass er  wegen dieser Festlegung Oppositionsführer werden will.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Und wenn es nicht reicht für den Einzug in den Landtag, was dann?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Wir werden ein gutes Ergebnis erzielen, da bin ich mir sicher. Ansonsten wäre es schlecht für Schleswig-Holstein.</p>
<p><strong>PACK:</strong> Sollte es tatsächlich zu einer Koalition mit  FDP-Beteiligung kommen, dann ja wahrscheinlich mit der CDU. Einer der  größten Streitpunkte beim Vergleich der Parteiprogramme ist die  Vorratsdatenspeicherung. Kann es einen Kompromiss geben oder muss die  CDU einlenken?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Bereits 2009 haben CDU und FDP in  Schleswig-Holstein vereinbart, dass auf eigenständige Regelungen zur  Vorratsdatenspeicherung in unserem Bundesland verzichtet wird (S. 40 des  Koalitionsvertrages). Die FDP Schleswig-Holstein lehnt die anlasslose  Speicherung von Telefon- und Internetverbindungsdaten auch weiterhin  entschieden ab. Für uns ist diese zum einen Ausdruck eines  Überwachungsstaates, in dem Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht  gestellt werden. Zum anderen ist die Wirksamkeit der  Vorratsdatenspeicherung nicht belegt – dies hat eine renommierte Studie  erst kürzlich bestätigt. Die Bundesjustizministerin Sabine  Leutheusser-Schnarrenberger hat im Sommer 2011 mit dem sogenannten  „Quick Freeze“-Verfahren einen grundrechtschonenden Vorschlag  präsentiert, der auf die anlasslose Speicherung von Telefon- und  Internetverbindungsdaten verzichtet, gleichzeitig aber den berechtigten  Ermittlungsinteressen der Strafverfolgungsbehörden ausreichend Rechnung  trägt. Dessen Umsetzung wird von der CDU unverständlicherweise  blockiert. Dass sich die Bundesjustizministerin in der Zwischenzeit  weigert, die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umzusetzen,  begrüßt die FDP Schleswig-Holstein ausdrücklich. Für uns ist nicht  ersichtlich, warum eine Richtlinie, die selbst von der EU-Kommission in  ihrer derzeitigen Form nicht aufrechterhalten wird, umgesetzt werden  sollte. Die FDP nimmt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem  Jahr 2010, mit dem das damalige deutsche Gesetz zur Umsetzung der  Richtlinie für verfassungswidrig und nichtig erklärt wurde, ernst &#8211; ganz  im Gegensatz zu vielen, die angebliche Sicherheitsinteressen über die  Freiheit und die informationelle Selbstbestimmung der Bürgerinnen und  Bürger stellen.<br />
<strong>PACK:</strong> Im Wahlprogramm fordern Sie für die Hochschulen engere  Verknüpfungen zwischen Wirtschaft und Forschung, zum Beispiel zum Zweck  des Technologietransfers. Ist nicht aber die Freiheit von  wirtschaftlichen Interessen und Einflüssen ein Grundpfeiler guter  Forschung?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Die Freiheit von Wissenschaft und Forschung ist  zu Recht ein hohes Gut und verfassungsrechtlich gesichert. Gemeint ist  mit der Aussage im FDP-Wahlprogramm nicht, dass aus wirtschaftlichen  Erwägungen verfassungsrechtliche oder andere rechtliche Grenzen  überschritten werden sollen. Gemeint ist vielmehr, dass aus unserer  Sicht neue Technologien so schnell wie möglich einem wirtschaftlichen  Nutzen zugeführt werden sollten, um die heimischen Unternehmen  zukunftssicher zu machen und sie im globalen Wettbewerb zu stärken.</p>
<p>Als ein Beispiel wäre die Entwicklung des mp3-Formates durch das  Fraunhofer-Institut zu nennen, bei der die enge Verzahnung zwischen  freier Forschung und der Nutzung durch die heimische Wirtschaft damals  nicht optimal funktionierte. Die Wertschöpfungskette befindet sich  mittlerweile größtenteils im Ausland.<br />
<strong>PACK:</strong> Wie auch die CDU unterstützen Sie den Plan, das UKSH in  einer Public Private Partnership zu sanieren. Ein privates Unternehmen,  welches diese Sanierung durchführt, möchte damit natürlich einen Gewinn  machen, also muss das Land langfristig mehr zahlen, als wenn es die  Baumaßnahmen selbst durchführen würde. Warum ergibt das für Sie Sinn?</p>
<p><strong>Kubicki:</strong> Für die FDP ist wichtig, dass der massive  Investitionsstau beim UKSH endlich angegangen wird. Da vor Ablauf der  Anwendungsvereinbarung zwischen dem Land, dem UKSH und Verdi am 1. April  2015 keine andere Entscheidung möglich war, war die Einigung auf das  ÖPP-Modell die beste Möglichkeit, den Investitionsstau im Rahmen der  rechtlichen Vorgaben zügig anzugehen. Das Land ist aufgrund der  schwierigen haushalterischen Situation nicht in der Lage, den  Investitionsstau aus eigenen Mitteln zu tragen. Durch die neue  Gebäudestruktur verspricht sich das UKSH hohe Effizienzgewinne.</p>
<p><strong>PACK: </strong>Vielen Dank für das Gespräch.</p>
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		<title>„Politik muss wieder offener gestaltet werden“</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 18:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frederike Sannmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Torge Schmidt]]></category>

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		<description><![CDATA[StudentenPACK Herr Schmidt, zuerst einmal vielen Dank, dass Sie sich trotz Wahlkampf die Zeit nehmen, mit uns zu reden. Damit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_9071" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px">&nbsp;</p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><img class="size-medium wp-image-9071" title="6831410219_1de1c74e78_b" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/6831410219_1de1c74e78_b-645x428.jpg" alt="" width="645" height="428" /></span><span class="media-credit-dd">Flickr-Nutzer handverbrennung</span></span></strong></div>
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<p><p class="wp-caption-text">Torge Schmidt beim Wahlkampfauftakt im Februar. „Die Entscheidungen trifft die Parteibasis“.</p></div>
<p><strong>StudentenPACK</strong> Herr Schmidt, zuerst einmal vielen Dank, dass  Sie sich trotz Wahlkampf die Zeit nehmen, mit uns zu reden. Damit unsere  Leser Sie etwas besser kennenlernen können, würde ich Ihnen gerne ein  paar persönliche Fragen stellen.</p>
<p>Mit 23 Jahren sind Sie ja noch sehr jung und trotzdem schon  Spitzenkandidat bei der Landtagswahl. Glauben Sie, dass sie dadurch  einen Vorteil bei jüngeren Wählern, wie beispielsweise Studenten, haben?</p>
<p><strong> Torge Schmidt</strong> So genau habe ich mir darüber noch nie  Gedanken gemacht. Ich hoffe, dass sich alle Wähler über die einzelnen  Parteien informieren und danach ihre Entscheidung treffen, mit welchem  Programm sie sich am besten identifizieren können. Ich glaube schon,  dass es wichtig ist, dass junge Leute in die Politik gehen und im  Landtag vertreten sind, damit in der Politik alle Generationen der  Gesellschaft vertreten sind. Da gehört unsere Generation definitiv dazu.</p>
<p><strong>PACK</strong> Warum haben Sie sich für die Piratenpartei entschieden?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> 2009 gab es die Verfassungsklage zum Thema  Vorratsdatenspeicherung. Damit habe ich mich viel beschäftigt und  bemerkt, dass es besser ist, anstatt immer nur zu meckern, wenn man  selbst aktiv wird. Die Piratenpartei war für mich damals sehr attraktiv,  da sie noch sehr neu war und man viele Möglichkeiten der Mitgestaltung  hat. Es gibt nicht, wie in anderen Parteien, alten verkrustete  Strukturen, die man mühevoll ändern muss. Man kann sich direkt  einbringen und die Strukturen selbst mitgestalten und neu aufbauen. Bei  den Piraten kann ich meine Ideen und Vorstellungen gut einbringen.</p>
<p><strong>PACK</strong> Auf der Internetseite der Piraten schreiben Sie, dass  Sie gerne Strategiespiele spielen, oder auch Tabletop-Games. Neben  ihrem Beruf studieren Sie noch Wirtschaftsinformatik an der FernUni  Hagen. Bleibt dafür überhaupt noch Zeit neben der Politik?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Derzeit bin ich für zwei Monate von meiner  Arbeitsstelle unbezahlt beurlaubt. Das Fernstudium ruht im Moment, da  ich das sehr flexibel gestalten kann, auch wenn ich ein gesamtes  Semester aussetze komme ich zwar im Studium nicht weiter, aber es hat  keine weiteren Konsequenzen. Für Hobbys bleibt derzeit leider kaum Zeit.</p>
<p><strong>PACK</strong> Was planen Sie nach dem Studium?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Das weiß ich noch nicht. Ich studiere  hauptsächlich, um mich weiterzubilden. Wenn ich im Mai hoffentlich in  den Landtag komme, habe ich die nächsten fünf Jahre Zeit, mein Studium  zu beenden und was danach passiert, kann ich noch nicht sagen.</p>
<p><strong>PACK</strong> Wie wird man eigentlich so jung bereits  stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands der Piraten und  Spitzenkandidat? Was war Ihr Werdegang innerhalb der Partei?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Bei den Piraten bin ich eigentlich einer der  Erfahrensten, da ich schon länger dabei bin und auch sehr aktiv. Nach  meinem Eintritt in die Partei war ich erst mal ein ganz normales  Mitglied, zur vorgezogenen Landtagswahl wurde ich dann schon  Direktkandidat in meinem Wahlkreis. Das Jahr darauf wurde ich dann schon  in den Vorstand gewählt. Gerade bei so einer jungen Partei geht so was  sehr schnell, wenn man Einsatz zeigt und aktiv ist. Hier in  Schleswig-Holstein ist der Landesverband bis zur Wahl in Berlin auch  sehr klein gewesen. Als Vorstandsmitglied bekommt man nicht direkt viel  politische Macht, sondern kümmert sich mehr um die Verwaltungsaufgaben,  die so eine Partei mit sich bringt. Programmatische Impulse kommt bei uns aus der Basis. Bei der Piratenpartei ist der  Vorstand eher mit Verwaltungsaufgaben und der Repräsentation  beschäftigt, als eine politische Richtung an zu geben.</p>
<p><strong>PACK</strong> Warum sollte ein Lübecker Student die Piratenpartei und Sie persönlich wählen?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Ich glaube, die Lübecker Studenten sollten sich  mit uns und unserer Art und Weise Politik zu machen auseinandersetzen  und unser Programm lesen. Die Piraten stehen für direkte Politik, wo der  Bürger mit einbezogen wird. Wir sind basisdemokratisch organisiert. Wir  lehnen Fraktionszwang ab und wollen mehr Themenbündnisse in den  Parlamenten. Politik muss wieder offener gestaltet werden. Alles das was  ein Politiker im Namen der Wähler macht, muss transparent und  nachvollziehbar sein. Grenzen gibt es nur da, wo es um  Persönlichkeitsrechte geht. Wer sich damit identifizieren kann, sollte  uns wählen.</p>
<p><strong>PACK</strong> Wenn die Piraten in den Landtag kommen, wären sie koalitionsbereit? Und wenn ja mit wem?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Dazu haben wir bis jetzt noch keine Aussage  getroffen. Wenn eine Partei Koalitionsgespräche mit uns führen möchte,  werden diese definitiv öffentlich und nachvollziehbar geführt. Die  endgültige Entscheidung über einen möglichen Koalitionspartner trifft  dann bei uns die Parteibasis. Ich persönlich denke aber nicht, dass es  dazu kommen wird, da andere Parteien mit Art und Weise der Piraten nicht  zurecht kommen wollen. Wir haben keinen Fraktionszwang und unsere  transparente Art und Weise Politik zu machen wird von anderen Parteien  nicht mitgetragen, speziell nicht in der Regierungsarbeit.</p>
<p><strong>PACK</strong> Wie stehen die Piraten zu einer Minderheitsregierung?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Das ist ein „was wäre wenn“-Spiel. Wir setzen uns  dafür ein, themenbezogene Politik zu machen. Wir möchten, dass mehr  inhaltlich diskutiert wird und keine Grabenkämpfe zwischen Opposition  und Regierung entstehen. Thematisch bezogen würde ich eine  Minderheitsregierung unterstützen, wenn also ein Antrag kommt, den wir  inhaltlich unterstützen möchten, würden wir das definitiv tun.</p>
<p><strong>PACK</strong> Was sind die Pläne der Partei bei einem Einzug in den Landtag?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Für uns sind die Themen aus dem Wahlprogramm  wichtig. Wir werden uns dafür einsetzten, dass Bildung im Mittelpunkt  der Arbeit steht. Schülerbeförderung soll weiterhin kostenlos sein und  wir fordern Lehrmittelfreiheit. Nicht umsonst gab es letztes Jahr die  Diskussion um den Staatstrojaner. Da setzen wir uns für die Verteidigung  der Bürgerrechte ein. Damit geht auch einher, dass wir die Hürden für  Bürgerentscheide und sonstige Initiativen in Schleswig-Holstein runter  schrauben und der Realität anpassen wollen. Im letzten Jahr haben wir  auch zwei Initiativen zum Thema „Mehr Demokratie“ mitgestaltet.</p>
<p><strong>PACK</strong> Haben die Piraten sich ein konkretes Ziel gesteckt  für diese Wahl? Gibt es eine Prozentzahl die Sie gerne erreichen würden,  wie etwa die FDP 9 Prozent?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Unser klares Ziel ist in den Landtag einzuziehen,  wir freuen uns natürlich über jeden Prozentpunkt, den wir mehr bekommen.  Ich denke mal, dass eine Prozentzahl wie 9 Prozent für uns kein  bodenständiges Ziel wäre. Da müssen wir realistisch sein und auf dem  Teppich bleiben.</p>
<p><strong>PACK</strong> Warum lehnen Sie Patente auf Lebewesen, Gene, Geschäftsideen und Software ab?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Da muss man differenzieren, Patente auf Lebewesen  und Gene sind ein spezielles Thema. Man gibt die Lebensgrundlage aller  Menschen in private Hand. Sprich, wenn eine Weizensorte patentiert ist,  hat der Patentinhaber die Rechte und kann entscheiden, wer es anbauen  darf und wie viel ausgesät wird. Dadurch bekommen wenige Menschen eine  absolute Macht über die Lebensgrundlage aller. So würde ein riesiges  Machtungleichgewicht entstehen.</p>
<p>Im Bereich der Software sind wir der Auffassung, dass freie  Software gefördert werden muss, damit es zu einem Wissensaustausch  kommen kann. Das bedeutet nicht, dass Programmierer kein Geld verdienen  sollen. Die derzeitige Politik beispielsweise im Bereich der  Lizenzierung ist es allerdings eher so, dass große Softwarefirmen  maßgeblich durch Patentierung eine Weiterentwicklung oft hemmen. Als  Beispiel der Apple/Samsung-Streit um die Verletzung von Patenten in  verschiedensten Ländern. Hätten die Pioniere der Softwareentwicklung auf  eine solch restriktive Handhabe bestanden, wären wir heute aller  Wahrscheinlichkeit nach nicht so weit, denn der Wissensaustausch hat  besonders hier Unglaubliches hervorgebracht.</p>
<p><strong>PACK</strong> Was versprechen Sie sich davon, wenn Läden auch am Sonntag geöffnet sein dürfen?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Das sollte ähnlich laufen wie in Berlin. Wenn ein  Unternehmer die Möglichkeit hat, 24 Stunden in der Woche seinen Laden zu  öffnen, bedeutet das nicht, dass er das auch macht. Sondern wir wollen  erreichen, dass die Ladenöffnungszeiten dem Unternehmer freigestellt  werden, damit er seinen Laden dann öffnen kann, wenn auch Kunden zum  einkaufen kommen. In Schleswig-Holstein gibt es diverse Sonderregeln,  wie zum Beispiel in den Bädern, da muss eine klare Regelung gefunden  werden. In Berlin funktioniert es ja schließlich auch.</p>
<p><strong>PACK</strong> Sie fordern den „Freien Zugang zu Naturschönheiten  und Entspannung in der Natur“ was genau bedeutet das? Wie hilft das dem  einzelnen Bürger?</p>
<p><strong>Schmidt</strong> Das heißt eigentlich, dass wir uns für eine  gemeinschaftliche Nutzung von beispielsweise Strandabschnitten stark  machen wollen. Einige Strände sind mit einer Nutzungspauschale  belegt(Kurtaxe). Da möchten wir erreichen, dass diese öffentlichen  Flächen auch frei zugänglich gemacht werden.</p>
<p><strong>PACK</strong> Vielen Dank für das Gespräch.</p>
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		<title>Die Große Campus-Umfrage</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 17:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Ruge</dc:creator>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerüchte über die politische Einstellung von Studenten gibt es viele: Mediziner wählen, als Kinder reicher Eltern, alle eher konservativ, Informatiker [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gerüchte über die politische Einstellung von Studenten gibt es viele:  Mediziner wählen, als Kinder reicher Eltern, alle eher konservativ,  Informatiker wählen ohnehin nur Piraten und in Lübeck hat die CDU nach  dem Sommer 2010 natürlich keine Chance. Oder ist das alles doch anders?  Wie die Studenten der Uni Lübeck wirklich wählen, haben wir in der  großen StudentenPACK Umfrage zur Landtagswahl 2012 herausgefunden. 165  Studierende der Universität zu Lübeck, und damit über 5 Prozent, haben  an unserer am 10. und 11. April in der Mensa durchgeführten Umfrage  teilgenommen.</p>
<p>Acht Fragen auf einem insgesamt vier Seiten langen Fragebogen,  welche neben der Wahlentscheidung auch bisheriges Wahlverhalten,  Politikersympathien, Meinungen zu den Themen der Wahl und Angaben zur  Demographie (Geschlecht und Studiengang) abgefragt haben, wurden anonym  ausgefüllt und in eine Wahlurne geworfen. Unter den Teilnehmern sind  überdurchschnittlich viele MIW-Studenten und prozentual weniger  Medizinstudenten als in der Studierendenschaft, die Verteilung innerhalb  der anderen Studiengänge entspricht verhältnismäßig genau der  Verteilung unter den Studenten. Nutzt man die tatsächliche Verteilung  der Studiengänge, so kann man die Umfrageergebnisse so standardisieren,  dass man eine Prognose für die Wahlentscheidung der Studierendenschaft  der Uni Lübeck erhält. Von den 165 Teilnehmern haben sich 35  entschieden, sie würden nicht wählen gehen, oder ungültig wählen. Die  nachfolgende Auswertung beruht auf den Verbleibenden 130 Teilnehmern.</p>
<p><div id="attachment_9132" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Population1b.png" rel="shadowbox[sbpost-9081];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9132" title="Population1b" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Population1b-645x406.png" alt="Medizinstudenten stellen über 50 Prozent der 3040 regulären Studenten (Promotionsstudenten wurden nicht berücksichtigt) doch nur 33,94 Prozent der Umfrageteilnehmer. MIW Studenten sind hingegen stark über repräsentiert." width="645" height="406" /></a><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/studentenpack/">StudentenPACK</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Medizinstudenten stellen über 50 Prozent der 3040 regulären Studenten (Promotionsstudenten wurden nicht berücksichtigt) doch nur 33,94 Prozent der Umfrageteilnehmer. MIW Studenten sind hingegen stark über repräsentiert.</p></div>Wir haben gefragt: „Wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre,  welche Partei würdest du wählen?“ Die stärkste Kraft in einer Wahl auf  dem Campus wären die Grünen, sie würden 30,9 Prozent der Stimmen  erhalten und damit mehr als doppelt so viele Stimmen wie in einer  parallel von Infratest dimap und dem Norddeutschen Rundfunk  durchgeführten Studie. Knapp hinter den Grünen folgt die SPD, sie kann  unter den Studierenden mit 29,6 Prozent der Stimmen rechnen. Die SPD ist  auf dem Campus marginal schwächer als in der parallelen Umfrage der  Gesamtbevölkerung, in welcher sie auf 32 Prozent kommt. Drittstärkste  Kraft unter den Studenten sind die Piraten. In der Gesamtbevölkerung mit  11 Prozent ebenfalls stark vertreten kommen sie auf dem Campus auf 20,7  Prozent. Die CDU dagegen ist auf dem Campus abgeschlagen und erhält nur  11,8 Prozent der Stimmen. In der Gesamtbevölkerung kann die CDU  hingegen laut Infratest dimap/NDR mit 32 Prozent rechnen.</p>
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<p><div id="attachment_9082" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-9082" title="prognose1c" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/prognose1c-645x378.png" alt="" width="645" height="378" /><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/studentenpack/">StudentenPACK</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Die Grünen erhalten in der Prognose über 30 Prozent der Stimmen, dicht gefolgt von der SPD. FDP und Linke scheitern auf dem Campus an der 5 Prozent Hürde.</p></div>Die 5 Prozent-Hürde wird, wie auch in den landesweiten Umfragen,  zum Problem für die Linke (in der Prognose für den Campus 4,7 Prozent)  und die FDP (Auf dem Campus nur 2,3 Prozent).</p>
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<p>Über die Hälfte der Studenten werden laut unserer Umfrage zum  ersten mal ihre Stimme in Schleswig-Holstein abgeben, entweder, weil sie  bei der letzten Landtagswahl am 27. September 2009 noch nicht 18 Jahre  alt waren oder weil sie erst später nach Schleswig-Holstein gezogen  sind. Über die Wählerwanderung lässt sich daher wenig sagen. Auffällig,  aber wenig überraschend, ist der Verlust bei der CDU, welche 2009 24,1  Prozent der studentischen Stimmen in Lübeck auf sich vereinigen konnte.  Die SPD (25,9 Prozent) oder den Grünen (Auch schon 2009 auf dem Campus  stark mit 32,4 Prozent) sind wie auch FDP (1,9 Prozent) und die Linke (9  Prozent) einigermaßen stabil. Die Piraten konnten 2009 bereits 6,6  Prozent der Stimmen der Lübecker Studenten auf sich verbuchen und sind  mit nun mehr über 20 Prozent die klaren Gewinner dieser Umfrage.</p>
<p>Doch die Umfrage nach der Wahlentscheidung lässt sich noch weiter  aufschlüsseln. So kann man tatsächlich feststellen, dass Mediziner  geneigter sind, CDU zu wählen, als der durchschnittliche Student, die  Union erhält unter Medizinstudenten 14,3 Prozent. Am stärksten vertreten  ist die Partei aber bei den MML-Studenten, immerhin ein Viertel würden  CDU wählen (wobei lediglich acht MML-Studenten an der Umfrage  teilgenommen haben; somit sind diese Zahlen keine verlässliche Prognose  für den Studiengang). Auch die Vorliebe der Informatiker für die  Piratenpartei ist keine Legende: 56,5 Prozent der Informatikstudenten  würden der Partei ihre Stimme geben (Unter den Teilnehmern, die  Medizinische Informatik studieren, erhielt die Piratenpartei sogar 80  Prozent, da aber nur fünf Teilnehmer dieses Fachs dabei sind, lässt dies  keine Aussage über den Studiengang zu).</p>
<p><div id="attachment_9135" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Prognose2c.png" rel="shadowbox[sbpost-9081];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9135" title="Prognose2c" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Prognose2c-645x400.png" alt="Die Studiengänge haben ein unterschiedliches Wahlverhalten. Unter Medizinern und MML Studenten ist die CDU besonders stark, bei Informatikern schneiden die Piraten am besten ab. Die Daten für die kleineren Studiengänge (MML und MI) lassen aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen kaum Schlüsse zu." width="645" height="400" /></a><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/studentenpack/">StudentenPACK</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Die Studiengänge haben ein unterschiedliches Wahlverhalten. Unter Medizinern und MML Studenten ist die CDU besonders stark, bei Informatikern schneiden die Piraten am besten ab. Die Daten für die kleineren Studiengänge (MML und MI) lassen aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen kaum Schlüsse zu.</p></div>Die Linkspartei ist überdurchschnittlich stark bei MIW-Studenten  vertreten. 17,7 Prozent der MIW-Studenten würden DIE LINKE wählen, die  in der Projektion auf die Gesamtstudierendenschaft keine 5 Prozent  erhält.</p>
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<h4>Sympathieskala</h4>
<p>Neben der Frage zur Wahlentscheidung haben wir auch die  Spitzenkandidaten selbst bewerten lassen. Die Studenten wurden gebeten,  die Regionalpolitiker, die sie kennen, auf einer Sympathieskala zu  bewerten. Demnach ist der beliebteste Politiker unter Lübecker Studenten  der grüne Bildungspolitiker Rasmus Andresen, der unbeliebteste  Politiker der Spitzenkandidat der CDU Jost de Jager. De Jager ist dafür  aber der bekannteste Politiker, 87 Prozent wissen, wer er ist. Lediglich  80 Prozent der Befragten geben an, zu wissen, wer Peter Harry  Carstensen ist, nur 66 Prozent kennen den SPD-Spitzankandidaten Torsten  Albig. Neben Rasmus Andresen haben die Studenten auch ein positives Bild  von Robert Habeck (Grüne), Torge Schmidt (Piraten), Torsten Albig  (SPD), Martin Habersaat (SPD) und der SSW-Abgeordneten Anke Spoorendonk.  Die schlechtesten Noten vergeben die Studenten für die Politiker von  CDU und FDP. Die Beliebtheit der Politiker korreliert merklich mit der  Wahlentscheidung, Grüne, SPD und Piraten sind als Parteien wie als  Personen unter den Studenten die Favoriten.</p>
<p><div id="attachment_9084" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/politiker1c.png" rel="shadowbox[sbpost-9081];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9084" title="politiker1c" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/politiker1c-645x259.png" alt="" width="645" height="259" /></a><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/studentenpack/">StudentenPACK</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Sind Politiker sympathisch, weil sie in einer Partei sind, die man wählt oder wählt man die Partei wegen der Politiker? Die Korrelation zwischen Wahlentscheidung und Sympathie ist unübersehbar.</p></div>Das Image des CDU-Spitzenklandidaten ist auch unter seinen Wählern nicht  gut, dafür ist wohl der Sommer 2010 noch zu sehr in den Köpfen:  Durchschnittlich halten die CDU-Wähler unter den Lübecker Studenten  ihren Spitzenkandidaten für unsympathisch, Torsten Albig hingegen  bewerten sogar die CDU-Wähler, sofern sie ihn bewerten, eher positiv.</p>
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<h4>Themenschwerpunkte</h4>
<p>Eine Wahlentscheidung zu treffen ist nicht für jeden einfach. Manche  haben ihre Entscheidung ein für alle mal getroffen, andere bewerten  jedes mal von neuem, welcher Partei sie ihre Stimme geben können. Für  sie muss eine Partei sich in jeder Legislaturperiode aufs neue bewähren  in den Themenbereichen, die ihnen besonders am Herzen liegen. Um zu  verstehen, welche Themen für die Studenten ihre Wahl am stärksten  beeinflussen, haben wir die Teilnehmer gebeten auszuwählen, wonach sie  ihre Wahlentscheidung treffen. Unter 19 Themenbereichen sollten die  teilnehmer jene ankreuzen, die sie für sich als Entscheidend definieren,  sie durften dabei beliebig viele auswählen.</p>
<p><div id="attachment_9086" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/themen1c.png" rel="shadowbox[sbpost-9081];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9086" title="themen1c" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/themen1c-645x357.png" alt="" width="645" height="357" /></a><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/studentenpack/">StudentenPACK</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Am wichtigsten sind den Studenten bildungspolitische Themen. Am schlechtesten schneidet Tourismus ab, nur 6,7 Prozent der Befragten würden dieses Thema als entscheidend für ihre Wahl bezeichnen.</p></div>Wenig überraschend ist, dass Bildungspolitische Themen von den  meisten Studenten als entscheidende Themen angesehen werden. 83,6  Prozent der Befragten geben an, universitäre Themen würden ihre  Wahlentscheidung beeinflussen, 79,3 Prozent der Befragten nennen  Bildungspolitik ein eintscheidendes Thema. Nicht nur, weil viele  Mediziner an der Uni Lübeck studieren, sondern auch weil mit der Debatte  um die UKSH Privatisierung die Gesundheitrspolitik in  Schleswig-Holstein in letzter Zeit in den Fokus gerückt ist, überrascht  es kaum, dass auch Gesundheitspolitik für viele Studenten ein wichtiges  Thema ist.</p>
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<p><div id="attachment_9141" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Themen2.png" rel="shadowbox[sbpost-9081];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9141" title="Themen2" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Themen2-645x365.png" alt="Prozentualer Anteil der Wahl jener Studenten, die dieses Thema als wahlentscheidend benannt haben. Zudem ist eingezeichnet, wie viel Prozent sich entscheiden, keine Stimme abzugeben." width="645" height="365" /></a><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/studentenpack/">StudentenPACK</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Prozentualer Anteil der Wahl jener Studenten, die dieses Thema als wahlentscheidend benannt haben. Zudem ist eingezeichnet, wie viel Prozent sich entscheiden, keine Stimme abzugeben.</p></div>Bei Themen wie Bürgerbeteiligung oder der digitalen Gesellschaft sind  erwartungsgemäß die Piraten stark. Nur die Grünen haben sich, was diese  Themen angeht, noch nicht abhängen lassen. Von den Studenten, die diese  Themen für entscheidend halten, würden genauso viele Piraten wählen wie  Grüne. Gänzlich abgeschlagen in diesen Themenbereichen ist die CDU. Bei  Studenten, für die Gesundheitspolitik, landesübergreifende  Zusammenarbeit (wie die Föderalismusreform und norddeutsche Kooperation)  oder Verkehrspolitik eine entscheidende Rolle spielt, punktet die CDU  etwas besser, aber auch hier belegt sie keinen Spitzenplatz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die SPD punktet natürlich stark bei den Studenten, die  Arbeitsmarktpolitik für ein entscheidendes Thema halten. Immerhin 25  Prozent würden sie wählen. Familienförderung, Finanzpolitik,  Gesundheitspolitik und Wirtschaftspolitik sind andere Felder, bei denen  die Sozialdemokraten gut abschneiden. Das studentische Kernthema  „Universitäten“ kann die SPD knapp vor den Grünen für sich verbuchen.</p>
<p>Die Grünen sind insgesamt stark vertreten. Insbesondere in ihrem  klassischen Themenbereich Umweltpolitik können sie alle anderen Parteien  klar hinter sich lassen. Auch in den anderen studentischen Kernthemen  Bildungspolitik und Gesundheitspolitik sind die Grünen stark vertreten.</p>
<p>Studenten, die Tourismus oder Arbeitsmarktpolitik für wichtig  halten, sind am ehesten geneigt, keiner Partei ihre Stimme zu geben,  circa 30 Prozent haben vor, ungültig oder gar nicht zu wählen.</p>
<p>Neben den Fragen zu den Kandidaten und den Themenbereichen wurden  die Studenten gebeten 10 Aussagen aus den Parteiprogrammen nach  Zustimmung zu Bewerten, sie konnten auswählen zwischen „Stimme zu“,  „Stimme eher zu“, „keine Meinung“, „Stimme eher nicht zu“ und „Stimme  nicht zu“. Dabei wurde den Teilnehmern nicht verraten, aus welchem  Parteiprogramm eine Aussage stammt. Wir haben zudem die  Spitzenkandidaten der fünf im Landtag vertretenen Parteien und der  Piraten gebeten, zu erraten, aus wessen Programm diese Aussagen stammen  und uns ihre Meinung zu den Themen zu verraten. Die Ergebnisse aus der  Umfrage und die Aussagen der Spitzenkandidaten findet ihr in folgendem Artikel:</p>
<p><a title="10 Aussagen" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/10-aussagen/">10 Aussagen</a></p>
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		<title>Die Politiker unter den Studenten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StudentenPACK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die meisten Politiker, die ihr am 6. Mai wählen könnt, haben schon recht früh angefangen, sich zu engagieren. Auch an [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Politiker, die ihr am 6. Mai wählen könnt, haben schon  recht früh angefangen, sich zu engagieren. Auch an unserer Uni gibt es  einige Jungpolitiker, die in den Jugendorganisationen der Parteien  engagiert sind, sei es die Junge Union, die Jusos, die Grüne Jugend oder  eine der anderen Parteien. Wir haben uns gefragt: Was bringt Studenten  dazu, sich politisch zu engagieren? Was treibt sie an, sich in ihrer  Partei einzubringen? Und was passiert in diesen Jugendorganisationen  überhaupt? Und wenn man sich nicht gleich an ein Parteibuch binden will:  Was kann man noch tun, um politisch aktiv zu sein?</p>
<p>Wir haben Antworten gekriegt aus den verschiedensten  Gruppierungen und auch eine der Jungredakteurinnen des Wahl-O-Mats hat  für uns geschrieben.</p>
<p>Auf den kommenden Seiten könnt ihr also lesen, warum sich eure  Kommilitonen engagieren und was sie zur politischen Arbeit antreibt. Und  wer weiß: Vielleicht können wir ja neben den Namen des einen oder der  anderen bei einer der nächsten Wahlen unser Kreuzchen machen.</p>
<ul>
<li><a title="Viel mitgenommen, einiges verstanden" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/viel-mitgenommen-einiges-verstanden/">Maik Pretzlaff: Viel mitgenommen, einiges verstanden</a></li>
<li><a title="Willst du mit mir wählen gehen?" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/willst-du-mit-mir-wahlen-gehen/">Jennifer Brumeisl: Willst du mit mir wählen gehen?</a></li>
<li><a title="Die eigene Meinung zu den Politikern transportieren" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/die-eigene-meinung-zu-den-politikern-transportieren/">Anna Barkentien: Die eigene Meinung zu den Politikern transportieren</a></li>
<li><a title="Etwas bewegen können" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/etwas-bewegen-konnen/">Tim Eixmann: Etwas bewegen können</a></li>
<li><a title="Nicht aus dem Kopf heraus, sondern aus dem Herzen möchte ich mich engagieren" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/nicht-aus-dem-kopf-heraus-sondern-aus-dem-herzen-mochte-ich-mich-engagieren/">Mona Isabell Mittelstein: Nicht aus dem Kopf heraus, sondern aus dem Herzen möchte ich mich engagieren</a></li>
<li><a title="Man lernt, für sich einzustehen" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/man-lernt-fur-sich-einzustehen/">Bastian Siller: Man lernt, für sich einzustehen</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Nicht aus dem Kopf heraus, sondern aus dem Herzen möchte ich mich engagieren</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mona Isabell Mittelstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[DIE LINKE]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich den Aufruf der Redaktion las, war ich begeistert und wollte unbedingt einen Artikel zum Thema des politischen Aktivismus [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_8897" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 460px"><img class="size-medium wp-image-8897" title="Palestine SD 1 628" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Palestine-SD-1-628-450x600.jpg" alt="" width="450" height="600" /><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/mittelstein/">Mona Isabell Mittelstein</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Mona im Sommer 2010 bei der Arbeit in einem Workcamp in der Nähe von Bethlehem.</p></div>Als ich den Aufruf der Redaktion las, war ich begeistert und wollte  unbedingt einen Artikel zum Thema des politischen Aktivismus schreiben –  welch grandiose Möglichkeit, noch mehr Menschen meine Anliegen  näherzubringen, die mein Antrieb sind. Doch nun, während ich den x-ten  Versuch verfasse, kommen mir mehr und mehr Zweifel. Keine Chance, meinen  politischen Werdegang, meine Ideale, Forderungen und Verbitterungen in  wenigen Worten darzustellen – überhaupt: Leide ich nicht an  Erwähnungszwang, einen Artikel über mich selbst schreiben zu wollen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch meine Organisation und die Begründung, warum ich gerade dort aktiv  bin, in diesen Zeilen darzustellen, scheint mir nahezu unmöglich. Da  gibt es eine Menge zu sagen, denn ich halte nicht viel von Lobhudelei im  Sinne von „die Partei, die Partei, die hat immer Recht“; auch wenn die  Partei, die ich die meine nenne, medial oft als SED-Nachfolgerin abgetan  wird.</p>
<p>Ich bin hier in Lübeck im Vorstand der LINKEN, bin Delegierte zu den  Landesparteitagen und einer der Sprecher des BAK Gerechter Frieden für  Nahost. Darüber hinaus bin ich im Netzwerk Marx21 organisiert – in all  dieser politischen Arbeit kann ich kein Unterdrückerpotential  feststellen.</p>
<p>Sicher finde ich nicht alles gut und richtig, doch die LINKE ist  sehr vielseitig: Es gibt – ja genau – Genossen, die phantastische Arbeit  leisten, ebenso wie solche, für deren Arbeit ich nichts übrig habe,  mich teilweise sogar schäme, mit ihnen in der gleichen Partei zu sein.</p>
<p>Aber ich bin überzeugt davon, dass es viel einfacher ist, etwas  zu verändern, wenn man im Rahmen der Übereinstimmung mit und in Gruppen  arbeitet. Es gibt dabei immer Themen, bei denen man sich reibt und  streitet, doch dadurch kann man sich weiterbilden, die eigenen Argumente  schärfen oder die des Anderen als überzeugender anerkennen, ohne dabei  das eigene Denken einzustellen. Das muss in der täglichen Arbeit dann  aber auch praktisch umgesetzt werden.</p>
<p>Da dies der Fall ist und trotz innerparteilicher Differenzen eine  Zusammenarbeit möglich ist, sehe ich für mich in der LINKEN die einzige  nicht nur wählbare, sondern auch unterstützungswerte Alternative – es  ist die einzige Partei, die sich konsequent gegen Krieg, für soziale  Gerechtigkeit und Chancengleichheit einsetzt – alles Wortgebilde, die  viel zu oft zu leeren Phrasen verkommen. Nicht aus dem Kopf heraus  möchte ich mich engagieren, sondern aus dem Herzen heraus. Es ist mir  ein inneres Bedürfnis mich für meine Mitmenschen einzusetzen, für andere  aufzustehen. Nicht, um mich dann beruhigt für einen besseren Menschen  halten zu können oder weil es eben „gut klingt“, sondern weil ich es  anders gar nicht aushielte.</p>
<p>Das Leid in der Welt, egal ob in fernen Ländern oder hier vor  Ort, zwingt mich, etwas zu tun. Es reicht nicht aus, heuchlerisch ein  paar Euro an irgendwelche Organisationen zu überweisen – ich muss selbst  aktiv werden, mir vor Ort ein Bild von der Situation machen und mit  anpacken. So bin ich in den letzten beiden Sommersemestern nach Israel  und Palästina gefahren: Ich habe miterlebt, gesehen, gehört – habe das  Leben dort geschmeckt und in Teilen dokumentiert.</p>
<p>Während meiner anschließenden Kampagne zur Befreiung dreier  palästinensischen politischen Gefangenen aus Ni’lin habe ich viel  Unterstützung und Rückhalt durch Marx21 und die LINKE erfahren. Ich  lernte es noch mehr zuschätzen, politisch organisiert zu sein.</p>
<p>Da nicht jeder die Möglichkeit hat, an jeden Ort zu fahren und  sich mit jedem Thema – seien es die Probleme in der Bildungspolitik, die  Kriege weltweit, die Situation schwangerer Häftlinge, die  Abschiebelager usw. – eingehend zu beschäftigen, ist es umso wichtiger,  sich zu organisieren, sich zu vernetzen, Kräfte und Informationen zu  bündeln um gemeinsam stark zu sein.</p>
<p>Für eine gemeinsame Stärke braucht es gemeinsame und  gleichberechtigte Diskussionen, es braucht ein politisches Umfeld, in  dem sich jeder traut, den Mund aufzumachen, und man sich nicht erst  durch jahrelange schweigende Mitgliedschaft das Wort erarbeiten muss.  Bei uns ist jeder aufgerufen, sich zu beteiligen und seine Ideen und  Visionen einzubringen. Durch Initiative einzelner – auch neuer –  Mitglieder können ganz neue Arbeitsgruppen entstehen und weitere Gebiete  erschlossen werden. Politische Arbeit bei der LINKEN beschränkt sich  nicht auf Anti-Nazi-Demos und Plakate aufhängen. Wir haben zu jedem  Thema etwas zu sagen, alle Interessensgebiete und Schwerpunkte sind  vertreten. Gerade diese Themenvielfalt ermöglicht dann auch die oben  erwähnte Meinungsvielfalt, die uns sowohl straucheln als auch wachsen  lässt.</p>
<p>Die Wichtigkeit des „Gemeinsam“ erlebe ich als alleinsorgende  Mutter tagtäglich. Ich sehe, an wie vielen Stellen es in unserer  Gesellschaft Handlungsbedarf gibt und dass dies, ebenso wie die  Bewältigung des oft stark erschwerten Alltages, eines Umfeldes, eines  starken sozialen Netzes bedarf. Wenn Menschen mit unterschiedlichen  Ideen und Stärken sich zusammen tun, ist so viel mehr möglich und  Solidarität bleibt nicht nur ein Wort.</p>
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		<title>Willst du mit mir wählen gehen?</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jennifer Brumeisl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl-O-Mat]]></category>

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		<description><![CDATA[Politik ist wichtig. Das weiß theoretisch jeder, doch wer blickt noch durch den Wirrwarr an Wahlversprechen und Politiker-Gerede durch und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_9131" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/tapete_start.jpg" rel="shadowbox[sbpost-8886];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9131" title="tapete_start" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/tapete_start-645x556.jpg" alt="" width="645" height="556" /></a><span class="media-credit">© bpb</span></div><p class="wp-caption-text">Wahl-O-Mat Schleswig-Holstein 2012</p></div>Politik ist wichtig. Das weiß theoretisch jeder, doch wer blickt noch  durch den Wirrwarr an Wahlversprechen und Politiker-Gerede durch und  versteht wirklich, welche Partei sich für was einsetzt? Niemand, den ich  kenne, und demzufolge ist die Politikverdrossenheit unserer Generation  auch erschreckend groß.</p>
<p>Aber spätestens Lübeck kämpft sollte uns allen vor Augen geführt  haben, welche enormen Auswirkungen die Politik der  Schleswig-Holsteinischen Landesregierung auf unser aller Leben hat und  wie wichtig daher politisches Engagement für jeden von uns ist. Deswegen  habe ich als Medizinstudentin im dritten Semester, die sonst eigentlich  nicht mit Interesse an Politik glänzt, als Jugendredakteurin den  Wahl-O-Mat für die anstehende Landtagswahl mitgestaltet.</p>
<p>Und das kam so: In den Weihnachtsferien flatterte mir der  obligatorische Newsletter der Bundeszentrale für politische Bildung in  mein Email-Postfach, der dort eigentlich nur landet, weil ich es noch  nicht geschafft habe, ihn seit dem Politik-Unterricht in der Oberstufe  abzubestellen. Doch nach Informationen über ein Seminar zum Thema  „Revolte und Umbruch in Nordamerika“ und einer Studienreise nach Israel  stand da dieses Mal auch „Redaktion für den Wahl-O-Mat für die  Landtagswahl in Schleswig-Holstein gesucht“. Den Wahl-O-Mat kannte ich  noch aus der Schule von der Landtagswahl in Hessen 2009, Politik war mal  etwas Anderes als Biochemie und als kleine „Lernpause“ schrieb ich  schnell ein paar Zeilen in die Onlinebewerbung, drückte auf OK und hatte  das Thema damit eigentlich schon abgehakt. Umso überraschter war ich,  als Anfang Januar eine Email mit der Einladung zum Workshop kam: ein  Wochenende, Donnerstag bis Samstag, 17 junge Leute plus Experten der  Bundeszentrale und des Landtags, eine Jugendherberge in Kiel und  Politik. Das klang für mich nach: neue Leute kennen lernen, mal aus dem  Studien-Trott rauskommen und was komplett Anderes ausprobieren. Kann man  mal machen.</p>
<p>Im Workshop angekommen, war ich dann doch schnell ziemlich  eingeschüchtert, denn spätestens nach der Vorstellungsrunde war mir  klar, dass ich einen etwas anderen Hintergrund als der Rest der Gruppe  hatte. Das waren alles Politik- oder Jurastudenten, Mitglieder in einer  Partei oder sonst irgendwie politisch aktiv. Da konnte ich nicht  wirklich mithalten. Überraschenderweise war aber genau die Tatsache,  dass ich aus einem anderen Bundesland kam und mich nicht jeden Tag  intensiv mit Politik beschäftigte, bei manchen Diskussionen eine  Bereicherung für die Gruppe, weil ich so einen ganz anderen Blickwinkel  einbringen konnte. In Gruppen durchforsteten wir die Wahlprogramme der  einzelnen Parteien nach brauchbaren Thesen, denn auch wenn zum Beispiel  Studiengebühren ein wichtiges Thema sind, so sind sie doch als These  völlig unbrauchbar, da keine der Parteien sie wieder einführen will und  sie sich somit nicht zur Unterscheidung der Parteien eignen. Und das  muss schließlich die Grundeigenschaft einer These sein, durch das  Klicken von „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ den eigenen  Standpunkt mit dem der Parteien zu vergleichen und am Schluss die Partei  mit der größten Übereinstimmung zu ermitteln. Nach drei Tagen voller  Diskussionen und Abstimmungen, Plakatwände zugekleistert mit Post-Its,  waren 85 Thesen entstanden, die an die Parteien geschickt wurden, welche  diese beantworteten und mit Kommentaren zu ihren Antworten  zurückschickten. In einer erneuten Auswahlrunde unsererseits wurden die  besten 38 Thesen ausgewählt, die ihr jetzt im Wahl-O-Mat unter  www.wahl-o-mat.de/schleswigholstein2012/ findet.</p>
<p>Der fertige Wahl-O-Mat wurde am 29. März auf einer Pressekonferenz im  Kieler Landtag vorgestellt und selbst wenn es der Reporter der LN nicht  glauben wollte: Auch wenn wir als „Lohn“ nur ein Zertifikat und ein  T-Shirt mit der schicken Aufschrift „Willst du mit mir wählen gehen“  bekommen haben, so war die Teilnahme für uns alle doch eine durchweg  positive Erfahrung, denn wir hatten in diesen Tagen extrem viel Spaß,  haben tolle Leute kennen gelernt und auch neben der Arbeit an den Thesen  eine wirklich schöne Zeit zusammen verbracht. Es hat sich für mich also  auf jeden Fall gelohnt, mal über den Tellerrand meines Studiums zu  schauen und mich politisch zu engagieren.</p>
<p>Ich hoffe, der Wahl-O-Mat ist uns gelungen und hilft euch bei der  Entscheidung, welcher Partei und welchem zugehörigen Kandidaten ihr  eure Stimme schenken wollt. Also liebe Leute, spielt den Wahl-O-Mat (ja,  das heißt wirklich so) und vor allem: Geht am 6. Mai wählen, denn  Politik ist wichtig, nicht nur für jeden einzelnen von uns, sondern auch  für unsere Uni und das ganze Land Schleswig-Holstein!</p>
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		<title>Man lernt, für sich einzustehen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bastian Siller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin seit etwas mehr als zehn Jahren Mitglied der SPD. Die Entscheidung, beizutreten war sicherlich nicht so 100 Prozent [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin seit etwas mehr als zehn Jahren Mitglied der SPD. Die  Entscheidung, beizutreten war sicherlich nicht so 100 Prozent ernsthaft,  wie man es sich so vorstellt – beziehungsweise wie ich sie mir manchmal vorstellte.  Sie kam über mich und ich wurde Juso mit gerade 17. Das war per se gut und man lernt tolle Leute kennen, die sich nur der  Sache wegen für andere einsetzen, für Gelder kämpfen, damit Dörfer oder  Stadtteile einen neuen Kindergarten bekommen. Oder ihre eigenen  Interessen verfolgen, das gibt es auch mehr als genug. Man lernt, für  sich einzustehen. Inzwischen bin ich eher weniger aktiv. Leider, muss ich sagen. Aber mir  geht es nicht wirklich darum, Politik zu machen, sondern eher darum,  meine politische Sicht der Dinge für mich selber grundlegend entschieden  zu haben. Eine kleine, aber angenehme Nebensächlichkeit ist mit  Sicherheit das Kennenlernen der Kreis-, Bezirks- und Landespolitiker.  Das sind teilweise echte Charaktere.  Durch den damaligen Verteidigungsminister Peter Struck gab es auch einen  Bundespolitiker kennenzulernen. In der SPD duzt man sich und spricht  sich mit Vornamen an: Auch der 18 jährige Schüler duzt den  mitt-fuffziger Herrn Dr. Bundesminister: „Moin Peter.“ Das ist eine  grundlegende, sympathische Sache dieser Partei. Ich finde, man sollte  sich irgendwie betätigen, und sei es mit einer eher mehr als minder  entspannten parteipolitischen Mitgliedschaft.</p>
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		<item>
		<title>10 Aussagen</title>
		<link>http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/10-aussagen/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StudentenPACK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlprogramm]]></category>

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		<description><![CDATA[Um die Standpunkte der Parteien besser kennenzulernen, haben wir zusätzlich zu den die jeweilige Person betreffenden Interviews ein kleines Spiel [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Um die Standpunkte der Parteien besser kennenzulernen, haben wir  zusätzlich zu den die jeweilige Person betreffenden Interviews ein  kleines Spiel mit den Spitzenkandidaten gespielt. Aus den verschiedenen  Wahlprogrammen haben wir zehn Aussagen beziehungsweise Forderungen  ausgesucht und die Kandidaten gebeten, einzuschätzen, aus wessen  Wahlprogramm der Satz stammt und selbst Position dazu zu beziehen.</p>
<p>Wir haben bei der Auswahl der Aussagen darauf geachtet, jede  Partei abzudecken und sowohl charakteristische als auch unerwartete,  vielleicht sogar polarisierende Aussagen zu finden. Teilweise wurde die  Wortwahl abgeändert, um nicht schon durch diese die Partei zu verraten.</p>
<p>Auf den folgenden Seiten findet ihr das Resultat dieses Spiels.  Leider hat Torsten Albig das Zuordnen der Aussagen zu Parteien  übersprungen. Bei den per E-Mail erhaltenen Antworten können wir  außerdem nicht einschätzen, ob die Zuordnung mit oder ohne Recherche  erfolgte.</p>
<p>Unter den Antworten der Politiker findet ihr die Haltung der  Lübecker Studierenden zu den Aussagen. Diese wurde im Rahmen der <a title="Die Große Campus-Umfrage" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/2012/04/die-grose-campus-umfrage/">Umfrage</a> ermittelt.</p>
<h3>„Wir wollen die Transparenz für die Information der Verbraucher, unter anderem durch die Verbesserung der Lebensmittelkennzeichnung und Veröffentlichung der Ergebnisse der amtlichen Kontrollen, erhöhen.“ (CDU)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Das ist von uns und ich kann das nur befürworten.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> CDU. Wir wollen sicherstellen, dass die Verbraucher und Verbraucherinnen ausreichende Informationen erhalten, damit sie eigenverantwortliche Entscheidungen treffen können. Alle Verbraucherinnen und Verbraucher haben einen Anspruch auf sichere Produkte.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Das ist ein Beschluss, den die SPD gefasst hat. Wir haben ihn allerdings nicht in unser Regierungsprogramm geschrieben, weil es uns wichtig war, ein kurzes, prägnantes und leserfreundliches Programm zu verfassen. Alle Beschlüsse bleiben aber selbstverständlich dennoch aktuell. So auch dieser.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Das sind die Grünen. Aber die Kennzeichnung der Lebensmittel, das reicht uns nicht aus. Wir benötigen eine andere Agrarpolitik. Die muss verändert werden, zurück in die Region, mehr Biobauernhöfe und die Massenverschiebung von Lebensmitteln muss abgeschaltet werden. Dies muss hier regional gesteuert werden.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>Piraten? Grüne? Nicht FDP. CDU? Wir haben so etwas Ähnliches in unserem Programm stehen. Wir wollen auch die Hygiene verbessern.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail:</strong> CDU. FDP-Position: Verbraucherinnen und Verbraucher müssen einen  einfachen, unverzüglichen und umfassenden Zugang zu den für sie  wichtigen Informationen haben. Die Möglichkeit der Behörden,  abschreckende Gebühren für einfache Informationen zu erheben, ist zu  unterbinden. Die FDP hat in der letzten Legislaturperiode dafür gesorgt,  dass das Umweltinformationsgesetz und das Informationsfreiheitsgesetz  zu einem modernen, transparenten und unbürokratischen  Informationszugangsgesetz zusammengefasst wurden. Damit hat jede  Bürgerin und jeder Bürger einen Anspruch auf Informationen über  Verwaltungshandeln auf allen Ebenen.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><a title="„Wir wollen die Transparenz für die Information der Verbraucher, unter anderem durch die Verbesserung der Lebensmittelkennzeichnung und Veröffentlichung der Ergebnisse der amtlichen Kontrollen, erhöhen.“ (CDU)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A1_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9096" title="A1_farbe.png" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A1_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/studentenpack/">StudentenPACK</a> | StudentenPACK.</span></div>&nbsp;</p>
<h3>„Gelöbnisse, Veranstaltungen und Feierstunden der Bundeswehr gehören nicht in dem öffentlichen Raum.“ (Linke)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Die Linkspartei, und ich halte dies für übertrieben.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> Die Linke. Zwischen der CDU und den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr besteht seit Jahren eine enge Partnerschaft. Die Soldatinnen und Soldaten, die in Schleswig-Holstein stationiert sind und in den Krisengebieten dieser Welt ihren Einsatz für die Bundesrepublik Deutschland erbringen, verdienen die Wertschätzung der Gesellschaft. Dazu gehören auch Gelöbnisse und Feierstunden in der Öffentlichkeit.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Ich halte nicht viel von der Verdrängung der Bundeswehr aus dem öffentlichen Raum. Sie hat in einer offenen demokratischen Gesellschaft eine wichtige Rolle und muss als demokratische Armee wahrnehmbar sein.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Das ist unsere Aussage, wir wollen, dass die Bundeswehr abgeschafft wird, und damit gehört das nicht mehr in den öffentlichen Raum und es soll auch keine Werbung gemacht werden an Schulen.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>Das ist von den Linken, wir haben allerdings keine Position zu diesem Thema bisher beschlossen.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>Die Linke. FDP-Position: Die Bundeswehr als Zivilarmee ist tief verwoben  mit unserer Bürgergesellschaft. Für die FDP gehören Gelöbnisse,  Veranstaltungen und Feierstunden gerade deswegen in den öffentlichen  Raum.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„Gelöbnisse, Veranstaltungen und Feierstunden der Bundeswehr gehören nicht in dem öffentlichen Raum.“ (Linke)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A2_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9106" title="A2_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A2_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Das geistige Eigentum an den Ergebnissen kreativer Arbeit ist auch im Internet genauso schützenswert wie das Eigentum von Herstellern physischer Gegenstände.“ (FDP)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> FDP. Wir benötigen ein neues Urheberrecht und das Internet funktioniert nicht nach dem Gesetz des analogen Marktes.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> FDP. Wir halten das Urheberrecht und das geistige Eigentum für schützenswerte Grundlagen von Innovation und Wirtschaftswachstum in unserer Gesellschaft. Die Aufgabe des Staates besteht darin, einen Rechtsrahmen zu schaffen, der es dem Einzelnen ermöglicht, die Bedeutung seiner Entscheidung zu erkennen.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Auch dieser Satz ist wahr und würde sicherlich bei nahezu allen Parteien Zustimmung erhalten. Wenn Ideen schutzlos werden, werden wir bald erleben, dass uns die Ideen ausgehen.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Ich weiß es nicht genau aber schätzungsweise ist es die FDP, für Piraten ist das noch zu eingeschränkt. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, das lassen wir mal offen.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>FDP! Wir würden nicht das Wort „geistiges Eigentum“ verwenden. Wir möchten auch, dass Wissen weitergegeben wird und nicht vorenthalten. Wir wollen erreichen, dass das Urheberrecht wirklich wieder ein Urheberrecht wird und kein Verwertungsrecht.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>FDP-Position.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„Das geistige Eigentum an den Ergebnissen kreativer Arbeit ist auch im Internet genauso schützenswert wie das Eigentum von Herstellern physischer Gegenstände.“ (FDP)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A3_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9108" title="A3_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A3_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Wir werden die Rechte der [Bürger] [...] dadurch stärken, dass wir [...] eine individualisierbare Kennzeichnung der [Polizeibeamten] einführen.“ (GRÜNE)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Von uns und es ist demnach unsere Position.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> Die Grünen. Wir lehnen eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte ab.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Die SPD tritt für eine numerische Kennzeichnung der Polizeibeamten bei geschlossenen Einsätzen ein. Dies soll alle Beteiligten schützen und Angehörige von Einheiten verschiedener Bundesländer voneinander unterscheidbar machen.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Das sind die Grünen. Das haben die Grünen mit uns zusammen gefordert. Leider haben wir uns auf Landesebene mit Anträgen nicht durchgesetzt. Wir werden dies aber weiter verfolgen, weil wir der Meinung sind, dass die Menschen auf Demonstrationen auch wissen müssen, wer für irgendwelche Übergriffe oder Fehlverhalten verantwortlich ist.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>Piraten oder Grüne. Wir haben auf jeden Fall eine ähnliche Position. Es geht ja dabei um Straftaten von Polizisten. Diese können nicht aufgedeckt werden, da die Polizisten nicht erkennbar sind. Die individualisierbare Kennzeichnung gibt diese Möglichkeit, und schützt trotzdem die Identität des Polizisten. Gerade bei Großeinsätzen ist das ein wichtiges Thema.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>Die Grünen. FDP-Position: Die FDP lehnt eine individualisierbare  Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte auch  weiterhin ab.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„Wir werden die Rechte der [Bürger] [...] dadurch stärken, dass wir [...] eine individualisierbare Kennzeichnung der [Polizeibeamten] einführen.“ (GRÜNE)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A4_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9110" title="A4_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A4_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Wir setzen uns [...] für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro ein.“ (SPD)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Das sind wir, die SPD, der SSW. Ich kann es nicht genau zuordnen.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> SPD. Die CDU ist gegen einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn. Die Forderung wäre für viele Menschen – insbesondere für gering Qualifizierte – mit dem Verlust des Arbeitsplatzes verbunden. Diesen Effekt haben mehrere voneinander unabhängige Studien nachgewiesen. Darüber hinaus ist ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn nicht auf Dauer geeignet, Armut wirksam zu bekämpfen. Etliche europäische Länder, in denen ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt wurde, haben höhere Arbeitslosenquoten als Deutschland. Wir wollen vielmehr, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Mindesteinkommen erhalten, das aus fairen Löhnen und ergänzenden staatlichen Leistungen besteht.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Auch das steht im Regierungsprogramm der SPD. Ich hatte ja bereits erklärt, wie wichtig, dies für unser Land ist.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Das ist die SPD. Wir setzen uns auch für einen flächendeckenden Mindestlohn ein, aber 8,50 Euro reicht uns nicht, wir sind der Meinung wir brauchen 10 Euro.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>Linke? Grüne? SPD! Unsere Idee zur sozialen Absicherung ist eher so gestellt, dass wir einen Mindestlohn als Übergangslösung zu einer deutlich weiterführenden Variante (beispielsweise einem bedingungslosen Grundeinkommen) überprüfen wollen.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>SPD. FDP-Position: Einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn  lehnt die FDP ab. Lohnfindung ist Aufgabe der Tarifparteien. Die FDP  Schleswig-Holstein will diese dabei unterstützen, auch weiterhin die  Lohnfindung vorzunehmen, um eine faire Entlohnung der Beschäftigten  sicherzustellen. Missbrauch im unteren Einkommensbereich soll  entgegengewirkt werden. Daher setzt sich die FDP Schleswig-Holstein für  Lohnuntergrenzen ein, die von den Tarifpartnern verhandelt werden und  nach Branchen und Regionen differenziert werden können.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„Wir setzen uns [...] für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro ein.“ (SPD)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A5_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9112" title="A5_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A5_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Wir streben eine Änderung der Verfassung des Landes Schleswig-Holstein an. In einem neuen Artikel im Abschnitt I sollen der Datenschutz und die Datensparsamkeit [...] als Staatsziel geschrieben werden.“ (PIRATEN)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Wahrscheinlich Piraten, und ich würde es nicht als Staatsziel definieren.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> Piraten-Partei. Ich halte die Landesverfassung in diesem Punkt für ausreichend.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Datenschutz ist ein wichtiges Thema, das wir bereits in den Schulen besser vermitteln müssen. Medienkompetenz wird zunehmend wichtig. Ob dies als Staatsziel in eine Verfassung gehört, wage ich aber zu bezweifeln. Auf der anderen Seite wünsche ich mir aber auch besseren Zugang zu theoretisch frei verfügbaren Daten. Eine moderne Open-Government-Strategie für unser Land ist überfällig.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Ich bin mir nicht sicher, aber ich schätze Piraten. Es ist mir dabei nicht so klar, was Sie da genau wollen, aber vielleicht machen sie es noch mal klar.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>Piraten! Es geht darum, dass in Deutschland häufig Daten erhoben werden, die eigentlich nicht gebraucht werden. Man kann im Prinzip die Daten, die man nicht braucht, direkt löschen, oder gar nicht erst erheben.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>Die Piraten. FDP-Position: Die FDP hält weitere Staatszielbestimmungen  in der Landesverfassung für nicht notwendig. Wir sprechen uns für eine  Verbesserung des Datenschutzes durch gesetzliche Regelungen aus.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„Wir streben eine Änderung der Verfassung des Landes Schleswig-Holstein an. In einem neuen Artikel im Abschnitt I sollen der Datenschutz und die Datensparsamkeit [...] als Staatsziel geschrieben werden.“ (PIRATEN)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A6_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9114" title="A6_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A6_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„[Wir setzen] auf ein Modell, bei dem private Investoren in die Sanierung des UKSH einbezogen werden können, ohne dass die öffentlich-rechtliche Trägerschaft aufgegeben wird.“ (CDU)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Das ist die Position aller im Landtag vertretenen Parteien und somit auch unsere.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> CDU. Da das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein eine große Bedeutung für uns hat und ein Garant für Forschung und Lehre ist, wollen wir den Investitionsstau von rund 700 Millionen Euro auflösen, den die rot-grüne Regierung hinterlassen hat, damit das UKSH noch leistungsfähiger wird.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Die öffentliche Trägerschaft des UKSH steht auch für die SPD außer Frage. Das UKSH ist ein wichtiger Arbeitgeber – es ist größter Träger medizinischer Maximalversorgung in Norddeutschland und wichtiger Bestandteil der ärztlichen Ausbildung.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Das ist der SSW.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>FDP oder CDU. Wir lehnen Public Private Partnerships oder Öffentlich-Private Partnerschaften grundsätzlich ab. Es gibt dazu tatsächlich Belege und Studien, dass diese Partnerschaften für den Staat teurer werden als wenn der Staat das selbst macht.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>CDU. FDP-Position: Nach dem abgeschlossenen Markterkundungsverfahren  fordert die FDP die Einleitung eines Interessenbekundungsverfahrens mit  dem Ziel, private Investoren für ein ÖPP-Modell zu gewinnen, um den  Investitionsstau zügig abzubauen und damit die Arbeitsplätze beim UKSH  zu sichern.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„[Wir setzen] auf ein Modell, bei dem private Investoren in die Sanierung des UKSH einbezogen werden können, ohne dass die öffentlich-rechtliche Trägerschaft aufgegeben wird.“ (CDU)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A7_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9116" title="A7_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A7_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Alle Bachelorabsolventinnen und -absolventen haben einen Anspruch auf einen Masterstudienplatz.“ (SPD)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Wir diskutierten über dieses Thema, ich bin mir aber nicht mehr sicher, ob wir es in das Programm mit aufgenommen haben. Ich würde sagen Linke und im Zweifelsfall würde ich dem zustimmen.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> SPD. Wir wollen neben den Universitäten und Fachhochschulen noch eine Duale Hochschule schaffen. Die Duale Hochschule steht im Bildungsschnittpunkt zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und schließt mit dem Bachelor sowie der Berechtigung für ein aufbauendes Masterstudium ab.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Auch diese Aussage gehört in unser Regierungsprogramm. Ich bin froh, dass wir allen Studierenden diesen Weg eröffnen werden. Derzeit eröffnet der Bachelorstudiengang – in einigen Fächern sehr deutlich &#8211; noch keinen sicheren Zugang zum Arbeitsmarkt.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Das sagen wir.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>Piraten? Linke? FDP? Dann muss es die SPD sein. Das ist eine Position, die glaube ich fast alle vertreten. Wir setzen uns generell für Bildung ein und werden dieser Forderung auch nicht im Wege stehen.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>SPD. FDP-Position: Die Hochschulen erhalten bei der Gestaltung der  Studiengänge mehr Möglichkeiten. Die FDP Schleswig-Holstein wird sich  dafür einsetzen, dass die Kultusministerkonferenz die Möglichkeit von  grundständigen Masterstudiengängen schafft, die einen Masterabschluss  ohne vorhergehenden Bachelorabschluss ermöglicht.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„Alle Bachelorabsolventinnen und -absolventen haben einen Anspruch auf einen Masterstudienplatz.“ (SPD)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A8_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9118" title="A8_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A8_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Die Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium sind zu überprüfen. Der Notendurchschnitt allein darf nicht ausschlaggebend sein. Sozialkompetenz und Motivation sollten eine größere Rolle spielen.“ (CDU)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Ziemlich schwer einzuordnen. Ich würde sagen die Grünen.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> CDU. Wir wollen in Schleswig-Holstein medizinische Leistungen auf höchstem Niveau erbringen. Um dies zu gewährleisten, darf nicht nur der Notendurchschnitt für die Zulassung zum Medizinstudium ausschlaggebend sein. Dieser allein trifft keine Aussage über die Kompetenz des Bewerbers in der Praxis. Deshalb halten wir es für sinnvoll, der Sozialkompetenz und Motivation des Bewerbers bei der Zulassung zum Studium eine größere Bedeutung beizumessen.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Wir müssen tatsächlich in diesem Bereich tätig werden. Die gegenwärtigen Bedingungen für ein Medizinstudium sind nicht haltbar und sagen zu wenig über eine Zukunft als guter Arzt aus.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Würde auch zur SPD passen. Wir sind der Meinung, dass alle Menschen, die studieren wollen und Interesse haben, diese Studienplätze auch wahrnehmen können.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>FDP oder wir? SPD? Grüne? Dazu haben wir keine beschlossene Position, es wäre aber interessant, diesen Ansatz einmal zu überprüfen und ich würde gerne wissen, wie Sozialkompetenzen als Kriterium angesetzt werden sollten.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>CDU. FDP-Position: Wir sehen an der derzeitigen Situation keinen  Änderungsbedarf. Der Numerus Clausus ist zwar nicht optimal, aber die  objektivste und handhabbarste Methode zur Verteilung von Studienplätzen.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„Die Zugangsvoraussetzungen zum Medizinstudium sind zu überprüfen. Der Notendurchschnitt allein darf nicht ausschlaggebend sein. Sozialkompetenz und Motivation sollten eine größere Rolle spielen.“ (CDU)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A9_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9120" title="A9_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A9_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<h3>„Mit der Forderung nach einem anonymen Krankenschein möchten wir illegalisierten Menschen Zugang zum Gesundheitssystem geben.“ (Grüne)</h3>
<p><strong>Habeck (Grüne) per Telefon:</strong> Das ist meine Position und demnach sage ich auch Grüne.</p>
<p><strong>De Jager (CDU) per E-Mail:</strong> Die Grünen. Ein Ausstellen von anonymisierten Krankenscheinen ist ein Verstoß gegen geltendes Recht und somit ein Bruch mit dem Legalitätsprinzip, das dem Staat verbietet, illegales Verhalten zu tolerieren. Da es sich bei den betroffenen Gesetzen nicht nur um Landesgesetze, sondern auch um Bundesgesetze handelt, ist eine Einführung aus juristischen Gründen nicht möglich. Allerdings werden zivilgesellschaftlichen Lösungen für dieses Problem, wie das „Medibüro“ in Kiel, ausdrücklich gewünscht und gebilligt.</p>
<p><strong>Albig (SPD) per E-Mail: </strong>Dass wir allen Menschen eine gute Gesundheitsversorgung bieten wollen, halte ich aus menschlicher Sicht für richtig. Ein anonymer Krankenschein wird aber keine Lösung sein, weil er das Problem der Illegalität nicht löst. Wir brauchen stattdessen eine Asyl- und Integrationspolitik, die in allen Phasen eine medizinische Versorgung der Menschen gewährleistet.</p>
<p><strong>Jansen (Linke) per Telefon: </strong>Das sind die Grünen oder wir. Das ist unbedingt zu begrüßen, denn wir haben viele illegale Einwanderer, die hier auch leben, die hier überhaupt keine Gesundheitsversorgung haben. Wir müssen durchaus dafür sorgen, dass auch sie in der Gesundheitsversorgung abgesichert sind.</p>
<p><strong>Schmidt (Piraten) per Telefon: </strong>Linke? Grüne! Dazu haben wir auch noch keine konkrete Position.</p>
<p><strong>Kubicki (FDP) per E-Mail: </strong>Die Grünen. FDP-Position: Der Staat darf Illegalität keinen Vorschub  leisten. Die Notfallversorgung ist sichergestellt, darüber hinaus können  über ehrenamtliche und private Strukturen, wie sie bereits bestehen,  weitere Gesundheitsdienstleistungen erbracht werden.</p>
<p><strong>Studenten (Uni Lübeck) per Umfrage: </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="mceMediaCredit mceTemp mceIEcenter"><strong><span id="1" class="media-credit-mce aligncenter" style="width: 655px;"><span class="media-credit-dt"><a title="„Mit der Forderung nach einem anonymen Krankenschein möchten wir illegalisierten Menschen Zugang zum Gesundheitssystem geben.“ (Grüne)" href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A10_farbe.png" rel="shadowbox[sbpost-9095];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9122" title="A10_farbe" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/A10_farbe-645x69.png" alt="" width="645" height="69" /></a></span><span class="media-credit-dd">StudentenPACK | StudentenPACK.</span></span></strong></div>
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		<title>Die eigene Meinung zu den Politikern transportieren</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anna Barkentien</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Union]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon immer wurde bei mir zu Hause viel über Politik gesprochen. Mit vierzehn habe ich mich dann entschlossen, in die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Schon immer wurde bei mir zu Hause viel über Politik gesprochen. Mit  vierzehn habe ich mich dann entschlossen, in die Junge Union (JU)  einzutreten, um Jugendliche in meinem Alter zu finden, die meine  politischen Ansichten teilten. Die Organisation von Podiumsdiskussionen  im Wahlkampf oder Bildungsangeboten wie beispielsweise Rhetorikseminaren  bereitete im Team meines Ortsverbandes immer sehr viel Freude, weshalb  ich dort für ein Vorstandsamt kandidierte und auch gewählt wurde.  Besonders beeindruckt hat mich von Anfang an, wie die eigenen Ansichten  als junger, unerfahrener Mensch von echten Politikern und  Verantwortungsträgern ernst genommen wurden. CDU-Politiker erlauben es  sich im Regelfall nicht, die JU zu ignorieren. Ich weitete meine Arbeit  auf den Kreis– und schließlich auf den Landesvorstand aus, in dem ich  noch heute als stellvertretende Landesvorsitzende Mitglied bin. Dadurch  erhält man einen sehr unkomplizierten Zugang zu Spitzenpolitikern und  kann die eigene Meinung genau dorthin transportieren, wo auch wirklich  entschieden wird.</p>
<p>Warum die Junge Union? In der Zeit, in der ich politisch aktiv  wurde, hatte sich die Landesregierung vorgenommen, sämtliche Gymnasien  abzuschaffen und sie in Integrierte Gesamtschulen umzuwandeln.  Drastische Maßnahmen wie Übernachten in der Schule oder Demonstrieren  waren zum Erhalt meiner Schule zwar nicht nötig, aber die politischen  Ansichten der Regierungsparteien waren nicht von mir vertretbar.  Deswegen fiel es mir leicht, mich für die JU und gegen Jusos oder  Jungliberale zu entscheiden. Andere jugendpolitische Gruppierungen  existierten in meiner Umgebung nicht. Im Laufe der Jahre kamen andere  Themenschwerpunkte hinzu, die mich davon überzeugten, in die  Mutterpartei CDU einzutreten – vor allem aber bin ich zur Ansicht  gelangt, dass man Verantwortung übernehmen und selber handeln muss, wenn  einem etwas nicht gefällt. Und glaubwürdig ist das nur, wenn man nicht  nur dann protestiert, wenn einen etwas persönlich betrifft, sondern sich  auch den schwierigen, langwierigen und manchmal  „trockenen“  Entscheidungsprozessen in der Demokratie aussetzt. Wirklich beeindruckt  bin ich von schweren politischen Entscheidungen, die unverzichtbar, aber  nicht populär sind. Beispielsweise, wie die CDU die Schuldenbremse im  Grundgesetz und in den Landesverfassungen verankert hat – damit macht  man sich ziemlich unbeliebt, tut aber für meine und alle nachfolgenden  Generationen und damit für die Zukunft unseres Landes genau das  Richtige. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung  war, in der Politik aktiv zu werden. Wenn mir heute etwas nicht  gefällt, versuche ich einfach, es zu ändern – und das genau dort, wo die  Dinge auch entschieden werden, nicht nur auf der Straße.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Viel mitgenommen, einiges verstanden</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maik Pretzlaff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Junge Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Grundgesetz sagt zwar, dass „die Parteien bei der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken“, aber mal ganz ehrlich, die Parteien [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_8882" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-8882" title="Jusos-Irlandreise" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Jusos-Irlandreise-645x430.jpg" alt="" width="645" height="430" /><span class="media-credit">Jusos Schleswig- Holstein</span></div><p class="wp-caption-text">Vor dem Abflug: Mitglieder der Lübecker Jusos auf dem Weg nach Nordirland.</p></div>Das Grundgesetz sagt zwar, dass „die Parteien bei der politischen  Willensbildung des Volkes mitwirken“, aber mal ganz ehrlich, die  Parteien und hier vor allem die Volksparteien SPD und CDU haben keine  gute Reputation. Parteienpolitik, parteipolitisches Kleinklein etc. sind  Kakophenismen geworden. Soziologen sprechen in Milieustudien bei  Studenten/-innen von „Modernen Performern“ oder „Etablierten“,  einhergehend mit Attributen wie Individualisierung, Selbstverwirklichung  oder Multi-Optionalität. Hier passen Lebenswirklichkeit und Parteien  scheinbar nicht (mehr) zusammen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Warum aber bin ich dann Mitglied der SPD geworden und bei den Jusos aktiv?</p>
<p>Ich komme aus einem politischen Elternhaus. Politik, nicht  Parteipolitik, war und ist ein Thema zu Hause. Ich stimme wahrlich  selten mit meinen Eltern politisch überein, aber schon die Diskussion  selbst prägt. Ein Großvater stammt aus dem traditionellen Arbeitermilieu  (Gewerkschafter, SPD-nah), der andere fühlte sich dem sozialen  Liberalismus verbunden. Beide Richtungen finde ich bei mir wieder. Ich  bezeichne mich meist als Sozialliberalen.</p>
<p>Die SPD hat für mich eine faszinierende Geschichte. Seit jeher  der Freiheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität verbunden. Immer auf  der Seite der Demokratie, sei es in der Kaiserzeit, der Weimarer  Republik, der Zeit des Dritten Reiches oder seit der Nachkriegszeit.  Parteiprogramme der „SPD“ aus dem 19. und 20. Jahrhundert lesen sich,  bis auf anfänglich deutlich marxistische Bestrebungen, wie ein  Forderungskatalog für eine freiheitliche Grundordnung, in der wir heute  leben. Wenn ich zum Beispiel die Rede von Otto Wels als letzte freie  Rede zum Reichsermächtigungsgesetz höre, dann ist das emotional und  lässt einen positiv auf die Geschichte schauen.</p>
<p>Aber das ist natürlich nur ein kleiner Aspekt. Politik macht mir  Spaß und darüber zu reden und zu diskutieren ebenso. Leider ist dies im  Freundes- und Bekanntenkreis nicht so. Es wird zwar akzeptiert, dass man  sich politisch engagiert, aber doch eher belächelt. Klar, in einer  Partei ist es schwer, sich individuell, multi-optional  selbstzuverwirklichen. Dies geschieht heute in zeitlich und örtlich  begrenzten Initiativen, in NGOs oder lokalen Gruppierungen. Das ist  richtig und wichtig, aber ist für mein Verständnis nicht ausreichend.  NGOs machen keine umfassende Politik und „kleine“ Parteien sind eher  einer speziellen Klientel (siehe FDP und Grüne) verpflichtet. Natürlich  funktioniert Bindung auch durch Abgrenzung zu Anderem. Ich wollte und  konnte nie so konservativ oder wirtschaftsliberal sein, als dass ich  Mitglied der CDU hätte werden können.</p>
<p>Mir macht es Spaß, im Wahlkampf mit den Leuten zu diskutieren,  sie von meiner und unserer Meinung zu überzeugen, oder aber auch  intelligente Menschen zu treffen, die den eigenen Horizont erweitern.  Das sagt und schreibt sich so locker und hört sich pathetisch an, aber  durch die Jusos und die SPD bin ich z.B. in Israel, den  palästinensischen Gebieten und Nordirland gewesen und habe dort enorm  viel mitgenommen, einiges verstanden, aber noch mehr Fragen mit „nach  Hause genommen“.</p>
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		<title>Etwas bewegen können</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Eixmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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		<description><![CDATA[&#160; &#160; Mit vierzehn wurde mir klar, dass man Dinge nur verbessern kann, wenn man sie selber anpackt – nur [...]]]></description>
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<p><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-8892" title="IMG_3362" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/IMG_3362-645x430.jpg" alt="" width="645" height="430" /><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/eixmann/">Tim Eixmann</a> | StudentenPACK.</span></div>&nbsp;</p>
<p>Mit vierzehn wurde mir klar, dass man Dinge nur verbessern kann, wenn  man sie selber anpackt – nur meckern, aber selbst nichts dafür zu tun,  reicht nicht. Zum Glück hatte ich Lehrer, die diesen Gedanken unterstützten. Deshalb  suchte ich mir die Grundsatzprogramme verschiedener Parteien heraus und  kam schnell mit der CDU auf einen gemeinsamen Nenner. Ich ging  schließlich zur Jungen Union und wurde dort gleich ins kalte Wasser  geworfen mit einem Vortrag über die Geschichte des politischen  Konservatismus – klang erst einmal relativ trocken, aber es brachte mir  die Geschichte und die Ideen der CDU näher.</p>
<p>Man merkt schnell, dass man auch ernst genommen wird mit seinen  Bedenken und seiner Meinung, vor allem, wenn man Politiker aus Kommune  und Land trifft oder mit verschiedenen Menschen aus Wirtschaft und  sozialen Bereichen oder den städtischen Gesellschaften spricht.</p>
<p>In Wahlkämpfen und Gesprächen wurde mir klar, dass, wenn ich  wirklich etwas erreichen wollte, ein Amt in der JU sehr hilfreich sein  würde. Deshalb kandidierte ich im Januar 2012 als Kreisvorsitzender und  wurde gewählt. Jetzt zu Wahlkampfzeiten ist das zwar viel Arbeit, aber  vor allem jetzt merkt man wieder, dass man auch etwas bewegen kann.</p>
<p>Warum die Junge Union? Politische Utopien sind sehr gut, um den  Staat weiterzuentwickeln und eine Diskussion über bestehende Strukturen  zu führen. Schnell wurde mir die Nähe zu den Grundsätzen der CDU klar  und der Abstand zu denen der anderen Parteien. Viele klingen zwar gut,  allerdings halte ich diese für unvernünftig, für nicht finanzierbar oder  nicht zu Deutschland, Schleswig-Holstein oder meiner Heimat Lübeck  passend. Im Philosophieunterricht wurde ich in diesem Denken immer  wieder bestätigt. Die Distanz zu den politisch linken Parteien ist mir  spätestens dort aufgefallen, denn eine sozialistische Utopie halte ich  grundsätzlich für ungerecht – dies merkt man zwar nicht sofort, aber die  Folgegenerationen haben die Träume einiger weniger zu finanzieren. Um  soziale Wohltaten für die jetzige Generation zu schaffen, werden Gelder  der kommenden Generationen ausgegeben &#8211; aber ist das gerecht den  folgenden Generationen gegenüber? Ich halte es für gerechter, wenn jede  Generation mit ihren eigenen Mitteln arbeitet, und wer schlecht  haushaltet, kann auch wenig in seine Wunschprojekte investieren.</p>
<p>Auch viele weitere Themen wie die Identifikation mit dem  christlichen Menschenbild, die soziale Marktwirtschaft und der  Konservativismus führten dazu, dass ich mich der Jungen Union anschloss.</p>
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		<title>Wählt doch, wen ihr wollt!</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 16:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StudentenPACK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Spitzenkandidaten]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Jüngste ist gerade einmal 23 Jahre alt, die Älteste dagegen bereits 62. Die Politiker, die zur diesjährigen Landtagswahl in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_9162" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Plakate-Kopie.png" rel="shadowbox[sbpost-8875];player=img;"><img class="size-medium wp-image-9162" title="Plakate Kopie" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/Plakate-Kopie-645x369.png" alt="" width="645" height="369" /></a><span class="media-credit"><a href="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/index.php/author/sannmann/">Frederike Sannmann</a> | StudentenPACK.</span></div><p class="wp-caption-text">Plakatwerbung zur Wahl in Schleswig-Holstein.</p></div>Der Jüngste ist gerade einmal 23 Jahre alt, die Älteste dagegen bereits  62. Die Politiker, die zur diesjährigen Landtagswahl in  Schleswig-Holstein als Spitzenkandidaten für ihre Parteien ins Rennen  geschickt werden, könnten kaum unterschiedlicher sein. Sie alle haben  die Landespolitik zu ihrem Beruf gemacht, doch wer sind die Kandidaten  wirklich? Was sind ihre Beweggründe, ihre Überzeugung, die sie dazu  bringt, für die Interessen ihrer Partei in Kiel zu kämpfen? Und was hat  sie überhaupt dazu gebracht, sich politisch zu engagieren? Wir haben für  euch nachgefragt.</p>
<h3>Jost de Jager – CDU</h3>
<p>Als heißeste Anwärter auf das Amt des Ministerpräsidenten gelten wohl  die beiden Spitzenkandidaten von CDU und SPD, Jost de Jager und Torsten  Albig. Der 52-jährige gebürtige Rendsburger Jost de Jager ist schon in  frühester Jungend mit Politik in Berührung gekommen. „Ich komme aus  einer sehr politischen Familie, bei uns wurde immer viel diskutiert. Ich  bin dann auf dem Gymnasium schnell Schülersprecher geworden“, verrät er  dem StudentenPACK und so war es für ihn nur konsequent, dass er bereits  mit 16 Jahren ist der Jungen Union beitrat. Der Wunsch nach politischem  Engagement und Verantwortung, haben ihn damals dazu bewegt. Politik war  für den jungen de Jager nur ein Hobby. Doch warum fiel seine Wahl  ausgerechnet auf die CDU? Nach eigenen Angaben waren es wohl die  „christlichen Grundsätze“, die ihn letztlich überzeugt hatten.</p>
<p>Vom einfachen Parteimitglied führte der Weg de Jagers zuerst über  ein Studium der Fächer Geschichte, Anglistik und Politologie. Doch  bereits während seines Studiums stieg er zum stellvertretenden  Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Rendsburg-Eckernförde auf. 1996  folgte der Einzug in den Kieler Landtag. Bundesambitionen, so de Jager,  habe er nicht: „Ich fühle mich sehr wohl in der Landespolitik, da man  viel dichter an den Themen dran ist. Man ist auch unmittelbarer mit den  Auswirkungen seiner Politik konfrontiert.“</p>
<p>Neun Jahre später, 2005, wurde Jost de Jager Staatssekretär im  Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr in  Schleswig-Holstein, in diese Zeit fällt die Diskussion um die  Zusammenlegung der Universitäten Schleswig-Holstein, gegen die in Lübeck  2005 mit dem Slogan „Lübeck kämpft für seine Uni“ demonstriert wird.  Die Zusammenlegung fand nicht statt doch de Jagers Karriere tat dies  keinen Abbruch. Im Jahr 2009 wird er sogar Minister der schwarz-gelben  Koalition unter Carstensen für das Wissenschaftsministerium. 2010 dann  erneut Konflikte mit der Universität zu Lübeck, und erneut die gelben  Schilder mit dem Slogan „Lübeck kämpft für seine Uni“ Auch diesmal blieb  bekanntlich die Uni erhalten und de Jagers Karriere machte einen  weiteren Sprung.</p>
<p>Der bisherige Höhepunkt seiner politischen Karriere folgte für de  Jager im November 2011. Nachdem Christian von Boetticher als  Landesvorsitzender der CDU aufgrund eines Sex-Skandals zurück trat,  übernahm Jost de Jager dieses Amt und wurde zum Spitzenkandidaten der  CDU. Nun kämpft er um das Amt des Ministerpräsidenten, um somit seine  Heimat, Schleswig-Holstein, „gestalten und voranbringen“ zu können. Doch  trotz dieser Bilderbuchkarriere, die Jost de Jager vorzuweisen hat, ist  es für ihn stets von oberster Priorität, sich und seiner Heimat treu zu  bleiben. Denn schließlich ist es unser Bundesland, zu dem sich de Jager  zugehörig findet und das er liebt.</p>
<h3>Torsten Albig – SPD</h3>
<p>Der ärgste Konkurrent von Jost de Jager im Kampf um das  Ministerpräsidentenamt heißt Torsten Albig, Spitzenkandidat der SPD.  Auch für ihn war das Bedürfnis, sich zu engagieren und etwas zu  verändern, der ausschlaggebende Punkt, um schon in seiner Jugend einer  Partei beizutreten. Mit nur 19 Jahren fiel Albigs Wahl damals auf die  SPD. Verantwortlich dafür war kein Geringerer als Helmut Kohl. Damals  löste dieser Helmut Schmidt als Bundeskanzler ab: „Es war die Zeit des  Bruchs der sozial-liberalen Koalition in Bonn. Helmut Schmidt ging,  Helmut Kohl kam. Das hat mich bewegt. Ich wollte nicht mehr einfach nur  zusehen, wollte etwas verändern und mich engagieren.“ Grund genug für  Torsten Albig, um nicht länger dazusitzen und zuzusehen, sondern um zu  handeln und „Position zu beziehen“.</p>
<p>Doch ganz so geradlinig durch die Kreispolitik bis hin zur  Landespolitik Schleswig-Holsteins – wie im Fall von Jost de Jager –  führte Albigs Weg nicht. „Ich bin kein Typ, der an irgendwelchen  Gitterstäben rüttelt und ‚Ich will hier rein‘ ruft“, erklärt er, „Mein  Leben und auch meine berufliche Entwicklung haben sich eher durch  Momente des Zufalls verändert. Oft haben sich plötzlich Türen geöffnet,  durch die ich dann gegangen bin.“ Einen nicht unerheblichen Teil seiner  Jugend verbrachte er in Bielefeld. Dort studierte Torsten Albig  Geschichte und Sozialwissenschaften, bevor er zu den  Rechtswissenschaften wechselte. Während dieser Zeit war Albig Mitglied  verschiedener Ortsvereine und engagierte sich lokal. Doch nach seiner  Zeit in Bielefeld ging es für Torsten Albig zurück in den Norden. Unter  anderem war er als stellvertretender Leiter der Landesfinanzhochschule  Schleswig-Holstein in Malente tätig und auch als Stadtrat in Kiel.  Seinen letzten großen politischen Erfolg konnte Albig im Jahr 2009  verbuchen. Bereits im ersten Wahldurchgang gelang ihm als neuer  Oberbürgermeister der Einzug in das Kieler Rathaus. Damit löste er seine  Vorgängerin von der CDU ab.</p>
<p>Auch wenn Torsten Albig nach eigenen Angaben nie darauf  hingearbeitet hat, eines Tages Ministerpräsident von Schleswig-Holstein  zu werden, hat ihn die breite Unterstützung durch seine Parteifreunde  doch dazu bewogen, jetzt für dieses Amt zu kandidieren. Mit seiner  Heimat fühlt er sich tief verbunden und beschreibt das Leben hier sogar  als „Schatz, den es neu zu heben gilt“. Für Torsten Albig ist die  Politik eine Möglichkeit für seine Visionen zu kämpfen. Dafür nimmt er  es auch in Kauf, seinen Urlaub zu opfern, denn als Kieler  Oberbürgermeister muss der Spitzenkandidat der SPD für seine  Wahlkampftour frei nehmen.</p>
<h3>Robert Habeck – Bündnis 90/Die Grünen</h3>
<p>Doch wer steht neben den potentiellen neuen Ministerpräsidenten  Schleswig-Holsteins noch zur Wahl? Da ist zum Beispiel noch Robert  Habeck, erster auf der Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen. Habeck ist  der einzige „Lübecker Jung“, der bei der Landtagswahl kandidiert. Im  Gegensatz zu den übrigen kandidierenden Politikern führte Habecks Weg  jedoch erst relativ spät in die Politik. Erst im Jahr 2002 – da war  Habeck bereits 33 Jahre alt – trat er den Grünen bei. Zuvor engagierte  er sich zwar auch schon politisch, in dem Sinne, dass er sich „um die  Umstände, die [sein] Leben betreffen, gekümmert“ hat, doch eine  klassische Karriere eines Politikers, kann Habeck nicht vorweisen.</p>
<p>Im Jahr 1991 begann Robert Habeck ein Studium der Fächer  Philosophie, Germanistik und Philologie. Im Jahr 2000 erwarb er sogar  einen Doktor in Philosophie. Hauptberuflich arbeitet Robert Habeck heute  als freier Schriftsteller &#8211; sowohl an Büchern, wie auch an  Theaterstücken. Doch wann und wo war da noch Platz für Politik? In  gewisser Weise ist Robert Habeck der „etwas andere Politiker“. Nach dem  Parteieintritt 2002 wurde er noch im selben Jahr Kreisvorsitzender in  Schleswig-Flensburg. Zwei Jahre später folgte dann der Aufstieg zum  Landesvorsitzenden. Bis hierher sieht noch alles nach einer relativ  klassischen Politikerkarriere aus. Doch 2006 weist genau diese einen  deutlichen Knick auf. Habeck kandidierte für den Bundesvorstand und  scheiterte. „Ich habe damals gedacht, ich mach es wie immer: Ich stell  mich hin, stell mich vor, rocke den Saal und danach wählen mich die  Leute. Ich habe mich vorgestellt und eine gute Rede gehalten, aber man  hat einen anderen gewählt.“ Diese Erfahrung sollte Habeck nachhaltig  beeinflussen. Als er 2008 die Chance bekam, als Nachfolger von Reinhard  Bütikofer doch noch das Amt des Bundesvorsitzenden der Grünen zu  übernehmen, lehnte Habeck. Begründung: Er wollte er selbst sein, Zeit  für seine Familie haben und nicht nur permanent „ganz viele Kinken“  putzen. „Ich war nicht bereit, so viel Zeit und Nerven zu investieren,  um dieses Spiel mitzuspielen, und meine Familie, als die Kinder noch  sehr klein waren, allein zu lassen. Es ging eben nicht mit minimalem  Zeitaufwand und den maximalen Zeitaufwand wollte ich nicht leisten, weil  mir meine Familie mehr bedeutet als der scheinbar ach so große  Bundesvorsitz.“</p>
<p>Stattdessen hat Robert Habeck nun seinen Platz in  Schleswig-Holstein gefunden. Zwar lässt er nach eigenen Angaben die  Zukunft immer noch auf sich zukommen und „plan[t] das überhaupt nicht“,  doch über eines ist sich Habeck im Klaren: Er kandidiert, „um in  Schleswig-Holstein Verantwortung zu übernehmen“.</p>
<h3>Antje Jansen – Die Linke</h3>
<p>Auch Antje Jansen, Mitglied der Partei Die Linke, geht bei der  diesjährigen Landtagswahl in Schleswig-Holstein als Spitzenkandidatin  ins Rennen. Doch neben all den anderen Kandidaten ist ihre Karriere wohl  die verschlungenste. Alles begann im Jahr 1990 bei den Grünen,  denn Antje Jansen war ganze elf Jahre lang Mitglied dieser Partei. Von  dem Kreisvorstand führte ihr Weg in den Landesvorstand. Bis 1997  übernahm Jansen die Aufgabe der Landesvorsitzenden und vertrat die  Grünen sogar noch bis 2001 als Fraktionsvorsitzende in der Lübecker  Bürgerschaft.</p>
<p>Damals, im Jahr 1990 als Antje Jansen den Grünen betrat,  überzeugte die gelernte Erzieherin die starke „Basisdemokratie“ der  Grünen. Jansen strebte danach, „alternative Politik zu machen“. Die  Grünen boten ihr damals eine Plattform dafür. Jansen setzte sich für die  Gleichstellung der Frauen, den Kampf gegen Atomkraftwerke und ganz  besonders den Kampf gegen Krieg ein. Doch gerade letzterer Punkt war am  Ende dafür ausschlaggebend, dass Jansen im Jahr 2001 wieder bei den  Grünen ausgetreten ist. Ihre Überzeugung, den Afghanistankrieg, der von  der damaligen rot-grünen Regierung beschlossen wurde, nicht zu  unterstützen, ließ ihr keine andere Alternative offen. „Den  Afghanistanbeschluss [konnte ich] nicht akzeptieren“.</p>
<p>Als fortbestehendes Mitglied der Lübecker Bürgerschaft, war  Jansen für einige Jahre parteilos, arbeitete jedoch in den folgenden  Jahren zeitweise mit der PDS zusammen. Und schließlich, im Jahr 2005,  trat Antje Jansen der PDS bei. Laut Antje Jansen waren die Sozialpolitik  und „dass Oskar Lafontaine bei den Linken mitgemacht hat“ die Gründe,  die sie letztlich zu diesem Schritt bewogen haben.</p>
<p>Insgesamt hat Jansen in ihrer politischen Karriere bereits schon  viel erlebt. Selbst einen Ausflug in die Bundespolitik im Jahr 2002 kann  sie verbuchen. Doch noch einmal würde sie diesen Schritt nicht machen.  Für Jansen, die nun bereits seit vielen Jahren in der Lübecker  Bürgerschaft vertreten ist und 2009 ihren Weg in den Kieler Landtag  gefunden hat, gibt es auch in diesem Jahr nur ein Ziel: den Einzug in  den Landtag.</p>
<h3>Torge Schmidt – Die Piraten</h3>
<p>Sie ist der neue „Shooting-Star“ am politischen Parteien-Himmel: die  Piratenpartei. Auch in Schleswig-Holstein setzt sie gerade ihren  Siegeszug durch Deutschlands politische Landschaft fort. Ihr  Erstplatzierter der Landesliste: Torge Schmidt. Der 23-jähre ist der mit  Abstand jüngste unter den zahlreichen Spitzenkandidaten. Erst seit 2009  ist er überhaupt Mitglied der Piratenpartei, andererseits, für die  junge Partei ist das eine lange Zeit. Aber wie wird man überhaupt  „Pirat“?</p>
<p>Wie für viele seiner Parteimitglieder, gab auch für Torge Schmidt  das Streitthema „Vorratsdatenspeicherung” den entscheidenden Ausschlag  zum Eintritt in die Piratenpartei. Der Student der Wirtschaftsinformatik  hat durch dieses Thema erst angefangen sich mit der Politik zu  beschäftigen. Handeln statt meckern – das wurde für Schmidt zur Devise.  Für ihn ist es von Bedeutung, dass „junge Leute in die Politik gehen“  und somit „alle Generationen der Gesellschaft“ im Landtag vertreten  sind. Doch wie sähe es aus mit einer anderen Partei? Das kam für Schmidt  allerdings nie in Frage. Gerade weil die Piratenpartei noch so neu war,  es noch „viele Möglichkeiten der Mitgestaltung“ gab und die Piraten  jederzeit offen für neue Vorschläge waren, war sie für Schmidt die  ideale Möglichkeit um sich und seine Vorstellungen einzubringen. Und das  mit Erfolg.</p>
<p>Bereits bei der letzten Landtagswahl in Schleswig-Holstein  kandidierte Torge Schmidt als Direktkandidat in seinem Wahlkreis. Die  Wahl in den Parteivorstand folge ein Jahr später. Und heute ist Schmidt  Spitzenkandidat der Piraten in Schleswig-Holstein. Doch das Engagement  hat auch seinen Preis. Hobbies? „Für Hobbys bleibt derzeit leider kaum  Zeit.“ Studium? „Das Fernstudium ruht im Moment, da ich das sehr  flexibel gestalten kann.“ Job? „Derzeit bin ich für zwei Monate von  meiner Arbeitsstelle unbezahlt beurlaubt.“ Doch wenn Schmidt den  geplanten Einzug in den Kieler Landtag schafft, hofft er das Studium in  den nächsten fünf Jahren zu beenden.</p>
<h3>Wolfgang Kubicki – FDP</h3>
<p>Fehlt als letzter im Bunde noch Wolfgang Kubicki von der FDP. Der  gebürtige Braunschweiger ist eigentlich studierter Volkswirt. Doch noch  bevor Kubicki als Unternehmens- und Steuerberater arbeitete, trat er  bereits 1971 – mit gerade einmal 19 Jahren – der FDP bei. Schon während  seines Studiums engagierte er sich für „die Gelben“, wenn auch erst im  Rahmen des Liberalen Hochschulverbandes, später als Landesvorsitzender  der Jungdemokraten in Schleswig-Holstein und schließlich als Mitglied  des FDP-Landesvorstandes.</p>
<p>Für die FDP arbeitete Kubicki zeitweilig sogar als  wissenschaftlicher Mitarbeiter und studierte ganz nebenbei nach dem  erfolgreich abgeschlossenen VWL-Studium auch noch Rechtswissenschaften.  Aus diesem Grund betrieb Wolfgang Kubicki für einige Jahre eine eigene  Kanzlei – wohl gemerkt in Kooperation mit einem Ex-CDU-Abgeordneten.  Doch noch bis heute ist Kubicki als Rechtsanwalt und Strafverteidiger  tätig.</p>
<p>Eine Zeit lang verlief Wolfgang Kubickis Karriere auf der  Überholspur, doch im Jahr 1993 nahm sie ein jähes Ende. Die sogenannte  „Affäre um die Mülldeponie in Schönberg“, bei der es hauptsächlich um  hohe Honorare und zweifelhafte Beratung ging, zwang Kubicki zum  Rücktritt als Landesvorsitzender. Auch sein Mandat als  Bundesvorstands-Mitglied der Liberalen gab der FDP-Politiker ab. Doch  Kubickis politische Abstinenz dauerte nur drei Jahre an und bereits zur  Landtagswahl 1996 feierte er sein Comeback als Fraktionsvorsitzender der  FDP. Es folgte der erneute kurzzeitige Einzug in den Bundestag im Jahr  2002 und die Führung der Opposition in Schleswig-Holstein 2005. Doch  warum wurde Wolfgang Kubicki, der sich so vehement an die Spitze der  Schleswig-Holsteinischen FDP zurückgekämpft hatte, 2009 kein Mitglied  der Landesregierung sondern „nur“ Fraktionsvorsitzender? Ganz einfach –  denn nur so war es für Kubicki möglich seine Arbeit als Politiker mit  der als Rechtsanwalt unter einen Hut zu bekommen. Und so kämpft er auch  dieses Jahr wieder als Fraktionsvorsitzender der FDP für den Einzug  seiner Partei in das Landesparlament.</p>
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		<title>Hinter den Wahlkabinen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 15:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sarah Sandmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Hinter den Kulissen]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur noch wenige Tage, dann ist es wieder so weit: Am 6. Mai 2012 steht die 18. Wahl des Schleswig-Holsteinischen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_9077" class="wp-caption aligncenter" style="width: 655px"><div class="media-credit-container aligncenter" style="width: 655px"><img class="size-medium wp-image-9077" title="bild4" src="http://www.studentenpack.uni-luebeck.de/wordpress/wp-content/uploads/2012/04/bild4-645x483.jpg" alt="" width="645" height="483" /><span class="media-credit">Flickr-Nutzer fihu</span></div><p class="wp-caption-text">Am 6. Mai 2012 ist wieder Kreuzchensetzen angesagt!</p></div>Nur noch wenige Tage, dann ist es wieder so weit: Am 6. Mai 2012 steht  die 18. Wahl des Schleswig-Holsteinischen Landtages an. Und die  Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren. Schließlich soll  dieses Mal alles perfekt laufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Wer hat an der Uhr gedreht…?</h3>
<p>Diejenigen unter euch, die die vergangenen Monate und Jahre auf das  politische Treiben in Schleswig-Holstein mit nur einem Auge geschielt  haben, wundern sich vielleicht darüber, schon wieder einen Wahlschein in  ihrem Briefkasten vorzufinden. Und das zu Recht. Weniger als drei Jahre  liegt die letzte Landtagswahl in Schleswig-Holstein zurück.  Normalerweise dauert eine Legislaturperiode bei uns im Norden jedoch  ganze fünf Jahre. Normalerweise. Doch die 17. Landtagswahl in  Schleswig-Holstein, am 27. September 2009, war mit Sicherheit vieles –  aber nicht normal.</p>
<p>Auch schon damals, im Jahr 2009, fand die Wahl verfrüht statt.  Ministerpräsident Peter Harry Carstensen von der CDU hatte die  Vertrauensfrage gestellt und verloren. Neuwahlen waren die  unausweichliche Konsequenz. Doch anstatt Klärung brachten die nur neue  Konflikte und endlose Diskussionen mit sich.</p>
<p>Eigentlich hätte alles so einfach sein können: Die Einwohner  Schleswig-Holsteins wählen und die Partei mit den meisten Stimmen  gewinnt die Wahl. Sie sucht sich einen Koalitionspartner aus, bildet  damit eine Regierung, die restlichen Parteien wandern in die Opposition  und für die nächsten fünf Jahre kann endlich mal wieder regiert werden.  So die Theorie. Die Praxis sieht jedoch anders aus. Zunächst einmal muss  zwischen Erst- und Zweitstimme unterschieden werden. Die Erststimme  entscheidet über die so genannten Direktmandate. Für jeden der damals  noch 40 Wahlkreise in Schleswig-Holstein nominieren die zur Wahl  stehenden Parteien einen Kandidaten. Der Kandidat mit den meisten  Stimmen in einem Wahlkreis zieht automatisch in den Landtag ein. Doch  auch über die Zweitstimme hat eine Partei potentiell noch die Chance,  richtig abzuräumen. So wie zuletzt die CDU. Mit der Zweitstimme wird  kein spezieller Kandidat, sondern generell eine Partei gewählt. In  dieser Verhältniswahl wird die Anzahl der insgesamt 69 regulären Sitze  im Landesparlament bestimmt, die jeder Partei zusteht. Ergattert eine  Partei über die Zweitstimme mehr Plätze im Landesparlament, als sie per  Erststimme Direktmandate erhalten hat, dürfen Parteimitglieder von der  so genannten Landesliste nachrücken. Im anderen Fall, wenn eine Partei  durch Direktmandate mehr Politiker im Parlament in Kiel unterbringen  darf, als ihr der Zweitstimme nach eigentlich zustehen, dann werden  diese zusätzlichen Abgeordnetensitze als Überhangsmandate bezeichnet. Da  durch dieses Wahlsystem jedoch Parteien benachteiligt werden, die keine  Überhangsmandate bekommen haben, gibt es zusätzlich auch noch  Ausgleichsmandate. Diese zusätzlichen Sitze im Parlament sollen  letztlich für Gerechtigkeit sorgen. Wie genau die Anzahl der  Ausgleichsmandate bestimmt wird, ist allerdings sehr unterschiedlich und  war 2009 im Wahlgesetz unseres Bundeslandes nicht eindeutig geregelt.</p>
<p>Damals bekamen CDU und FDP nur 46,4%. SPD, Grüne, Linke und SSW  lagen dagegen bei 48,1%. Durch die Überhangsmandate standen der CDU elf  zusätzliche Sitze im Parlament zu. Soweit so gut. Doch die Diskussion  trat mit dem Thema der Ausgleichsmandate auf. 14 oder 20? Das Gesetz war  nicht eindeutig. Die Entscheidung jedoch von oberster Bedeutung.  Schließlich hing die Mehrheit der schwarz-gelben Koalition davon ab.</p>
<p>Die Entscheidung fiel: Schwarz-gelb siegte. 49 der 95 Sitze im  17. Schleswig-Holsteinischen Parlament besetzten Politiker der CDU und  der FDP. Damit konnten sie eine hauchdünne Mehrheit verbuchen und der  Alternative einer großen Koalition aus dem Weg gehen. Doch lange währte  der Sieg nicht: Die Grünen und SSW zogen vor das  Landesverfassungsgericht Schleswig-Holstein. Die Linken schlossen sich  an. Gemeinsam reichten die Parteien gegen die Verteilung der Mandate  Klage ein. Und sie bekamen Recht. Das Wahlgesetz wurde für  verfassungswidrig erklärt, Neuwahlen bis zum 30. September 2012  veranschlagt. Bis dahin sollte die Zusammensetzung des Parlaments zwar  bestehen bleiben, doch an den Neuwahlen würde kein Weg vorbeiführen.</p>
<p>Also hat man sich zusammengesetzt und weiter diskutiert und am  Ende – im März vergangenen Jahres – kam endlich ein neues überarbeitetes  Landeswahlgesetz dabei heraus. Aus 40 Wahlkreisen wurden 35, abgesehen  davon änderte sich jedoch wenig. Zukünftig sollten mit dem neuen  Wahlgesetz allerdings keine Diskussionen mehr um die korrekte Verteilung  der Mandate aufkommen. Jedenfalls theoretisch. Als Termin für die  Neuwahlen wurde der 6. Mai dieses Jahres auserkoren. Darum finden in  diesen Tagen die Wahlbenachrichtigungen ihren Weg in eure Briefkästen.</p>
<h3>Klein, kleiner, kleinstkariert</h3>
<p>Wir Deutschen sind ja bekannt dafür, es in manchen Belangen ein wenig  übergenau zu nehmen. Alles muss perfekt organisiert und geplant sein.  Die Landtagswahl in Schleswig-Holstein stellt da keine Ausnahme dar.</p>
<p>Zunächst einmal gibt es ein klares hierarchisches System der  Wahlorgane. An der Spitze steht seit 2006 die Landeswahlleiterin Manuela  Söller-Winkler. Auf unbestimmte Zeit wurde ihr die Verantwortung  auferlegt, die Europa-, Bundestags- und Landtagswahl in  Schleswig-Holstein vorzubereiten und letztlich auch durchzuführen. Zu  ihrer Unterstützung bei der Landtagswahl hat Söller-Winkler vor einigen  Monaten einen sechsköpfigen Landeswahlausschuss ernannt. Gemeinsam mit  diesem entscheidet sie über die Zulassung der Landeslisten der  verschiedenen Parteien und stellt auch das offizielle Wahlergebnis fest.</p>
<p>Weil sieben Leute jedoch nicht genug Hände haben, um sich um die  35 Wahlkreise in Schleswig-Holstein zu kümmern, hat unser  Innenministerium 35 Kreiswahlleiter und –leiterinnen ernannt. Jeder von  diesen beruft erneut sechs Personen in den Kreiswahlausschuss – die  sogenannten Besitzer. Gemeinsam verwalten sie die Kreiswahlvorschläge,  also die Personen, die sich um ein Direktmandat in einem Kreis bewerben.  Weiterhin ist der Kreiswahlausschuss auch für die Beschaffung der  Stimmzettel verantwortlich, sowie auch für die Feststellung des  offiziellen Wahlergebnisses in ihrem Wahlkreis.</p>
<p>Doch auch damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht  erreicht. Lübeck zum Beispiel ist wahltechnisch gesehen eine geteilte  Stadt. Am 27. Mai vergangenen Jahres hat uns der Wahlkreisausschuss  entzweit – in Lübeck-Ost und Lübeck-West. Aber keine Sorge. Im Prinzip  machen wir nämlich schon Fortschritte. Früher, als es noch 40 Wahlkreise  in Schleswig-Holstein gab, wurde Lübeck sogar noch eiskalt gedrittelt.  Doch heute, wo es nur noch 35 Wahlkreise gibt, ist es zu einer  Neueinteilung gekommen.</p>
<p>Jeder Wahlkreis wird nun in eine bestimmte Anzahl von  Wahlbezirken eingeteilt, sodass jedem Bezirk maximal 2500 Wähler  zugeteilt werden. Insgesamt kommen so rund 2600 Wahlbezirke zusammen.  Die Räumlichkeiten, in denen die Wahl letztlich stattfindet, darf dabei  frei ausgewählt werden. Einziges Kriterium: Es darf keine  Videoüberwachung geben. Es gibt im Übrigen, neben den normalen  Wahlbezirken, auch noch Sonderwahlbezirke. Diese dienen dazu, Menschen,  die zum Beispiel in Altenwohnheimen oder Pflegeheimen wohnen oder am  Wahlsonntag im Krankenhaus liegen, den Urnengang zu ermöglichen.</p>
<p>Für jeden Wahlbezirk ist nun wieder ein Wahlvorsteher und ein von  ihm ernannter Wahlvorstand aus einer gewissen Anzahl von Beisitzern  verantwortlich. Sie sind es, die nach 18 Uhr die etwas undankbare  Aufgabe haben, alle Stimmzettel öffentlich und von Hand auszuzählen,  doch dazu später mehr.</p>
<h3>Wer darf ran?</h3>
<p>Einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes zufolge gibt es in ganz  Schleswig-Holstein etwa 2,2 Millionen Wahlberechtigte, die am 6. Mai  ihren Stimmzettel in eine Urne werfen dürfen. Im nationalen Vergleich  gehören wir damit zu den eher kleineren Kalibern.</p>
<p>Jeder von euch, sofern er denn Schleswig-Holstein seit mindestens  drei Monaten als seinen ersten Wohnsitz angegeben hat, ist in einem  Wählerverzeichnis aufgeführt und somit wahlberechtigt. Damit seid ihr  außerdem einem Wahlbezirk eindeutig zugeordnet. Wer ganz besonders  neugierig ist, der bekommt zwischen dem 16. und 20. April übrigens die  einmalige Gelegenheit, Einsicht in das Wählerverzeichnis zu erhalten.  Dort könnt ihr eure Daten überprüfen oder eurer Gemeindewahlbehörde  einfach nur mal einen Besuch abstatten. Die Übrigen unter euch werden  vermutlich mit der Wahlbenachrichtigung, die spätestens 21 Tage vor der  Wahl – also dieses Mal am 15. April – in eure Briefkästen flattern  sollte, zufrieden sein.</p>
<p>Natürlich gibt es auch bei den Landtagswahlen für alle  Wahlberechtigten generell die Möglichkeit, Unterlagen für eine Briefwahl  zu beantragen. Doch die Regel sollte das nicht sein. Laut der  Landeswahlordnung gilt eine so genannte „Vorrangigkeit der Urnenwahl“.  Grundsätzlich soll nämlich alles daran gesetzt werden, allen Bewohnern  von Schleswig-Holstein den Urnengang zu ermöglichen. Und dabei sind  wirklich alle gemeint.</p>
<p>Zu jeder Wahl werden spezielle „barrierefreie Wahlräume“  eingerichtet. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Im Internet werden sie  spätestens sechs Tage vor der Wahl bekannt gegeben. Doch auch für Blinde  und Sehbehinderte ist bei der Landtagswahl gesorgt. Auch wenn es  gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, engagiert sich unser Land doch  dafür, blinden Menschen den Gang zur Urne zu erleichtern. Daher werden  eure Wahlbenachrichtigungen in diesem Jahr einen Hinweis darauf  erhalten, dass der BSVSH, der Blinden- und Sehbehindertenverein  Schleswig-Holstein e.V., sogenannte Stimmzettelschablonen zur Verfügung  stellt. Mit ihrer Hilfe können Blinde eigenständig und geheim wählen.  Eine Neuerung, die es erst seit 2009 gibt. Achtet mal darauf, aber wenn  ihr wählen geht, wird euer Stimmzettel in der oberen rechten Ecke ein  Loch oder eine abgeschnittene Ecke enthalten. Dies dient dazu, die  Schablone richtig zu justieren, damit das Kreuz am Ende nicht beim  falschen Kandidaten landet.</p>
<p>Alternativ gibt es übrigens auch Hilfspersonen, die behinderten  Menschen sowie auch Analphabeten bei ihrer Wahl helfen können. In  anderen Ländern, wie zuletzt zum Beispiel in Ägypten, verwendeten  Parteien und Kandidaten übrigens Symbole, um Analphabeten die Wahl zu  ermöglichen.</p>
<h3>Wer bekommt ein Ticket nach Kiel?</h3>
<p>Für jede Wahl gibt es Wahlvorschläge. So auch für die Landtagswahl.  Jede Partei darf für jeden der aktuell 35 Wahlkreise einen Kandidaten  nominieren, der um ein Direktmandat kämpft. Doch auch parteilose  Einzelbewerber dürfen antreten, müssen jedoch mindestens 100  Unterschriften von Wahlberechtigten sammeln, um zu belegen, dass sie  wenigstens eine theoretische Chance auf einen Wahlsieg in ihrem  Wahlkreis haben. Alle anderen Politiker einer Partei, die die nächsten  fünf Jahre gerne in Kiel verbringen würden, können sich auf der  Landesliste aufstellen lassen und müssen darauf hoffen, dass ihre Partei  reichlich Zweitstimmen bekommt. Übrigens dürfen auch eher kleinere  Parteien Landeslisten aufstellen. Sie müssen in diesem Fall jedoch  mindestens 1000 Unterschriften vorweisen können.</p>
<p>Dürfte ich mich auch wählen lassen? Theoretisch schon. Laut  Grundgesetz ist die Gründung von Parteien frei. Allerdings hätte ich  meine Kandidatur spätestens bis zum 48. Tag vor der Wahl um genau 18 Uhr  mit allem Drum und Dran einreichen müssen. Im Gegensatz zu mir haben  einige andere Parteien diesen Termin jedoch nicht verschlafen. Und somit  habt ihr am 6. Mai nicht nur die Qual der Wahl euch zwischen CDU, SPD,  FDP, den Grünen, der Linken und dem Südschleswigschen Wählerverband zu  entscheiden. Nein, dieses Jahr werden noch die Namen von fünf weiteren  Parteien auf euren Wahlscheinen auftauchen: Die Familien-Partei  Deutschlands, Die Freien Wähler Schleswig-Holstein, die Maritime Union  Deutschland, die Nationaldemokratische Partei Deutschlands und auch die  Piratenpartei Deutschland.</p>
<p>Sie alle, der SSW ausgenommen, müssen sich jedoch an der  Fünf-Prozent-Hürde messen. Diese Sperrklausel gibt es schon seit über 70  Jahren und ist auch im Rest der Welt weit verbreitet. Allerdings reicht  sie dort von gerade einmal 0,667% in Holland bis hin zu 10% in der  Türkei. Generell soll sie eine Zersplitterung des Parlamentes  verhindern. Die regionale Partei SSW ist von dieser Regel jedoch  ausgenommen. Als Partei der in Deutschland wohnhaften dänischen  Minderheit hat sie die Möglichkeit, in den Landtag, aber auch in den  Bundestag einzuziehen, sofern ihr relativer Stimmanteil denn mindestens  einem Sitz im Parlament entspricht. Seit ihrer Gründung im Jahr 1948  waren sie, abgesehen von einer einzigen Wahlperiode, stets im  Schleswig-Holsteinischen Landtag vertreten. In das Bundesparlament hat  es bisher jedoch nur ein einziger SSWler geschafft und das im  allerersten deutschen Bundestag.</p>
<h3>Ein „Ja!“ ist ein Kreuz</h3>
<p>Wer bis hierhin geglaubt hat, dass unser ganzes Wahlsystem sehr  kleinkariert erscheint, der sei an dieser Stelle vorgewarnt: Die Karos  werden noch kleiner. Viel kleiner.</p>
<p>In einem Runderlass zur „Vorbereitung und Durchführung der  Landtagswahl 2012“ gibt Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler  beispielsweise Tipps zur Herstellung von Stimmzetteln. Neben der  Verwendung von Recycling-Papier, wird sogar die farbliche Ausführung der  Zettel genauestens vorgeschrieben. Die jeweiligen Kreiswahlleiter  entscheiden über die Stimmzettelfarbe in ihrem Wahlkreis. In jedem  Wahlkreis darf es nur eine Farbe geben. Bei geteilten Städten, wie zum  Beispiel Lübeck, werden jedoch „unterschiedliche Farbgestaltungen“ für  die zwei Wahlkreise, Lübeck-Ost und Lübeck-West, empfohlen.</p>
<p>Keine bloße Empfehlung ist dagegen die verwendete Schriftfarbe.  Alle Angaben zur Erststimme müssen in schwarz, alle zur Zweitstimme in  blau gedruckt werden. Weiterhin – und das ist kein Witz – verbietet die  Landeswahlordnung von Schleswig-Holstein durchsichtige Wahlzettel. Wer’s  nicht glaubt: §33, Absatz 2.</p>
<p>Doch auch vor der Briefwahl macht diese leichte Normierungswut  keinen Halt. Der Wahlumschlag, in den der Stimmzettel gehört, hat eine  vorgeschriebene Farbe (blau), einen vorgeschriebenen Aufdruck (im  Internet herunterzuladen) und natürlich auch vorgeschriebene Maße (11,4 x  16,2 cm). Ebenso ergeht es dem Wahlbriefumschlag, der „von hellroter  Farbe“ sein muss und in den Wahlumschlag und Wahlschein gehören.</p>
<p>Wirklich einfach erscheint eine Wahl bis hierhin also nicht zu  sein. Und das, obwohl sogar noch ein ganz entscheidender Punkt fehlt,  oder besser gesagt, ein entscheidendes Kreuz. Ganze vier Seiten hat  Wahlleiterin Söller-Winkler dazu veröffentlicht, wie über die Gültigkeit  oder Ungültigkeit von Stimmen zu entscheiden ist. Von mehreren  Stimmzetteln in einem einzigen Wahlumschlag (ungültig) bis hin zu einem  „Ja!“ an Stelle eines Kreuzes (gültig) &#8211; hier werden so gut wie alle  Eventualitäten abgehandelt. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen,  dass „Meinungsäußerungen und Gefühlsäußerungen“, wie zum Beispiel  „doof“, auf einem Stimmzettel zu dessen Ungültigkeit führen.</p>
<h3>Wenn die Tore öffnen</h3>
<p>Sonntagmorgen, 8 Uhr in Schleswig-Holstein. Zu diesem Zeitpunkt  werden am 6. Mai 2012 die Wahllokale öffnen und erst um 18 Uhr ihre  Pforten wieder schließen. Ganz ähnlich wird es auch den Wahlurnen  ergehen. Nur ein einziges Mal, vor der Wahl, darf diese vom Wahlvorstand  geöffnet werden, um sich davon zu überzeugen, dass diese auch wirklich  leer ist. Danach muss die Urne bis zum Ende der Wahl verschlossen  bleiben.</p>
<p>Während der Wahl kann sich der Wahlvorstand noch ein wenig  zurücklehnen. Sie müssen lediglich Wahlbenachrichtigungen der Wähler  gegen Stimmzettel eintauschen und aufpassen, dass alle Wähler nur einen  einzigen, ordentlich gefalteten Stimmzettel in die Urne werfen. Wenn  euch im Wahlraum übrigens noch die plötzliche Erleuchtung treffen  sollte, dass ihr euren Stimmzettel „versehentlich falsch gekennzeichnet“  habt, dürft ihr einen neuen verlangen, wenn ihr den alten zerreißt.</p>
<p>Nach 18 Uhr geht es für die Wahlvorstände jedoch rund. Alle  Wahlbriefe, die danach eintreffen, werden ungeöffnet verpackt,  versiegelt und bis zur Vernichtung sicher verwahrt – sodass niemand  jemals herausfindet, ob sie das offizielle Wahlergebnis noch verändert  hätten. Die übrigen Briefe werden jedoch geöffnet, Wahlschein vom  Wahlumschlag getrennt und letztere in die Urnen geworfen.</p>
<p>Dann beginnt die Stimmzählung. Es klingt vielleicht ein wenig  nach „Kinder-Kartenmischen“, aber es ist in der Landesverordnung  tatsächlich vorgeschrieben, dass die Stimmzettel aus den Wahlumschlägen  zuerst entnommen werden müssen und „in gefaltetem Zustand mit den  Stimmzetteln der Urnenwählerinnen und Urnenwähler vermengt“ werden  müssen. Das Wahlgeheimnis ist schließlich oberste Priorität. Die  Auszählung selbst, die immer von Hand geschieht, findet dagegen in der  Öffentlichkeit statt. Ihr könnt, wenn es euch ganz besonders  interessiert, also überprüfen, ob das strenge Protokoll zur  Stimmauszählung auch tatsächlich eingehalten wird. „Mal eben zählen“ ist  hier nämlich definitiv nicht angesagt. Jeder Schritt ist in der  Landesverordnung genauestens vorgeschrieben. Wann welche Stapel gebildet  werden müssen, wann wer was sagen oder schreiben muss – alles ist  rechtlich vorgeschrieben. Weiterhin warnt auch Landeswahlleiterin  Manuela Söller-Winkler vor „ungebotener Eile“. Ihrer Meinung nach „geht  in jedem Falle Sorgfalt vor Schnelligkeit“. Und ganz unbegründet ist  diese Meinung nicht. Jede wahlberechtigte Person kann noch bis zu zwei  Wochen nach der Wahl Einspruch gegen das Wahlergebnis einlegen. Der neu  gewählte Landtag hat dann zu entscheiden, ob der Zweifel an der  Richtigkeit des Wahlergebnisses begründet ist. Letztlich kann es  hierdurch jedoch zu einer Stimmnachzählung kommen. Erst bei der  vergangenen Wahl ist es im Wahlbezirk Husum 3 zu einer Neuauszählung der  Stimmen gekommen. Das Ergebnis: Die Linke erzielte tatsächlich mehr  Zweistimmen, als bisher angenommen (41 statt neun) und konnte der FDP  und somit der ganzen Regierung ein Landtagsmandat abluchsen.</p>
<p>Auch daher ist es besonders wichtig, dass alle Stimmen genau  ausgewertet werden. Zuerst werden von den Beisitzern des Wahlvorstands  stets Stapel gebildet. Stapel für Stimmzettel mit derselben Erst- und  Zweitstimme. Stapel für Stimmzettel mit unterschiedlicher Erst- und  Zweitstimme. Und Stapel mit ungültigen Stimmzetteln. Als nächstes ist es  die Aufgabe des Wahlvorstehers diese Ordnung zu überprüfen. Dann  endlich wird gezählt – und zwar gleich zweimal. Aber zu diesem Zeitpunkt  ist die Wahl selbst noch egal. Denn erst einmal wird nur die Anzahl der  sortierten Stimmzettel festgestellt. Ist ein Stimmzettel ungültig muss  der Wahlvorsteher dies übrigens klar und deutlich ansagen – so will es  das Gesetz.</p>
<p>Die eigentliche Stimmauszählung beginnt erst im Anschluss. Der  Wahlvorsteher nimmt sich einen der drei Stapel nach dem nächsten vor und  sortiert ihn nach den vergebenen Zweitstimmen. Laut Gesetzt „sagt [er]  zu jedem Stimmzettel an, für welche Landesliste die Zweitstimme lautet“.  Doch damit noch nicht genug. Nach dem ganzen Sortieren und Ansagen  werden die Stimmzettel gezählt. Dieses Mal auch endlich nach den  wirklichen Stimmen. Doch im Anschluss daran beginnt der ganze Spuk  wieder von vorne. Die Stimmzettel werden erneut sortiert – dieses Mal  jedoch nach ihrer Erststimme. Erneut wird die Verteilung angesagt und  letztlich gezählt.</p>
<p>Steht das Ergebnis fest, werden die Zahlen durch den  Wahlvorsteher zuerst mündlich bekannt gegeben und dann direkt  weitergeleitet. Und zwar an den Kreiswahlleiter. Dieser hat dann die  Möglichkeit, wenn ihm alle Wahlergebnisse seiner Wahlbezirke vorliegen,  das Wahlergebnis in seinem Wahlkreis festzustellen und  Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler mitzuteilen, die dann das  amtliche Wahlergebnis der Landtagswahl ermittelt.</p>
<h3>The morning after</h3>
<p>Doch was passiert eigentlich nach der Wahl? Wenn alles vorbei ist?  Nun, für die gewählten Parteien fängt es dann erst richtig an. Die via  Erststimme gewählten Politiker haben eine Woche Zeit, um zu entscheiden,  ob sie ihr Mandat annehmen oder nicht. Lehnt ein Politiker ab, rückt  ein anderer von der Landesliste nach. Die übrigen Plätze im neuen  Parlament, die per Zweitstimme vergeben werden, werden entsprechend der  Rangordnung auf der Landesliste besetzt.</p>
<p>Als nächstes wird verhandelt: Wer bildet die neue Regierung, wer  die Opposition? Spätestens 30 Tage nach der Wahl ist damit jedoch  Schluss. Zu diesem Zeitpunkt muss ein neuer Landtag feststehen und mit  dessen erster Sitzung beginnt nun auch ganz offiziell die neue  Wahlperiode.</p>
<p>Doch wie sieht es mit den Stimmzetteln aus? Bei einer jeden Wahl  wird eine Menge Papiermüll produziert. Dieser wird jedoch nicht einfach  bis zum nächsten Osterfeuer aufgehoben. Nein, sämtliche gut sortierte  Stimmzettel werden fein säuberlich verpackt und versiegelt. Die Pakete  bekommen dann noch eine Inhaltsangabe aufgedruckt und werden der  Gemeindewahlbehörde zur vorübergehenden Aufbewahrung anvertraut.  Vernichtet werden die Wahlunterlagen jedoch erst 60 Tage, bevor ein  neuer Landtag gewählt wird. Nur in Ausnahmefällen kann  Landeswahlleiterin Söller-Winkler eine frühere Vernichtung anordnen.</p>
<p>Ihr seht also, mit was für einem enormen Aufwand eine „einfache  Landtagswahl“ verbunden ist. Über die genauen Kosten einer solchen Wahl  möchte Claus-Peter Steinweg von der Geschäftsstelle der  Landeswahlleiterin zwar keine Auskunft geben, doch mit einem  siebenstelligen Betrag muss wohl gerechnet werden. Zum Vergleich, die  Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat im vergangenen Jahr 2,7 Millionen  Euro gekostet. Zwar bemüht sich die Landeswahlleitung, die Kosten so  gering wie möglich zu halten – zum Beispiel gibt es eine Ausschreibung  für den Druck von Stimmzetteln, Wahlbriefumschlägen und Co. – doch  gewisse Fixkosten sind unvermeidlich. So zahlen, nach Angaben von  Claus-Peter Steinweg, die „Gemeindewahlbehörden […] Erfrischungsgelder  an die ehrenamtlichen Wahlvorstände“, das so genannte „IT-Wahlverfahren“  muss angeschafft und gepflegt werden, bei Bedarf müssen öffentliche  Gebäude angemietet werden, die neben den frei zur Verfügung gestellten  Gemeindegebäuden als zusätzliche Wahlräume genutzt werden und letztlich  müssen so viele Stimmzettel beschafft werden, „dass alle  Wahlberechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können“.  Wahlbeteiligung hin oder her.</p>
<p>Da bleibt nun eigentlich nur noch zu hoffen, dass die neue  Regierung es schaffen wird, eine volle Legislaturperiode durchzuhalten.</p>
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		<title>Generation Endlager</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 14:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga Stolz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Castor]]></category>

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		<description><![CDATA[Große Menschenversammlungen vermeide ich eigentlich gerne, zu viel läuft durcheinander, zu schnell gehen Freunde verloren, alles bunt, laut und hektisch. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Große Menschenversammlungen vermeide ich eigentlich gerne, zu viel läuft durcheinander, zu schnell gehen Freunde verloren, alles bunt, laut und hektisch. Aber Demonstrieren geht man ja nicht um unbedingt Spaß zu haben oder sich gegenseitig zu feiern, sondern um ein Statement zu setzen. Zeigen, dass man ein Problem mit derzeitigen Politikern oder mit den Menschen hat, die meinen das Sagen zu haben. Wenn man es satt hat ein artiger Bürger zu sein und seine Stimme gebrauchen möchte.</p>
<p>Gespannt trafen wir, die am 06.11 Präsenz in Sachen Atomkraft und vor allem Atommüll zeigen wollten, uns vor den drei Bussen, die von den Lübeckern Grünen organisiert wurden. Die Tickets konnte man sich in der Woche zuvor zum Beispiel im Eine Welt Laden in der Hüxstraße kaufen. Ermäßigt für Studenten gerade mal 10 Euro, inklusive Rückfaht. Es waren Alte und Junge. Eltern die bereits in den 80ern und 90ern gegen die gleiche Sache kämpften, fuhren nun alleine, mit ihren Kindern oder sogar Enkelkindern. Manche sahen sogar so aus, als wären sie in der Zeit stehen geblieben, Filzpullover, lange Haare und Hornbrille. Schnell fiel auf, es ging nicht nur um den Castor der in den nächsten Tagen im Wendland eintreffen sollte, sondern auch um die Grundeintellung gegenüber der Natur. Witzig fand ich in dem Zusammenhang jedoch die große Anzahl an Bäckerei Junge Bechern, die später bei der Ankunft achtlos in den Müll geworfen wurden. Hausaufgaben kann man ja nicht überall machen.</p>
<p>Die Fahrt ging los, zwar wurden wie bei jeder Busfahrt gleich Esssen und Süßigkeiten ausgepackt, aber richtig viel wurde nicht gerredet. Zu dem Thema Atomkraft und Lagermöglichkeiten ist ja auch schon vieles gesagt worden und diskutieren macht eigentlich ja auch mehr Spaß, wenn nicht alle der gleichen Meinung sind.</p>
<p>Mein Sitznachbar vor mir erzählte von seinen Erfahrungen aus der Schulzeit &#8220;Uns wurde immer mit Unterrichtausschluss und Verweiß gedroht, falls wir demonstrieren gingen&#8230;&#8221; Das hatte sich geändert, klar die Alten Lehrer wurden längst durch junge, oft selber Atomgegener- Aktivisten ausgetauscht. Ich musste an meinen Vater denken und seinen Abiturjahrgang, die den offizielen Abiturabschluss boykottierten, weil der Direktor sie, die Atomkraftgegner, mit den RAF- Terroristen in einen Topf warf und sie als hinterwäldlerisch beschimpfte. Ihr kennt sicherlich auch so welche Geschichten.</p>
<p>Es begann zu regnen, wie aus Eimer, wie man so schön sagt. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, denn Felder und nicht asphaltierte Wege warteten auf uns.</p>
<p>Dreisig Kilomter vor Dannenberg begann der Verkehr immer wieder zu stocken. Und dann vor Ort sahen wir sie, die Busschlange die seinesgleichen sucht. &#8220;Wenn Außerirdische das jetzt sehen würden&#8221;, ging es mir durch den Kopf, &#8220;die würden uns total für verrückt erklären.&#8221; Eine logistische Meisterleistung, die tatsälich auch gut organisiert war.</p>
<p>Leider befand sich jedoch unser Parkplatz ziemlich weit weg von dem Kundgebungsplatz, wir liefen über eine Stunde dort hin, durch Dannenberg durch und wieder hinaus. Die meisten Häuser waren gezeichnet vom Widerstand, kein Wunder wenn man sich ernstahft damit auseinandersätzt, was da unter einem lagert. Von anderen wurden wir aus den Häusern kritisch beäugt und teilweise sogar gefilmt, trauen tut man einer solch großen Menschenmasse wohl auch hier nicht. Andere, wie zum Beispiel der Klamottenladen in der Fußgängerstraße, machten wohl Ihren Jahresumsatz mit Glühwein und Kaffe, auch im Dönnerladen herrschte Hochkonjunktur. Viele wollten jedoch schnell ankommen. Allen wurde klar, wenn der Bus um halb sechs wieder abfahren wollte, dass man spätestens um vier beginnen musste zurück zu laufen und es war bereits halb zwei.</p>
<p>Gerade Eltern mit Kinder waren bei dieser Strecke etwas überfordert, auf dem Arm kann man ganz schön schwer werden. Bei einem kurzen Zwischenstopp bei dem Dennenberg Camp, wo man noch T-Shirts, Fahnen und Aufkleber kaufen oder sich mit anderen Aktivisten kurzschließen konnte, überwältigte einen der Anblick der vielen Demonstranten auf dem Demofeld. Es war bunt, laut und hektisch. Ich beruhigte mich, als mich meine Mutter bei dem Atomklo, Treffpunkt für alle Suchende und Gestrandeten, in die Arme schließte. Denn auch für mich war der Tag, wie für viele andere, eine Familienzusammenführung, denn kurze Zeit später stehe ich auch noch vor meinem Bruder, der sich hier mit anderen Schutten getroffen hatte.<br />
Dann erschallte es &#8220;Merkel du Bist&#8221;, Bela B und Rocko Schamoni hatten es sich auf der Bühne zurecht gemacht. &#8220;Wir sind gegen Strom&#8221; gab Bela zum Besten. Der Auftritt dann selber wurde ziemlich schwach, aber ich glaube das Wort &#8220;Biest&#8221; ist mein neues Lieblingswort. Es folgten Redner und andere Musikakts, aber so richtig spannend war es nicht. Wir zogen uns zu den Ständen zurück, wo Kürbissuppe und Kaffee auf uns warteten. Irgendwie kippte auf einmal die Stimmung, zwar kaum merklich, aber doch so, dass man sich ersteinmal umschaute, auffallend viele schwarzgekleidete Menschen fanden sich zusammen. Polizei war sofort zur Stelle und stellte sich auf Position. Es wurde sich gegenseitig angestarrt und gefilmt. Die Polizei wurde langsam eingekeselt. Es erschallte auf einemal rhytmische Musik, die Samba Gruppe stellte sich zwischen den &#8220;schwarzen Block&#8221; und der Einsatzgruppe und rettete die Situation. Nicht schlecht, wie sich fremde und so unterschiedliche Menschen, in Ihrer Musik bzw. Trommelkünsten zu einem Herztakt zusammen finden.</p>
<p>Leider war für uns dann auch die Zeit gekommen wieder zum Bus zu marschieren, Abschied von der Familie und los ging es. Als Stimmungsaufeheller auf dem Weg dienten uns die sauren Trops von nimm zwei. Es war ja wirklich auch ein langer Weg. Ich bin mir sicher am Morgen werden es alle gepürt haben. Eine Sache fiel mir dabei noch auf, es waren auffallend viele dünne und sportliche Menschen unter der Menge. Ob das auch etwas mit der Grundeinstellung der Menschen, die hier waren, zu tun hat. Bewusstsein nicht nur gegenüber der Umwelt, sondern auch dem eigenen Körper?<br />
Ein Sonnenuntergang belohnte uns, das Wetter hatte gehalten. Im Dunkeln suchten schließlich alle nach ihren Bussen, bei der Masse nicht so einfach. Zum Glück hatten wir uns unseren Ausstiegsplatz gemerkt. Müde ließen wir uns in die Sitze fallen. Uns war dann auch egal, wann der Bus losfuhr oder wie lange er aus dem Kreis um Dannenberg hinaus brauchte. Hauptsache Sitzen. Irgendwie ereilte alle ersteinmal ein Komma und vielen fielen die Augen zu. Doch so richtige Ruhe fand ich nicht, der Sitz zu eng. Ich will Ruhe und Freiheit um mich herum, wie geasgt ich mag große Menschenversammlungen nicht. So fühle ich mich ziemlich bescheiden. Wie nach dem Film &#8220;Age of stupid&#8221; der im Audimax im vergangen Semester gezigt wurde, diese Ohnmacht gegenüber der Zukunft.</p>
<p>Zu Hause angekommen bedankten wir uns bei den Organisatoren. Als ich endlich im Bett lag, wurde ich die im Bus über mich einbgebrochene Angst einfach nicht los und deswegen entschied ich mich zur Petrivision zu gehen, um dort Ruhe zu finden und die Schatten abzuwerfen. Das Thema war &#8220;Fest&#8221; und ich rate jedem am ersten Samstag im Monat mal zur Petrikirche auf elf Uhr nachts zu gehen, es lohnt sich.</p>
<p>Generation Endlager. Soweit man meint ein Endlager definieren zu können, sind wir das wohl und Millionen von Generationen nach uns auch, wenn sich nichts ändert. Merkel du Biest!</p>
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		<title>Neue Regierung, neuer Schwung?</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 10:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StudentenPACK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Harry Carstensen]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Nachmittag des 27. Septembers, als dem Ministerpräsident Peter H. Carstensen die ersten Zahlen der Meinungsforschungsinstitute vorgelegt wurden, wusste dieser [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am Nachmittag des 27. Septembers, als dem Ministerpräsident Peter H. Carstensen die ersten Zahlen der Meinungsforschungsinstitute vorgelegt wurden, wusste dieser noch nicht, was sich erst am Morgen des nächsten Tages herausstellte.<br />
Schwarz-Gelb mit den Spitzenkandidaten Carstensen (CDU) und Kubicki (FDP) konnte eine knappe Mehrheit der Sitze im Kieler Landtag gewinnen. Auch wenn die Rechtslage umstritten und die Mehrheit dem Wahlrecht nach etwas fragwürdig ist, so werden doch diese beiden Parteien die Geschicke dieses Landes für die nächsten fünf Jahre lenken (müssen). Die Spielräume des Landes Schleswig-Holsteins sind äußerst begrenzt, die Schuldenlast enorm, die Wirtschaftskraft zu gering, um auf Dauer den erworbenen Status halten zu können.</p>
<p>Was bedeutet dies nun für die Studenten in Schleswig-Holstein und im Speziellen für uns Studenten an der Universität zu Lübeck? Ein vorgezogenes und gewagtes Fazit.</p>
<p>Im Wahlkampf 2014, sollten sich die Parteien und allen voran der Noch-Ministerpräsident nicht wieder einmal vorzeitig überlegen, ob man nicht mal erneut wählen lassen sollte, wird der neue CDU-Ministerpräsident von Boetticher (Carstensen genießt mittlerweile seine Bezüge in Nordstrand) in Einvernehmen mit Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki von der FDP den Wählern erneut vieles versprechen. „Die Hochschulen müssen gestärkt, ihre Autonomie gefördert und der Bildung im Ganzen ein ganz neuer Stellenwert eingeräumt werden“.</p>
<p>Moment mal, kennen wir das nicht schon. Klar, von den anderen Parteien sowieso, aber stand nicht so etwas schon mal in den Wahlprogrammen der Schwarz-Gelben Koalition im Jahr 2009? Na ja, wird man schlagfertig antworten: &#8220;Man hat nicht alles erreicht in den letzten fünf Jahren, aber es ist viel auf den Weg gebracht worden“. So so.</p>
<p>Und überhaupt, die Finanz- und Weltwirtschaftskrise habe einen so großen Kahlschlag für die öffentlichen Finanzen mit sich gezogen, der Spielraum für politische Gestaltung sei extrem klein gewesen.</p>
<p>Schon gut, wir kennen dieses politische Spiel. „Wir hatten nicht genug Zeit, zu wenig Geld…“.</p>
<p>Vergleicht man beide Wahlprogramme von CDU und FDP in Bezug auf Hochschulpolitik, so sind diese fast kongruent. Zugegeben, addiert man ein bisschen jeweilige Ideologie oder subtrahiert diese, könnten die Texte von (fast) jeder Partei stammen. Wer fordert nicht, Bildung endlich zum Top-Thema zu machen. Kinder und deren Ausbildung seien schließlich der einzige Rohstoff, den Deutschland zu bieten hätte.</p>
<p>Nur passiert ist bisher in Deutschland und im Besonderen in Schleswig-Holstein recht wenig. Die großen Parteien haben abwechselnd ihre Hände in Richtung der Töpferscheibe gestreckt, mal haben sie Verformungen vorgenommen, mal ihre Hände schnell wieder zurückgezogen, als sich alles zu schnell drehte. Meist sind die Kunden unzufrieden, das Ergebnis ist oft nicht mehr ausreichend.</p>
<p>Soweit so gut (oder schlecht, wie man möchte). Eine gute Nachricht für unsere Geldbeutel gibt es allerdings. Wem es vor einer CDU/FDP- Regierung gegraut hat, weil diese in allen anderen (westdeutschen) Ländern Studiengebühren von bis zu 500 EURO einführte, der hat wohl die Wahlprogramme der Parteien nicht gelesen. Während die CDU zurückhaltend von „mangelnder gesellschaftlicher Akzeptanz“ der Studiengebühren spricht und diese daher derzeit „nicht durchsetzbar“ seien, ist die Position der FDP in dieser Thematik eindeutig und ihrem Grundsatzprogramm eigentlich widersprechend. In seltener Selbstkritik wurden frühere Vorstellungen (gerechtfertigt durch späteres höheres Einkommen, starkes Stipendienwesen für sozial Schwächere etc.) revidiert und als nicht zutreffend bezeichnet. In Wahlprogramm steht als Fazit: „Die FDP SH lehnt deshalb die Einführung allgemeiner Studiengebühren ab.“ Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn beide Parteien diese teils eindeutigen Positionen nach der Wahl über Bord werfen würden, obwohl nach der Wahl auch schon mal Null plus Zwei gleich Drei ist.</p>
<p>Auch wenn auf zusätzliche Einnahmen durch Studentinnen und Studenten verzichtet wird, so stehen doch beide Regierungsparteien für eine „Spitzenforschung“ in Schleswig-Holstein ein. Die FDP möchte gerne „Spitzenforscher“ für Kiel, Lübeck und Flensburg gewinnen und diesen mit einem „Innovationsbudget“ das Arbeiten erleichtern, während die CDU sogar von „internationaler Wettbewerbsfähigkeit“ und einem Wettstreit um die „besten [!!] Forscher und Nachwuchswissenschaftler“ spricht.<br />
Na da kommt aber einiges auf uns zu. Wenn diese Regierung unsere Uni international wettbewerbsfähig machen möchte, dann sollte man sich fragen, was sie darunter versteht. Möchte die Regierung Spitzenforschung und Lehre à la USA und Großbritannien und das auch noch ohne Studiengebühren? Dass dies so kommt kann mit Recht mehr als bezweifelt werden. Schon heute fehlen Gelder, um eine Grundausbildung und -forschung zu gewährleisten. Dies wird sich in der Zukunft nicht groß ändern, schon gar nicht in den Zeiten von Finanz- und damit Haushaltskrisen. Wenn die CDU nun verspricht die Universitäten „besser auszustatten“, „mehr Studienplätze zur Verfügung zu stellen“ und eine „bessere Finanzierung“ auf den Weg zu bringen, dann ist schon hier ein großer Zweifel anzumelden. Wenig wird sich auf diesem Feld tun, weiterhin werden die Bedingungen nicht optimal sein, es werden Plätze fehlen und zu wenig Geld da sein. Auch wenn die Uni vielem entgegenwirken kann, irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr aus sich heraus geschehen kann.<br />
Die Parteien sollten allesamt ruhigere Töne anstimmen und nicht großposaunig die Menschen mit waghalsigen Versprechen blenden. Es wird sich auch in fünf Jahren viel zu wenig getan haben, schon in den grundlegenden Bereichen. Da hilft es wenig, von internationaler Spitze zu sprechen, schon national sieht es schlecht aus. So lange Bildungspolitik ein ewiges Hin und Her von Bundes- und Landespolitik ist, kann und wird sich viel zu wenig ändern, dabei ist es höchste Zeit.</p>
<p>Von der FDP im Wahlkampf gefordert und von Teilen der CDU schon immer favorisiert, geistert ein neues Gespenst umher im Hochschulschloss Lübeck: Das der Stiftungsuniversität.<br />
Die Liberalen möchten „eine Perspektive zur Umwandlung in eine öffentlich-rechtliche Stiftungsuniversität eröffnen“. Hierzu müsse erst einmal das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein „defusioniert“ werden, um dann für Lübeck „private Stiftungsmittel“ generieren zu können.<br />
Im Programm der CDU liest sich dies aber noch ganz anders. Von erfolgreichen „Sanierungs- und Umstrukturierungsprozessen“ ist hier die Rede, auch wenn das UKSH als „unwirtschaftlich“ und „hochverschuldet“ bezeichnet wird. Zugleich solle es allerdings eine „Weiterentwicklung zu einem Zentrum für Spitzenmedizin“ geben.</p>
<p>Am 17. Oktober haben dann schließlich die Christ- und Freidemokraten ihren Koalitions-vertrag unterzeichnet. Nachdem das Landesverfassungsgericht eine Klage der Grünen ablehnte, die sich mit der strittigen Sitzverteilung befasste, sind die Wege jetzt frei für eine neue Regierung.<br />
Überraschenderweise hält die Regierung an der Fusion des UKSH bis mindestens 2015 fest, auch wenn zuvor andere Stimmen zu hören waren. Somit ist eine der größten Hürde auf dem Weg zur Stiftungsuniversität weiterhin nicht genommen, weitere Fragen werden in den laufenden Jahren zu klären sein. Man &#8220;prüfe“ die Wünsche der Universitätverwaltung, was das heißt ist wohl klar, erstmal passiert herzlich wenig. Dies Handeln wird allerdings auch Freunde finden.</p>
<p>Soweit zur neuen Regierung. Ist wirklich so wenig Neues und Gutes für uns Studenten zu erwarten?</p>
<p>Man lässt sich gerne positiv überraschen.</p>
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		<title>Wahljahr 2009 &#8211; Demokratie nur mit uns!</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 13:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga Stolz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>

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		<description><![CDATA[Preisfrage: Was haben Campus, Landkreis, Bundesland, Staat und Europäische Union gemeinsam? Antwort: Parlamente, die wir in guter demokratischer Tradition wählen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Preisfrage: Was haben Campus, Landkreis, Bundesland, Staat und Europäische Union gemeinsam? Antwort: Parlamente, die wir in guter demokratischer Tradition wählen können. Warum wir Parlamente benötigen, was deren Aufgaben sind und warum es wichtig ist, vom Grundrecht, wählen zu können, auch Gebrauch zu machen, hat das StudentenPack in dieser Ausgabe näher hinterleuchtet und hinterfragt. Unsere Gemeinschaft, unsere Demokratie, unsere Freiheit und Selbstbestimmung ist nur dann sicher, wenn wir als Bürger und Bürgerinnen wachsam und kritisch die Politik begleiten beziehungsweise aktiv mitbestimmen und mitgestalten. Parlamente, egal ob StuPa, Kreis- Land-, Bundestag oder auch das Europäische Parlament, sind letztendlich doch nur ein Spiegel unserer Gemeinschaft, in gewisser Weise unser Sprachrohr. Gäbe es zum Beispiel kein StuPa, würde vielleicht das gesamte Studentenleben an unserem Campus einschlafen, unsere studentische Interessen würden nicht vertreten und somit auch das Studieren bis zur Unmöglichkeit erschweren. Einzelinteressen und Wilkür würden an die Stelle treten. Und was kann passieren, wenn es Parlamente gibt, aber viele nicht wählen gehen? Im StuPa wie auch anderswo könnten radikale Splittergruppen eine Dominanz erlangen, die sie in der Gesellschaft eigentlich nicht haben, und Regelungen erzwingen, die einzelne Interessengruppen bevorteilen oder Minderheiten benachteiligen, wie z.B. ausländische Studenten. Klar, das hört sich erst einmal insbesondere im Bezug auf unsere Uni übertrieben an, jedoch nimmt diese Gefahr mit zunehmender Anzahl von Nichtwählern zu. Wer für eine funktionierende Demokratie steht, muss wählen gehen.</p>
<p><strong>Europawahl am 7. Juni 2009</strong></p>
<p>Nach fünf Jahren ist es jetzt wieder soweit, Europa wählt und jeder von uns mit seiner Stimme mittendrin. Wir, die Bürger und Bürgerinnen von Europa haben im Juni wieder die Gelegenheit, demokratisch über die politische Zusammensetzung des Europäischen Parlamentes zu entscheiden. Es ist für uns die einzige Möglichkeit, eine Institution der Europäischen Union zu wählen. Insgesamt wählen die 27 EU- Mitgliedstaaten in dem Zeitraum vom 4. bis zum 7. Juni; in Deutschland sind ungefähr 64,3 Millionen Menschen wahlberechtigt, europaweit ca. 375 Millionen.</p>
<p>Das Europäische Parlament ist gleichzeitig Gesetzgeber und Kontrolleur der Europäischen Kommission sowie des Rates der Europäischen Union und bietet I Raum zur Meinungsbildung und Auseinandersetzung zwischen den Vertretern der 27 Nationalstaaten; daher ist ihre Größe und die Anzahl der dort gesprochenen Sprachen einzigartig. Trotz der damit verbundenen Nachteile gelingt es erstaunlicherweise immer wieder, tragfähige Kompromisse und zukunftsweisende Entscheidungen für Europa und die Welt zu finden.</p>
<p>Die Wahl selbst erfolgt auf Basis der Rechtsgrundlagen der europäischen Union, wird jedoch von Land zu Land entsprechend der nationalen Gepflogenheiten unterschiedlich ausgeführt. So wird das konkrete Wahlrecht von den Mitgliedstaaten ausgestaltet und unterschiedliche Wahltermine und Öffnungszeiten der Wahllokale festgelegt. In manchen Ländern besteht auch Wahlpflicht.</p>
<p>Entscheidend ist letztendlich, dass die Wahl für alle allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim ist. Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts mit Listenvorschlägen. Bei der Verhältniswahl erhält eine Partei so viele Mandate, wie es ihrem prozentualen Stimmanteil entspricht. Die Wahlergebnisse aller Länder dürfen jedoch nicht vor dem 7. Juni um 22.00 Uhr veröffentlicht und nur gemeinsam vorgestellt werden, damit keine Wähler beeinflusst werden können, deren Wahllokale noch geöffnet sind.</p>
<p>Diesmal wird voraussichtlich letztmalig nach dem Vertrag von Nizza gewählt, das heißt, es werden 736 Abgeordnete in das Parlament einziehen, obwohl sich eigentlich durch den Beitritt von Bulgarien und Rumänien zur Europäischen Union die Anzahl ändern würde. Dies wird in dem Vertrag von Lissabon berücksichtigt, der jedoch bei dieser Wahl wegen fehlender nationalstaatlicher Ratifizierungen noch nicht in Kraft treten konnte. Deutschland entsendet diesmal noch 99 Abgeordnete in das Europäische Parlament.</p>
<p>Vergleicht man die Abgeordnetenzahlen der einzelnen Länder der Europäischen Union mit deren Einwohnerzahlen, fällt auf, dass vor allem die kleineren Staaten mit überproportional vielen Abgeordneten im Parlament vertreten und die größeren Länder unterrepräsentiert sind. Dies ist durchaus gewollt und wird als „Degressive Proportionalität“ bezeichnet. Es ermöglicht den kleineren Ländern sinnvoll mit zu regieren und Entscheidungen zu beeinflussen, so dass keine Machtmonopole zwischen den großen Ländern ausgespielt werden können.</p>
<p>1979 wurde das Europäische Parlament zum ersten Mal von seinen Bürgern und Bürgerinnen direkt gewählt, wir feiern daher auch den 30. Jahrestag der Direktwahl des Parlamentes. Wir haben so die Möglichkeit, demokratisch mit zu bestimmen, in welche Richtung unsere Staatengemeinschaft sich weiterentwickeln soll.</p>
<p><strong>Wer wird gewählt?</strong></p>
<p>Jeder, der das Europäischen Parlament wählen darf, hat im Prinzip auch das Recht, für dieses zu kandidieren. Einzelbewerbungen sind jedoch nicht möglich, es geht nur über Kandidatenlisten, die von Parteien oder anderen politischen Vereinigungen für das Europäische Parlament aufgestellt werden. Diese Listen werden bei demokratischen Parteien und Vereinigungen auf Parteitagen und Mitgliederversammlungen in einem demokratischen Auswahlverfahren erstellt. Interessanterweise sind keine Doppelmandate mehr erlaubt, das heißt, möchte man Mitglied im Europaparlament werden, darf man kein nationales Mandat mehr führen. Damit soll sichergestellt werden, dass für einen Europaparlamentarier die Anliegen der Europäischen Gemeinschaft auch tatsächlich im Vordergrund stehen. Andererseits soll ein möglicher Interessenkonflikt mit nationalstaatlichen Interessen vermieden werden.</p>
<p>Die Parteien in Deutschland stellen entweder Bundes- oder Landeslisten auf. Parteien mit Bundeslisten entscheiden im Vorfeld, welche Kandidaten aus ihrer Partei einziehen werden und legen dementsprechend eine Rangliste fest. Bei Landeslisten ist neben dem Bundesergebnis auch das Wahlergebnis in den einzelnen Bundesländern ausschlaggebend und entscheidet, ob und wie viele Kandidaten dieser Partei aus einem bestimmten Bundesland einziehen dürfen. Unabhängig ob über Bundes- oder Landesliste gewählt wird, die Anzahl der Kandidaten, die eine Partei letztendlich ins Parlament schicken darf, hängt vom deutschlandweiten Wahlerfolg der Partei ab.</p>
<p>Wir in Deutschland wählen unsere nationalen Parteien, da leider noch keine rechtlichen Grundlagen und politische Voraussetzungen für den Aufbau von Europäischen Parteien existieren. Neben den Parteien, wie CDU, SPD, FDP, Grüne, Die Linke, CSU, die FW (Freie Wähler) und DVU sind alle Parteien zu gelassen, die eine bestimmte Anzahl von Unterschriften wahlberechtigter Bürger vorweisen. Diese kleinen und kleinsten Parteien und Gruppierungen sind von daher sehr bestrebt, entsprechende Unterschriften zu sammeln und vielleicht seid ihr auch schon mal in der Fußgängerzone angesprochen worden, eure Unterschriften zu geben.</p>
<p>Die nächste Hürde ist bei der Wahl, und die gilt selbstverständlich für alle Parteien die sogenannte Fünf-Prozent-Klausel, welche bundesweit (auch bei Landeslisten) erreicht werden muss, um Parlamentsmandate zu erreichen. Hat eine Partei in einem Bundesland großen Erfolg, heißt dies noch lange nicht, dass sie bundesweit über fünf Prozent und damit zu einem Einzug in das Parlament kommt.</p>
<p>Die Parteien setzen sich im Parlament in staatenübergreifenden Fraktionen zusammen, die die gleichen politischen Grundsätze verfolgen, wie zum Beispiel die grünen Gruppierungen /Parteien bei The Greens/EFA, Konservative bzw. Christliche Demokraten in der EPP- ED oder die Sozialdemokraten in der PES.</p>
<p><strong>Wer darf wählen?</strong></p>
<p>Alle Bürger und Bürgerinnen, die in Europa wahlberechtigt und mindestens 18 Jahre alt sind, dürfen wählen, unabhängig davon, wo sie sich zu der Zeit der Wahl aufhalten. Grundsätzlich wählt man in der Gemeinde, in der man seinen Hauptwohnsitz gemeldet hat. Möchte man in einem anderen Wahlkreis wählen, muss man dies beantragen. Ist man an diesem Tag verhindert oder lebt man in einem Land außerhalb der EU, kann man eine Briefwahl anfordern. Diese ist unkompliziert, das meiste lässt sich bereits über das Internet regeln. Hier in Lübeck findet man weitere Informationen dazu auf <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.wahlen.lubeck.de/">www.wahlen.lubeck.de</a></span>. (nochmal nach gucken!!!!!!!)</p>
<p>Innerhalb Deutschlands ist die Briefwahl sogar kostenlos, wichtig ist lediglich, den Brief rechtzeitig abschicken.</p>
<p>Wenn man als Deutscher im EU- Ausland oder als EU- Bürger in Deutschland wohnt, kann man entweder in seinem Herkunftsland oder an seinem momentanen Wohnort wählen. Konkretes Beispiel: Wenn ihr zur Zeit in Lübeck studiert und aus einem anderen EU –Land kommt, könnt ihr entweder über Briefwahl die Parteien eures Herkunftslandes wählen (Achtung: Bei einzelnen EU-Ländern ist Briefwahl nicht möglich, ihr könnt nur in eurer jeweiligen Botschaft wählen, daher informiert euch frühzeitig) oder euch hier in Lübeck als Wähler eintragen lassen und die Parteien aus Deutschland wählen.</p>
<p>Falls ihr vor fünf Jahren bei der Wahl des Europäischen Parlamentes schon gewählt habt und aus einem anderen Bundesland kommt, wundert euch nicht über unterschiedliche Stimmzettel, sie sind nicht einheitlich, je nachdem, ob Parteien nur Landeslisten aufgestellt haben oder nur in bestimmten Bundesländern angetreten sind.</p>
<p><strong>Warum soll ich Wählen?</strong></p>
<p>Die Wahlbeteiligung ist seit der ersten Europawahl von 1979 bis zur letzten Wahl vor fünf Jahren von mehr als 60 Prozent auf gut 45 Prozent im europäischen Durchschnitt kontinuierlich gesunken. In Deutschland lag sie 2004 bei 43 Prozent. Dies ist eine bedauerliche Entwicklung insofern, dass im gleichen Zeitraum die Macht der EU gegenüber den Nationalstaaten erheblich an Bedeutung gewonnen hat. Das europäische Parlament hat dabei als einzige direkt gewählte und derart legitimierte Instanz der EU eine Schlüsselstellung im europäischen Meinungsbildungsprozess inne. Wie bei der Wahl zu unserem StuPa, die übrigens ja auch bald wieder ansteht, können wir hier aktiv mitentscheiden und so ggf. etwas verändern. So ist Europa zum Beispiel Voreiter in Umwelt- und Verbraucherschutzpolitik und setzt dadurch zum einen seine Mitgliedstaaten unter Druck, die europäischen Entscheidungen national umzusetzen, zum anderen setzt sie dadurch auch Nicht-EU-Länder unter Zugzwang, politisch mitzuziehen.</p>
<p>Im Zentrum der politischen Entscheidungen seitens der EU steht das Schaffen eines gemeinsamen Marktes mit gleichen Bedingungen für alle. Dabei spielt der Schutz des Menschen eine hervorgehobene Rolle. So beruhen in Deutschland bereits über 70 Prozent der Gesetze auf Entscheidungen aus dem EU-Parlament, wobei es um entscheidende Dinge geht, wie z.B. die Güte unseres Trinkwassers oder die Qualität unserer Lebensmittel. Fragen der Energie, der Finanzen, der Zuwanderung und der Sicherheit sind weitere Schwerpunktthemen. Da, wie in jedem demokratischen System, auch in Europaparlament politische Mehrheiten entscheiden, ist unsere Stimme bei dieser Wahl genau so wichtig wie bei einer Bundestags- oder Landtagswahl.</p>
<p>Klar ist auch, dass grundlegende Veränderungen in der Regel nicht von heute auf morgen erreicht werden können oder manche neuen Bestimmungen vor Ort absurd wirken, in Anbetracht von 27 Ländern mit ihren unterschiedlichen Meinungen und individuellen Ausgangssituationen, kann, was für das eine Land richtig ist, für ein anderes falsch sein. Dementsprechend fallen oft auch die Kompromisse aus. Dass man von daher genervt und sauer sein kann, ist sicherlich nachvollziehbar, deshalb aber nicht wählen zu gehen, ist gleichwohl der falsche Weg. Besser wäre eine Partei zu wählen, die derartige Dinge korrigieren will. Demokratie heißt nicht nur, da sitzen welche im Parlament und diskutieren, sondern beinhaltet auch unsere Pflicht, im Rahmen des Möglichen mitzugestalten und seine Rechte als Bürger wahr zu nehmen, wozu das Wahlrecht an erster Stelle zu nennen ist.</p>
<p>Das Europäische Parlament kontrolliert das Handeln anderer EU- Institutionen und verlangt Rechenschaft von ihnen, wie zum Beispiel von der Europäischen Zentralbank. Dadurch wird die europäische Politik transparenter und für uns Bürger näher. Wie die Mitglieder unseres StuPas im kleinen Rahmen wachen auch die Europaabgeordneten darüber, wohin die EU- Mittel, also unsere Steuergelder, fließen.</p>
<p>Eine weitere wichtige Entscheidungskompetenz besitzt das Europäische Parlament in der Frage, ob und welche Länder der EU beitreten dürfen, sicherlich habt ihr im Zuge dessen die Diskussion über den Beitritt der Türkei verfolgt.</p>
<p>Ein Thema der Europawahl 2009 ist „In die Zukunft investieren- aber wie?“. So bietet die EU mit ihrem Erasmus- Programm Studienaustausche an ausländischen Universitäten an , fördert diese mit Stipendien und hat durchgesetzt, dass diese Auslandszeiten anerkannt werden. Auch investiert die Europäische Union in die Forschung, um das Wissen um Krankheiten zu verbessern, gefährliche Chemikalien zu erkennen, die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen, neue umweltfreundlichere Fahrzeuge zu entwickeln oder neuer Energiequellen zu erschließen. Was dies konkret für unsere Uni bedeutet, könnt ihr mit unter in dem Interview Lübecker Forscher vs. Schweinegrippe nach lesen.</p>
<p>Auch in der Entwicklungshilfe übernimmt die Europäische Union wichtige Aufgaben. Sie stellt Gelder für konkrete Hilfsprojekte zur Verfügung und dient als Vermittler in Krisengebieten, mit dem obersten Ziel, Frieden zu schaffen und die Gewalt zu beenden.</p>
<p>Der EU- Haushalt wird demokratisch beschlossen. Die Eckdaten für 2009 sehen wie folgt aus (Zahlen gerundet):</p>
<ul>
<li>Nachhaltiges Wachstum (Regionalförderung, Bildung, Forschung u.a.): 44, Mrd. Euro</li>
<li>Natürliche Ressourcen (Landwirtschaft, Umwelt u.a.): 53, Mrd. Euro</li>
<li>Unionsbürgerschaft, Justiz- und Inneres: 1,2 Mrd. Euro</li>
<li>Die EU als globaler Partner (Entwicklungshilfe, Außenbeziehungen u.a.): 8 Mrd. Euro</li>
<li>Verwaltungsausgaben: 7,5 Mrd. Euro</li>
</ul>
<p>Der EU- Haushalt entspricht dabei weniger als 1% des Bruttosozialprodukts aller Mitgliedstaaten der Union, eine Kreditaufnahme zur Finanzierung des Haushaltes nicht der EU erlaubt.</p>
<p>(Quelle: <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.europarl.europa.eu/elections2009/default.htm?language=de">http://www.europarl.europa.eu/elections2009/default.htm?language=de</a></span>)</p>
<p><strong>Vom Informationsbüro Deutschland zu der Wahl des Europäischen Parlamentes herausgegebene Checkliste:</strong></p>
<p>Könnt ihr am 7. Juni nicht zur Wahl gehen, da ihr nicht in Lübeck oder hier nicht mit Erstwohnsitz gemeldet seid, beantragt eine Briefwahl. Dafür findet ihr auf der amtlichen Wahlbenachrichtigung, die an den Erstwohnsitz geschickt wird, einen vorgedruckten Antrag oder Angaben zur Beantragung im Internet. Ihr erhaltet dann in kürzester Zeit die Wahlunterlagen. Es sind der Stimmzettel, ein Wahlschein und zwei Briefumschläge, für die im Einzugsbereich der Deutschen Post bereits das Entgelt bezahlt ist. Ferner erhaltet ihr ein Merkblatt, auf welchem noch einmal ausführlich die Briefwahl beschrieben ist. Der Wahlbrief muss bis spätestens am Freitag vor der Wahl um 18 Uhr an die auf dem Wahlbriefumschlag angegebene Stelle im Wahlamt geschickt worden sein. Beantragen könnt ihr den Briefwahl bis&#8230;</p>
<p>Wenn ihr zur Zeit nicht in Deutschland wohnt oder aus einem anderen EU- Mitgliedsstaat hier lebt, solltet ihr euch rechtzeitig einen Antrag auf Eintrag in das Wählerverzeichnis eures derzeitigen Wohnortes stellen oder die oben genannte Briefwahl beantragen. Informationen hierzu findet ihr beim Bundeswahlleiter:</p>
<p>Achtung ist insofern geboten, dass ihr nur für die Wahl des Europäischen Parlamentes in das Verzeichnis aufgenommen werdet, für die Landtagswahl oder Bundestagswahl müsst ihr dies erneut tun.</p>
<p>Habt ihr bis jetzt noch keine Wahlbenachrichtigung erhalten, solltet ihr Einspruch beim Wahlamt vor Ort einlegen. Entweder ist eure Wahlbenachrichtigung verschollen, ihr seid beim Ummelden untergegangen oder es liegen andere Probleme vor, die geklärt werden müssen.</p>
<p>Wenn du nicht weißt, wohin du am Wahltag gehen musst, findest du hierzu Informationen auf deiner Wahlbenachrichtigung. Im Allgemeinen gilt in Deutschland, dass die Stimmabgabe am Sonntag von 8 bis 18 Uhr im jeweiligen Wahllokal möglich ist.</p>
<p>Darüber hinaus solltet ihr überprüfen, ob euer Personalausweis bzw. Pass noch gültig ist und wenn nicht, sofort einen neuen beantragen.</p>
<p>Und zu guter Letzt solltet ihr euch natürlich darüber informieren, welche Parteien sich zur Wahl gestellt haben, welche Ziele sie verfolgen und wie sie Europa verändern wollen. Denn nicht immer sind die Politiker mit dem schönsten Outfit auch die, die das wollen, was auch ihr richtig und wichtig findet. Um Euch bei Eurer Meinungsbildung zu unterstützen, hat das StudentenPack Politiker verschiedener Parteien um Statements gebeten und gefragt, warum wir Studenten gerade ihre Partei bei der Wahl zum Europäischen Parlament unterstützen sollten. Eine andere Frage war, welche Vorteile die Wahl ihrer Partei für Lübeck bringen würde.</p>
<p>&nbsp;</p>
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